Herzlich willkommen auf meinem Mangablog. Hier findet ihr Rezensionen zu deutschen und englischen Manga sowie Beiträge über Themen und Aspekte, die mich an dem Medium interessieren. Ab und an schaue ich auch über den Tellerrand hinaus und schnuppere in Comic-Kunst abseits Japans hinein.

Fukuneko - Manga Rezension

Fukuneko: Die Glückskatzen (Band 1)

[Anzeige, da Rezensionsexemplar]

Carlsen Manga hat über die letzten Jahre sein Manga-Programm auch im Hinblick auf die jüngere Leserschaft immer weiter ausgebaut. Zuletzt kam “Fukuneko” dazu.

In Japan lief die Reihe zwischen September 2016 und August 2018 im Monthly Action-Magazin von Futabasha. Die Reihe gilt mit vier Bänden als abgeschlossen. Für Mangaka Mari Matsuzawa ist es das erste größere Projekt, welches es nach Deutschland schafft, nachdem sie in der Made in Abyss Anthologie bereits eine Kurzgeschichte beigesteuert hatte.

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Story & Zeichnungen: Mari Matsuzawa | Originaltitel: Fukuneko | Übersetzung: Luise Steggewentz | Genre: Slice-of-Life | Demografische Zielgruppe: Seinen | Verlag: Carlsen Manga | Preis: 7,50€ | mehr Informationen auf der Verlagsseite

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Wie war’s?

Fukuneko ist auf den ersten Blick genau das, was das Cover verspricht: ein ausgesprochen niedlicher Manga, der stark auf ein jüngeres Publikum abzielt und besonders Katzenfans ansprechen dürfte. Der Zeichenstil von Mari Matsuzawa setzt konsequent auf runde Formen, große Augen und weiche Linien, wodurch eine sehr sanfte, fast schon kuschelige Atmosphäre entsteht.

Inhaltlich beginnt die Geschichte überraschend ernst. Die Geschwister Nanohana leben seit Jahren ohne ihre Eltern, die spurlos verschwunden sind, und versuchen, sich so gut es geht selbst zu organisieren. Nach dem Tod der Großmutter ziehen sie von Tokio in eine kleinere Provinzstadt, was vor allem für die junge Ako einen tiefen Einschnitt bedeutet. Sie leidet unter dem Verlust ihres gewohnten Umfelds, fühlt sich isoliert und fremd. In dieser emotional angespannten Situation tritt Fuku in ihr Leben, ein sogenannter Fukuneko, ein Glückskater aus dem japanischen Volksglauben, der sich bestimmten Menschen in menschlicher Gestalt zeigt und ihnen Trost sowie Freude bringen soll.
Gerade diese Verbindung von Alltagsmelancholie und spirituellem Folkloreelement gehört zu den gelungenen Aspekten des Mangas. Fuku ist nicht einfach nur ein süßes Maskottchen, sondern erfüllt eine klare narrative Funktion. Sie hilft Ako dabei, langsam wieder Vertrauen zu fassen, sich zu öffnen und neue soziale Kontakte zu knüpfen. Themen wie Trauer, Verlust, Einsamkeit und Neubeginn werden dabei behutsam angeschnitten, ohne jemals zu schwer oder bedrückend zu werden. Das macht Fukuneko besonders zugänglich für Leseanfänger, die sich vielleicht zum ersten Mal mit solchen Themen auseinandersetzen.

Allerdings liegt hier auch eine der Schwächen des Mangas. Die emotionale Tiefe bleibt oft an der Oberfläche. Konflikte werden zwar eingeführt, aber meist sehr schnell wieder entschärft. Die positiven Wendungen kommen häufig beinahe automatisch, als würden sich Probleme allein durch Fukus Anwesenheit in Wohlgefallen auflösen. Wer sich eine intensivere Auseinandersetzung mit Akos Situation oder mit dem Verschwinden der Eltern erhofft, wird enttäuscht sein. Der Manga entscheidet sich klar für Trost statt für Konfrontation.

Nicht zuletzt bleibt Fukuneko insgesamt sehr formelhaft. Die Struktur der einzelnen Kapitel folgt meist demselben Muster, und echte Überraschungen sind rar. Auch wenn der Manga charmant ist, fehlt ihm stellenweise die erzählerische Kraft, um nachhaltig im Gedächtnis zu bleiben.

Generell muss ich nach Band eins sagen, dass ich das angegebene Lesealter von zehn Jahren von Carlsen doch etwas hoch gegriffen finde, insbesondere wenn man es mit Altersempfehlungen von anderen Titeln im Katalog vergleicht. Natürlich gibt es Themen wie Trauer, da diese aber nicht sehr tief behandelt werden und grundsätzlich leicht verpackt werden, kann ich den Manga meinerseits auch bereits ab acht Jahren empfehlen. Vorraussetzung ist natürlich, dass Eltern selbst hineinlesen und sich ein Urteil verschafften, ob diese Themen geeignet sind für den aktuellen emotinalen Enwicklungsstand des Kindes.

Herausgegeben wird die Reihe von Carlsen Manga im handelsüblichen Taschenbuch-Format des Verlags. Farbseiten gibt es nicht, dafür aber Klappbroschur sowie kleine in der Umschlagsinnenseite aufgedruckte Comics.

Fazit

Unterm Strich ist Fukuneko ein liebevoll gestalteter Manga, der genau weiß, was er sein möchte. Er eignet sich hervorragend als Einstieg in die Manga-Welt für Kinder oder jüngere Jugendliche und kann auch erwachsenen Leserinnen und Lesern gefallen, die gezielt nach etwas Sanftem und Unaufgeregtem suchen. Wer jedoch komplexe Charakterentwicklungen oder eine tiefgreifende Handlung erwartet, wird hier eher nur bedingt fündig.

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Bei diesem Manga handelt es sich um ein Rezensionsexemplar, welches mir freundlicherweise von Carlsen zur Verfügung gestellt worden ist. Vielen Dank dafür!

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