© Cover: Panini Manga
Tenshi Nanka ja Nai: Ich bin kein Engel
Midori Saejima gehört zum ersten Jahrgang einer neu eröffneten Oberschule. Sie ist offen, hilfsbereit und bei ihren Mitschüler*innen so beliebt, dass diese sie kurzerhand für die Schülervertretung nominieren.
Von der Idee ist Midori zunächst nicht sonderlich begeistert. Das ändert sich jedoch, als sie erfährt, dass auch Akira Sudo zur Wahl steht. Für ihn schwärmt sie schon eine ganze Weile, seit sie eines Tages beobachtet hat, wie liebevoll er sich um eine Katze kümmerte. Seitdem geht er ihr nicht mehr aus dem Kopf.
Als beide gewählt werden, verbringen sie durch ihre Arbeit in der Schülervertretung immer mehr Zeit miteinander. Gemeinsam mit den übrigen Mitgliedern organisieren sie Veranstaltungen, kümmern sich um die kleinen und größeren Probleme des Schulalltags und versuchen überhaupt erst einmal, Traditionen für ihre neue Schule zu schaffen.
Natürlich kommen sich Midori und Akira dabei näher. Bei Ai Yazawa wäre es allerdings beinahe verwunderlich, wenn damit bereits alles geklärt wäre.
Akira trägt einige Geheimnisse aus seiner Vergangenheit mit sich herum und scheint zudem eine besondere Verbindung zu Midoris Kunstlehrerin Hiroko zu haben. Midori muss nach und nach erkennen, dass Verliebtsein nicht automatisch bedeutet, den anderen Menschen wirklich zu kennen. Ebenso wenig lassen sich Unsicherheiten allein dadurch aus der Welt schaffen, dass zwei Menschen Gefühle füreinander haben.
Auf den ersten Blick ist Tenshi Nanka ja Nai eine recht klassische Schulromanze. Trotzdem finden sich hier bereits viele Themen, die später auch in anderen Werken von Ai Yazawa eine wichtige Rolle spielen. Freundschaften verändern sich, Gefühle werden nicht immer erwidert und hinter einem fröhlichen Auftreten können sich große Zweifel verbergen. Yazawa interessiert sich weniger für einen geraden Weg zum Liebesglück als für all die Missverständnisse, Ängste und schlechten Entscheidungen, die diesen Weg überhaupt erst so menschlich machen.
Dass die Geschichte Anfang der 1990er Jahre entstanden ist, darf man ihr durchaus ansehen. Ai Yazawas Zeichenstil wirkt hier noch runder und deutlich klassischer als in Nana oder Paradise Kiss. Trotzdem lässt sich bereits ihre Freude an Mode, markanten Frisuren und ausdrucksstarken Figuren erkennen.
Wer Ai Yazawa bislang vor allem durch ihre späteren Werke kennt, bekommt mit Tenshi Nanka ja Nai daher einen spannenden Blick auf ihre Anfänge. Vieles wirkt noch leichter und verspielter, während jene emotionalen Konflikte, für die ihre Manga bekannt sind, bereits deutlich hervortreten.
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