Taiyo Matsumoto ist für seine oft eigenartigen Geschichten bekannt. Eine davon ist sicherlich Cats of the Louvre, welches in Zusammenarbeit mit dem Louvre-Museum in Paris 2018 entstand und zu den jüngsten Werken des Mangakas gehört. Diesen Titel möchte ich euch heute vorstellen.

Taiyo Matsumoto ist ein Mangaka, der auf dem deutschen Markt lange ein Schattendasein führte. Erst 2018, erschien mit Tekkon Kinkreet eines seiner bekanntesten Werke bei Manga Cult. Nun folgen bei Carlsen Sunny sowie im Frühjahr 2021 GoGo Monster bei Reprodukt. International ist Matsumoto bereits länger erfolgreich. Neben zahlreichen japanischen Preisen ist er zweimaliger Träger des prestigeträchtigen Eisner Award. 2008 wurde er für Tekkon Kinkreet ausgezeichnet, 2020 folgte die Auszeichnung für Cats of the Louvre.

Cats of the Louvre entstand in Zusammenarbeit mit dem Louvre-Museum in Paris. Matsumoto reiht sich damit an weitere bekannte Mangaka wie Hirohiko Araki (Rohan at the Louvre) und Jiro Taniguchi (Wächter des Louvre) an, die ebenfalls zu der Ehre kamen, einen Manga über den Louvre zu schreiben. Auf Matsumoto folgte zuletzt Naoki Urasawa mit Mujirushi aus der japanischen Zeichnerzunft.

ECKDATEN ZUM MANGA

Text&Zeichnungen: Taiyo Matsumoto
Originaltitel: Louvre no Neko
Kategorie: Seinen | Genre: Drama, Slice-of-Life
Verlag: VIZ
Preis: 25,00 € | Großformat (Preis kann abweichen, da es auf englische Bücher keine Preisbindung gibt.)

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Worum geht’s?

Auf dem Dachboden des Louvre-Museums lebt eine Gruppe streunender Katzen, die nachts ihr Versteck verlassen, um die Galerien und die Umgebung zu erkunden. Zu dem Rudel gehört auch Snowbébé, ein weißes Kätzchen mit Iris-Heterochromie, der die Fähigkeit hat in die Gemälde einzutauchen. Eine Fähigkeit, die auch die Schwester des Nachtwächters Marcel zu haben scheint. Er berichtet der Touristenführerin Cécile, dass seine Schwester vor vielen Jahren in einem der Gemälde verschwand und er sie seit jenem Tag unaufhörlich sucht.

Wie war’s?

Die Vorstellung von einer komplett anderen Welt, die erwacht, wenn ein Museum schließt, hat schon so manchem Film oder Buch als Vorlage gedient. Auch bei Matsumoto erleben wir eine völlig andere Welt in dem sonst von Touristen überfluteten Louvre in Paris. Die Geschichte folgt zwei Hauptfiguren: Cécile, einer Reiseleiterin, die im Louvre arbeitet, und Snowbébé, eine kleine weiße Katze, die mit einer Gruppe anderer Streuner auf dem Dachboden des Museums lebt.

Eines Tages vertraut der Nachtwächter des Louvre, Marcel, Cécile und seinem Kollegen Patrick an, dass seine Schwester vor Jahrzehnten in einem der Gemälde des Museums verschwunden ist, und bittet sie um Hilfe, um sie in den zahlreichen Kunstwerken zu finden. Zur gleichen Zeit stößt Snowbébés Vorliebe, das Museum zu jeder Zeit zu erkunden bei anderen Katzen im Louvre, insbesondere Sawtooth, auf Ablehnung. Sie befürchten, dass ihr Versteck gefunden wird und sie dann gezwungen werden, für sich selbst zu sorgen. Die beiden Handlungsstränge verflechten sich bald immer mehr und erzählen bald eine Geschichte, in der es um Trauer und Akzeptanz geht und einen nachdenklichen Blick auf die Kunstwerke und das Leben wirft.

Cats of the Louvre ist eine Geschichte, die nicht die große actiongeladene Handlung hat, die Leser*innen aber dennoch mitzuziehen weiß durch eine surreale, ruhige und zugleich packende Atmosphäre.

Die Charaktere sind dabei abwechslungsreich gestaltet, sowohl was die Menschen als auch die Katzen angeht. Man sollte aber nicht den Fehler machen und einen süßen Katzen-Manga erwarten. Die Katzen in Cats of the Louvre sind alles andere als niedlich dargestellt. Sie sind länglich, dick, oft hässlich und vom Leben gezeichnet. Auch muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass nicht alle Figuren bis zum Ende des Buches überleben werden. Aus allen Katzencharakteren stich Snowbébé heraus, der über den Band eine große Entwicklung durchmacht. Sein Handlungsbogen handelt von Verlust, Kampf und Wachstum, während er sich durch die verschiedenen Welten der Gemälde bewegt und versucht, seinen Platz in der Welt zu finden.

Durch Matsumotos Zeichenstil und Erzähltechniken wird die Geschichte zum Leben erweckt. Der Stil des Mangakas ist zwar nicht für jeden Mangafan etwas, wer sich aber darauf einlässt, wird mit ausdrucksstarken Bildern, fantasievollen Panels und wechselnden Perspektiven belohnt. Wenn die Katzen unter sich sind, wendet Matsumoto ein karikaturistisches, anthropomorphisiertes Aussehen an. Wenn sie Menschen begegnen, sehen sie wieder wie normale Katzen aus.
Matsumotos Charakterdesign wirkt einfach und skizzenhaft. Die Hintergründe hingegen sind oft dunkel gehalten, was die ständige Anspannung in der Geschichte und den Hang zum Surrealen unterstreicht. Gleichzeitig legt der Mangaka viel Wert darauf, die aufwendige Architektur des Louvre abzubilden und die Gemälde und Kunstwerke zu reproduzieren.

VIZ Media bringt den Manga im Omnibus als Hardcover-Ausgabe. Auf dem Umschlag befindet sich zudem eine Illustration von Snowbébé, die auf einem speziellen Material gedruckt wurde, welches dem einer Leinwand ähnelt. So ist das Thema des Mangas auch hier zu finden.

Fazit & Bewertung

Bisher haben alle Manga der Louvre-Collection mir wirklich gut gefallen. Bisher der beste Titel war für mich der von Taiyo Matsumoto, der es schafft, die besondere Atmosphäre einzufangen und eine Geschichte voller Fantasy zu schaffen.

Cats of the Louvre ist sicherlich nicht der Mainstream-Manga, der jeden anspricht. Wer aber gerne außergewöhnliche Manga liest, die über einen einzigartigen und speziellen Zeichenstil als auch Storytelling verfügen, dann könnte dieser Titel genau die richtige Wahl sein.

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