Love at First Memory (Band 1 – 3)

Love at First Memory (Band 1 – 3)

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18. September 2026 · Englische Manga
Love at First Memory (Band 1 – 3)

Vier mögliche Verlobte, verlorene Erinnerungen und jede Menge Romance-Chaos: Love at First Memory ist ein unterhaltsamer Reverse-Harem-Manga mit bekannten Tropes.

Manga-Daten

Originaltitel
Ore to Mou Ichido, Hatsukoi
Mangaka
Narumi Hasegaki
Verlag
Kodansha Comics
Veröffentlichung
17.02.2026
ISBN
9798888777145
Sprache / Ausgabe
Englisch
Übersetzung
Nicole Frasik
Genre
Comedy, Romance
Demografie
Shojo
Preis
10,50 €

Hinweis: Englischsprachige Manga unterliegen keiner Preisbindung. Der angegebene Preis kann entsprechend abweichen.

Passt der Manga zu dir?

Für dich, wenn …

  • … du Reverse-Harem-Geschichten und typische Romance-Tropes magst.
  • … du Spaß an überdrehten Situationen und mehreren Love Interests hast.
  • … du eine sympathische Heldin suchst, die ihre Gefühle erst neu entdecken muss.
  • … du Romance mit etwas Rätselraten um Vergangenheit und Beziehungen spannend findest.

Eher nicht für dich, wenn …

  • … du eine realistische und bodenständige Liebesgeschichte suchst.
  • … du mit klaren Charaktertypen und bekannten Romance-Klischees wenig anfangen kannst.
  • … du dir eine tiefgehende Auseinandersetzung mit dem Thema Gedächtnisverlust wünschst.

Stimmung

romantisch · verspielt · chaotisch

Themen

Liebe · Erinnerung · Selbstfindung · Reverse Harem

Reverse-Harem-Geschichten und ich, das ist so eine Sache. Ich mag Romance, aber wenn gleich vier hübsche Jungs um eine Heldin herumlaufen, wird es mir schnell zu viel. Bei Love at First Memory wollte ich trotzdem wissen, wie Narumi Hasegaki aus dieser ziemlich verrückten Idee eine ganze Reihe machen möchte. Mia verliert ausgerechnet kurz vor der Bekanntgabe ihres zukünftigen Ehemanns ihr Gedächtnis. Danach stehen vier Männer an ihrem Krankenbett und behaupten, sie habe sich für sie entschieden. Ja, alle vier.

Das ist schon ziemlich viel. Überraschenderweise hat mich die Reihe in den ersten drei Bänden aber gut unterhalten.

Love at First Memory stammt von Narumi Hasegaki und erschien in Japan unter dem Titel Ore to Mō Ichido, Hatsukoi. im Magazin Nakayoshi. Die Geschichte ist mit fünf Bänden abgeschlossen. Kodansha USA veröffentlicht die Reihe auf Englisch, wo bisher drei Bände erhältlich sind.

Worum geht es?

Mia Takanashi ist die Erbin der Takanashi Group und soll irgendwann das Unternehmen ihrer Familie übernehmen. Da kann es offenbar nicht schaden, sich schon früh um einen passenden Ehemann zu kümmern. Mia hat ihre Wahl sogar bereits getroffen und möchte bekannt geben, wen sie heiraten wird. Dazu kommt es allerdings nicht mehr. Nach einem Verkehrsunfall wacht sie ohne ihre Erinnerungen im Krankenhaus auf.

Dort warten gleich vier Männer auf sie.

Tsurugi Jinguuji wurde von ihren Familien als möglicher Ehemann ausgewählt. Ririto Suzumura ist Mias Kindheitsfreund und behauptet, dass ihre Beziehung schon lange über eine normale Freundschaft hinausgeht. Kei Mitsui arbeitet als Model und war angeblich seit einem Jahr mit ihr zusammen. Dann taucht noch Issei Asami auf, der sich ebenfalls als ihr Verlobter vorstellt. Dummerweise kennt ihn niemand. Mias Butler hält ihn für einen Betrüger, der lediglich an ihr Geld kommen möchte, und Issei scheint an diesem Ruf sogar seinen Spaß zu haben.

Mia hat keine Ahnung, welchem der Männer sie glauben kann. Sie weiß auch nicht, wie sie früher mit ihnen umgegangen ist oder was sie für sie empfunden hat. Also bleibt ihr eigentlich nur eine Möglichkeit: Sie muss alle vier noch einmal kennenlernen und herausfinden, wen ihr früheres Ich heiraten wollte.

Und weil das noch nicht chaotisch genug ist, ziehen die vier Männer wenig später gemeinsam mit Mia unter ein Dach. Natürlich tun sie das.

Meine Meinung

Der erste Band verliert keine Zeit. Gerade einmal drei lange Kapitel reichen aus, um Mia, ihre vier möglichen Verlobten und die wichtigsten Beziehungen vorzustellen. Das Tempo ist entsprechend hoch, aber ich hatte trotzdem keine Probleme damit, die Figuren auseinanderzuhalten. Die Männer sehen unterschiedlich genug aus und verhalten sich auch so verschieden, dass schnell klar ist, wer welche Rolle übernehmen soll.

Denn um ehrlich zu sein: Die vier Kandidaten könnten beinahe direkt aus der Auswahl eines Dating-Games stammen. Es gibt den eher schroffen Mann aus der arrangierten Verbindung, den vertrauten Kindheitsfreund, das beliebte Model und den charmanten Betrüger. Narumi Hasegaki versteckt diese Einteilung nicht. Sie spielt ziemlich offen damit.

Das kann Spaß machen. Es bedeutet aber auch, dass man mit den Figuren vermutlich unterschiedlich gut klarkommen wird. Spätestens im dritten Band erkennt man das Muster, nach dem Mia mit jedem der Männer ihre eigenen Szenen bekommt. Mal begleitet sie einen von ihnen zu einem Termin, mal hilft ihr jemand bei einer Aufgabe und dann folgt ein gemeinsamer Ausflug. Bei Mias Geburtstagsreise überreichen ihr die vier sogar nacheinander einen Blumenstrauß und erklären ihr die Bedeutung der ausgewählten Blumen. Mehr Reverse Harem geht kaum.

Immerhin bekommt dadurch jeder Kandidat regelmäßig etwas Zeit. Egal, wen ihr mögt, ihr werdet vermutlich irgendwann eine Szene finden, in der ihr hofft, dass Mia ihn auswählt. Bei mir haben sich nach drei Bänden zwei Favoriten herausgebildet. Mit den anderen beiden bin ich dagegen noch nicht richtig warm geworden. Das liegt gar nicht unbedingt daran, dass sie unsympathisch wären. Mir ist bei ihnen einfach der jeweilige Charaktertyp zu präsent.

Issei fällt etwas aus dieser festen Einteilung heraus. Bei Tsurugi, Ririto und Kei gibt es zumindest andere Menschen, die bestätigen können, dass sie schon vor dem Unfall Teil von Mias Leben waren. Issei kennt dagegen niemand. Vielleicht ist er wirklich nur ein Betrüger, der ihre Situation ausnutzt. Vielleicht hatten er und Mia aber auch eine Beziehung, von der niemand etwas wissen durfte. Seine Auftritte bringen deshalb automatisch ein wenig mehr Spannung in die Geschichte. Außerdem taucht er mit einer solchen Selbstverständlichkeit immer wieder bei Mia auf, dass man sich schon fragen muss, wie viel von seinem Gerede eigentlich gespielt ist.

Der Grund, warum Love at First Memory für mich funktioniert, ist allerdings Mia. Ihre Situation ist völlig absurd, doch sie bleibt erstaunlich ruhig. Sie entscheidet sich nicht einfach für den Mann, der am überzeugendsten auftritt, sondern möchte jeden neu kennenlernen. Das hat mir gut gefallen.

Interessant ist auch, dass Mia ihr früheres Ich beinahe wie eine fremde Person behandelt. Die Mia vor dem Unfall scheint selbstbewusster, aber auch kühler und distanzierter gewesen zu sein. Die neue Mia geht offener auf die Menschen in ihrer Umgebung zu und tut Dinge, die früher offenbar nicht zu ihr passten.

Besonders schön fand ich eine Szene mit Kei. Mia begleitet ihn zu einem Fotoshooting, obwohl sie das vor ihrem Unfall nie getan hat. Kei war deshalb davon ausgegangen, dass sie sich überhaupt nicht für seine Arbeit interessiert. Durch einzelne Erinnerungen findet Mia jedoch heraus, dass sie sehr wohl darauf geachtet hat, was er macht. Sie konnte es ihm nur nicht besonders gut zeigen. Das ist keine riesige Enthüllung, aber eine süße Szene.
Der Gedächtnisverlust betrifft außerdem nicht allein Mias Liebesleben. Sie erinnert sich teilweise nicht mehr an alltägliche Gegenstände und weiß auch nicht mehr, wie sie sich in der reichen Gesellschaft ihrer Familie verhalten soll. Zum Glück stehen vier Männer bereit, die ihr helfen können. Von ihren Eltern ist dagegen weit und breit nichts zu sehen.

Nach und nach kehren kleine Teile ihrer Erinnerungen zurück. Dabei deutet sich an, dass Mias früheres Leben vielleicht nicht ganz so glücklich war, wie es von außen wirkte. Ich finde die Frage durchaus interessant, ob die neue Mia irgendwann wieder genauso sein wird wie früher oder ob ihre neuen Erfahrungen sie in eine andere Richtung führen. Die Reihe beschäftigt sich damit bisher nicht besonders tief. Dafür ist sie viel zu sehr damit beschäftigt, Mia von einem romantischen Ereignis zum nächsten zu schicken. Der Gedanke ist aber da und gibt der Geschichte etwas, das mich neben der eigentlichen Partnerwahl interessiert.

Das Pacing bleibt in allen drei Bänden recht schnell. Nach dem Krankenhaus folgen das gemeinsame Wohnen, Schulaufgaben, eine große Veranstaltung, Ausflüge und schließlich Mias Rückkehr in die Schule. Manchmal fühlt sich die Geschichte tatsächlich wie ein modernes Otome-Game an, bei dem gerade das nächste Ereignis mit einem der Kandidaten freigeschaltet wurde.

Mich hat das überraschend wenig gestört. Die Reihe nimmt sich selbst nicht besonders ernst und versucht auch nicht, ihre Ausgangslage glaubwürdig erscheinen zu lassen. Vier Männer wohnen mit einer jungen Frau zusammen und buhlen um ihre Aufmerksamkeit. Das ist natürlich Unsinn. Aber hey, manchmal darf ein Manga auch einfach Unsinn machen.

Die Zeichnungen sind hübsch und passen gut zu dieser Art von Geschichte. Narumi Hasegaki zeichnet sehr sauber, und die Figuren haben klare, unterschiedliche Designs. Auch die Kleidung kann sich sehen lassen. Besonders bei den großen Veranstaltungen gibt es einige aufwendige Kleider und elegante Anzüge. Wer die Cover mag, bekommt im Manga auf jeden Fall den gleichen Stil geboten.

Der erste englische Band enthält zudem einige Farbseiten sowie eine Bonusgeschichte zu Hasegakis früherer Reihe Boss Bride Days. Wenn man die Reihe kennt, ist das sicherlich nett. Für alle anderen ist es eben eine Bonusgeschichte mit Figuren, zu denen man keinen Bezug hat.

Fazit

Love at First Memory ist keine Romance-Reihe, die das Genre auf den Kopf stellt. Die Männer entsprechen deutlich bestimmten Typen, und nach drei Bänden ist das Muster der Geschichte gut zu erkennen. Trotzdem hat mich der Manga deutlich besser unterhalten, als ich zunächst erwartet hatte.

Wenn ihr mit Reverse Harem grundsätzlich nichts anfangen könnt oder eine realistische Liebesgeschichte sucht, wird euch die Reihe vermutlich nicht überzeugen. Wer dagegen Lust auf eine überdrehte Story mit hübschen Jungs, einer sympathischen Heldin und jeder Menge bekannter Tropes hat, kann ruhig einen Blick riskieren.

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Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit Walt’s Comic Shop entstanden. Meine Meinung bleibt davon natürlich unbeeinflusst.

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