Dating a Vampire (Band 1 & 2)

Dating a Vampire (Band 1 & 2)

19. August 2026 · Deutsche Manga
Dating a Vampire (Band 1 & 2)

Nach der nächsten Dating-Enttäuschung nimmt sich Manga-Redakteurin Minami vor, nie wieder auf ein hübsches Gesicht hereinzufallen. Dann begegnet sie dem Shōjo-Mangaka Hokuto, der leider genau ihrem Beuteschema entspricht und außerdem ein echter Vampir ist. Dating a Vampire ist eine flotte erwachsene Romantic Comedy mit vertrauten Tropen, verspieltem Humor und deutlich mehr körperlicher Spannung, als die alberne Ausgangslage zunächst vermuten lässt.

Manga-Daten

Originaltitel
Vampire-sama ga Akiramenai!
Mangaka
Madoka Kitaji
Verlag
Loewe Manga
Veröffentlichung
11.06.2026
Seitenzahl
162 Seiten
ISBN
9783743225367
Sprache / Ausgabe
Deutsch
Übersetzung
Costa Caspary
Genre
Fantasy, Romance
Demografie
Josei
Preis
8,00 €

Passt der Manga zu dir?

Für dich, wenn …

  • … du erwachsene Arbeitsplatzromanzen mit Vampiren und einer ordentlichen Portion Spice magst.
  • … du mit bekannten Romance-Tropen wie vorgetäuschten Dates, Kindheitsverbindungen und attraktiven Rivalen Spaß haben kannst.
  • … du Paare gern dabei beobachtest, wie sie miteinander reden, statt Missverständnisse endlos auszudehnen.
  • … du sinnliche Kuss- und Bissszenen suchst, ohne dass der Manga vollkommen explizit wird.

Eher nicht für dich, wenn …

  • … du eine ausgearbeitete Vampirmythologie, Gothic-Stimmung oder richtigen Horror erwartest.
  • … du möglichst neue Ideen und überraschende Wendungen von einer Vampirromanze möchtest.
  • … dich sehr nervöse Heldinnen mit überdrehten Reaktionen schnell anstrengen.
  • … du Liebesdreiecke und körperlich recht deutliche Romance-Szenen lieber vermeiden möchtest.

Stimmung

Flott · verspielt · sinnlich und angenehm leicht

Themen

Vampire · Romantasy · Mangaverlag

Minami nimmt sich nach der nächsten Dating-Enttäuschung fest vor, endlich nicht mehr auf gut aussehende Männer hereinzufallen. Doch der Plan geht wenig überraschend nicht auf. Nur wenig später steht sie einem unverschämt attraktiven Mangaka gegenüber, der auch noch ein Vampir ist. Natürlich läuft ihr Vorsatz damit sofort in die völlig falsche Richtung. Diese leicht alberne Ausgangslage beschreibt Dating a Vampire ziemlich gut: Die Reihe ist voller bekannter Romance-Ideen, die stellenweise erstaunlich heiß wird und sich erst gar nicht die Mühe macht, daraus eine besonders ernste Vampirgeschichte zu bauen. Unterhaltsam ist sie trotzdem.

Madoka Kitajis Manga erschien unter dem Originaltitel Vampire-sama ga Akiramenai! von Oktober 2020 bis November 2022 im digitalen Kodansha-Magazin comic tint und ist in Japan mit fünf Bänden abgeschlossen. Loewe Manga veröffentlicht die Reihe erstmals gedruckt auf Deutsch; Band 1 erschien im April 2026, Band 2 folgte im Juni und Band 3 ist für den 13. August angekündigt.

Worum geht es?

Minami arbeitet als Manga-Redakteurin und hat bei der Wahl ihrer Partner bisher ein erstaunlich schlechtes Händchen bewiesen. Sie lässt sich von einem hübschen Gesicht beeindrucken und stellt im Laufe der Zeit dann schnell fest, dass der Mann dahinter eine Katastrophe ist. Nach der nächsten gescheiterten Beziehung soll damit Schluss sein. Minami nimmt sich vor, die Liebe ruhen zu lassen, und sich auf ihre Arbeit zu konzentrieren und irgendwann einen zuverlässigen, möglichst normalen Mann kennenlernen.

Doch dann muss sie kurzfristig die Betreuung eines erfolgreichen Shōjo-Mangaka übernehmen. Hokuto Takumi ist bei ihrer ersten Begegnung unhöflich, sieht leider genau nach ihrem Beuteschema aus und ist außerdem der Sohn der Person, die Minamis liebste Bilderbuchreihe aus ihrer Kindheit geschaffen hat. Darin ging es um die Liebe zwischen einem einsamen Mädchen und einem Vampir. Minami war davon so begeistert, dass sie damals selbst einen Vampir heiraten wollte. Peinliche Kindheitswünsche verschwinden eben nicht immer. Manchmal stehen sie plötzlich in Form eines erwachsenen Mannes vor einem.

Denn Hokuto ist tatsächlich ein Vampir. Hin und wieder braucht er menschliches Blut, und Minami gerät schneller als geplant in die Rolle seiner bevorzugten Spenderin. Aus den beruflichen Treffen werden ein vorgetäuschtes Date, echte Küsse und eine Beziehung, bei der beide erst einmal klären müssen, ob es hier um Gefühle oder nur um besonders verlockendes Blut geht. Im zweiten Band soll sein Manga verfilmt werden, und der attraktive Schauspieler Togo Kuroda bringt eine weitere übernatürliche Komplikation mit.

Meine Meinung

Wer viele Romance-Manga liest, wird in diesen beiden Bänden reichlich Bekanntes finden. Ein vorgetäuschtes Date, eine Verbindung aus der Kindheit, ein Mann mit übernatürlichem Geheimnis, eine Frau, die ihrem eigenen Männergeschmack nicht traut, und später auch noch ein möglicher Rivale: Madoka Kitaji hakt die Tropen nicht gerade sparsam ab. Große Überraschungen sollte man deshalb nicht erwarten. Selbst die Vampiridee wird vor allem dafür benutzt, Hokuto regelmäßig an Minamis Hals zu bringen.

Mich hat das allerdings weniger gestört, als es vielleicht sollte. Die Geschichte ist flott, lustig und angenehm unkompliziert erzählt. Sie weiß, dass ihre Grundidee ein wenig lächerlich ist, und versucht gar nicht erst, aus Hokutos Blutdurst ein großes düsteres Drama zu machen. Er bekommt schnell Sonnenbrand, muss gelegentlich trinken, hat mit Knoblauch und Kreuzen aber kein Problem. Der Biss hinterlässt bei Minami durch die heilende Wirkung des Vampirs nicht einmal eine Wunde. Wer eine ausgearbeitete Vampirwelt oder klassischen Gothic-Horror erwartet, ist hier also falsch. Hokutos Vampirdasein ist in erster Linie die fest eingebaute Begründung für viele sinnliche Bissszenen. Sehr praktisch.

Am besten gefallen mir Minami und Hokuto als Paar. Ihre Gespräche haben von Beginn an eine natürliche Energie, weil Minami schnell nervös und sehr ausdrucksstark reagiert, während Hokuto meist deutlich entspannter bleibt. Beim gemeinsamen Ausflug, der offiziell nur als Recherche und vorübergehendes Date gedacht ist, merkt man recht schnell, dass die beiden auch ohne Vampirtrick funktionieren. Sie necken sich, reden über frühere Beziehungen und vermischen ständig ihre Arbeit mit dem langsam entstehenden privaten Interesse. Die Verbindung zwischen Mangaka und Redakteurin ist dabei fast interessanter als die übernatürliche Seite der Geschichte. Außerdem sind beide erwachsen. Allein das ist bei romantischen Manga schon einmal eine nette Abwechslung zum nächsten Schulflur.

Hokuto macht es einem zunächst nicht unbedingt leicht. Er tritt schroff auf und geht bei seiner ersten Annäherung ziemlich forsch vor. Danach entschuldigt er sich jedoch und fragt Minami, bevor er sie erneut beißt. Eigentlich sollte das selbstverständlich sein, in dieser Art von Geschichte fällt es trotzdem positiv auf. Vor allem zeigt Kitaji anschließend immer wieder, dass Hokuto grundsätzlich ein fürsorglicher Kerl ist. Er beobachtet, wie Minami auf den Blutverlust reagiert, macht sich Gedanken um ihre Gesundheit und hält sogar ein passendes Getränk gegen Blutarmut bereit. Das Detail ist ein wenig albern, macht seine Fürsorge aber sehr konkret.

Auch die angedeutete Verbindung aus Minamis Kindheit sieht zunächst nach dem nächsten sehr vertrauten Schicksalstrick aus. Ihre tatsächliche Auflösung ist dann überraschend süß und umgeht nebenbei ein Altersproblem, das Vampirromanzen gerne mit sich bringen. Mehr möchte ich dazu gar nicht verraten.

Auch nach den intimeren Szenen behandelt Hokuto Minami nicht wie eine bequeme Nahrungsquelle. Er nimmt ihre Unsicherheit ernst und spricht mit ihr darüber, was beide eigentlich wollen. Dadurch wirkt ihre Beziehung trotz des sehr konstruierten Aufbaus erstaunlich entspannt. Im zweiten Band kommt mit Togo zwar der erwartbare Mann hinzu, der Interesse an Minami entwickelt, doch Hokuto und Minami verfallen nicht sofort in seitenlange Eifersuchtsdramen. Minami erklärt offen, weshalb sie von dem bekannten Schauspieler aufgeregt ist, und das Paar kann sich sogar darüber aufziehen. Solche kleinen Gespräche gefallen mir deutlich besser als ein Missverständnis, das nur deshalb vier Kapitel dauert, weil niemand einen vollständigen Satz sagen möchte.

Minami selbst dürfte für manche trotzdem der anstrengendste Teil der Reihe sein. Ihre völlig überdrehten Reaktionen sind ein wichtiger Bestandteil des Humors, können auf Dauer aber nerven. Sie wird schnell rot, malt sich sofort alles Mögliche aus und landet mit beachtlicher Zuverlässigkeit in Situationen, die von außen eindeutig kompromittierend wirken. Manchmal möchte man sie kurz an den Schultern packen und bitten, einen Gedanken zu Ende zu führen.

Ganz unfair ist dieses Verhalten aber nicht geschrieben. Minami weiß, dass sie sich bisher zu oft vom Aussehen eines Mannes hat täuschen lassen, und misstraut deshalb vor allem sich selbst. Ihre Vorsicht gegenüber Hokuto hat einen nachvollziehbaren Grund. Gleichzeitig ist sie keine gehässige oder unehrliche Figur. Sie sagt Hokuto, was in ihr vorgeht, arbeitet engagiert und versucht wirklich, alte Fehler nicht zu wiederholen. Dass sie dabei wiederholt scheitert, gehört zur Komödie. Ihre vielen entsetzten, sehnsüchtigen und panischen Gesichtsausdrücke tragen außerdem einen großen Teil des Tempos.

Band 2 erhöht sowohl den Spice-Anteil als auch die Menge der Romance-Tropen noch einmal deutlich. Die Bissszenen waren schon im ersten Band bewusst erotisch, nun bleibt der Manga bei körperlicher Nähe wesentlich länger auf der Seite. Explizit wird er nicht, zurückhaltend allerdings auch nicht. Die Altersempfehlung ab 14 Jahren wirkt angesichts einiger Szenen durchaus großzügig. Wer nur eine harmlose, niedliche Shōjo-Romanze erwartet, könnte von der Deutlichkeit überrascht werden.

Mit Togo öffnet sich die Geschichte außerdem ein kleines Stück für weitere übernatürliche Wesen. Viel Worldbuilding entsteht daraus noch nicht; seine Herkunft liefert hauptsächlich den nächsten Grund, weshalb Minami so unwiderstehlich auf einen Mann wirkt. Als möglicher Rivale funktioniert er anfangs besser als erwartet. Seine raue Einführung macht ihn nicht sofort sympathisch, später ist sein Umgang mit Minami und Hokuto aber unterhaltsam. Dann trifft er am Ende des zweiten Bandes eine ziemlich unnötige Entscheidung und landet damit genau bei jener Art von Liebesdreieck, die der Manga zuvor angenehm locker behandelt hatte. Schade, aber noch zieht sich der Konflikt nicht endlos hin.

Der Zeichenstil passt zur Geschichte. Die Figuren sehen attraktiv aus, Minamis Mimik ist herrlich wandelbar und die Küsse sowie Bissszenen vermitteln tatsächlich Begehren, statt nur zwei hübsche Gesichter nebeneinanderzustellen. Manche Seiten sind mir mit Rasterfolien und Effekten etwas zu voll, insgesamt lesen sich die Panels aber flüssig. Ein optisches Ausnahmewerk ist Dating a Vampire nicht. Für diese verspielte, körperliche Romanze funktionieren die Zeichnungen jedoch gut.

Fazit

Dating a Vampire erfindet weder die Vampirromanze noch den Arbeitsplatz-Manga neu. Die ersten beiden Bände sind eine flotte, ziemlich trope-lastige Romantic Comedy mit einem sympathisch fürsorglichen Vampir, einer sehr nervösen Redakteurin und überraschend viel körperlicher Spannung. Wer ausgefeilte Vampirmythologie oder eine ruhige Heldin sucht, wird hier vermutlich nicht glücklich. Für Fans erwachsener Romanzen, vertrauter Beziehungsideen und einer ordentlichen Portion Biss ist die Reihe dagegen eine charmante, leicht alberne Unterhaltung.

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