Witch Hat Atelier Kitchen (Band 1)

Witch Hat Atelier Kitchen (Band 1)

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17. August 2026 · Englische Manga
Witch Hat Atelier Kitchen (Band 1)

Kochen statt Zaubern: In Witch Hat Atelier Kitchen geht es um ein gemütliches Spin-off, das die großen Konflikte der Hauptreihe gegen gemeinsames Essen, kleine Sorgen und ruhige Momente mit Qifrey und Olruggio eintauscht.

Manga-Daten

Originaltitel
Tongari Bōshi no Kitchin
Mangaka
Hiromi Sato, (Nach Idee von: Kamome Shirahama)
Verlag
Kodansha
Veröffentlichung
31.10.2023
ISBN
9781646518432
Sprache / Ausgabe
Englisch
Übersetzung
Stephen Kohler
Genre
Fantasy, Gourmet, Slice of Life
Demografie
Seinen
Preis
9,74 €

Hinweis: Englischsprachige Manga unterliegen keiner Preisbindung. Der angegebene Preis kann entsprechend abweichen.

Passt der Manga zu dir?

Für dich, wenn …

  • … du Witch Hat Atelier liebst und einfach noch etwas mehr Zeit mit den Figuren verbringen möchtest.
  • … du gemütliche Koch- und Slice-of-Life-Manga für zwischendurch magst.
  • … du Qifrey und Olruggio gerne von ihrer fürsorglichen Alltagsseite erleben möchtest.
  • … du Geschichten über gemeinsames Essen, Freundschaft und kleine Gesten schätzt.
  • … du kurze, abgeschlossene Kapitel ohne größere Konflikte entspannend findest.

Eher nicht für dich, wenn …

  • … du Spannung, größere Konflikte oder eine fortlaufende Entwicklung erwartest.
  • … du dir wichtige neue Informationen über die Welt von Witch Hat Atelier erhoffst.
  • … dir ruhige Alltagsepisoden schnell zu belanglos werden.
  • … du möglichst viele neue Figuren, Orte und Esskulturen kennenlernen möchtest.

Stimmung

gemütlich · warmherzig · ruhig · fürsorglich

Themen

Essen · Freundschaft · Gemeinschaft · Fürsorge · Alltag

Qifrey und Olruggio beschäftigen sich in Witch Hat Atelier Kitchen häufiger mit einem vernünftigen Essen für ihre Schülerinnen als mit den großen Problemen der Hexenwelt. Damit ist das Konzept des Spin-offs bereits ziemlich gut beschrieben. Dieser Manga möchte keine Lücken in der Hauptreihe schließen, keine großen Geheimnisse enthüllen und die bekannte Geschichte auch nicht in eine neue Richtung lenken. Hier wird gekocht. Mehr sollte man vom ersten Band zunächst wirklich nicht erwarten.

Der Manga erscheint in Japan unter dem Titel Tongari Bōshi no Kitchin und läuft seit November 2019 bei Kodansha in Morning Two. Hiromi Sato zeichnet das Spin-off, während Witch Hat Atelier-Schöpferin Kamome Shirahama für die Vorlage und die Designs verantwortlich ist. Bisher sind fünf Bände erschienen. Kodansha USA veröffentlicht die englische Ausgabe seit Oktober 2023.

Worum geht es?

Wenn im Atelier etwas Ruhe eingekehrt ist, stehen vor allem Qifrey und Olruggio in der Küche. Jedes der kurzen Kapitel dreht sich um ein bestimmtes Gericht und einen kleinen Anlass. Für die Mädchen soll ein Picknick vorbereitet werden, eine Schülerin will partout kein Gemüse essen oder jemand braucht nach einem anstrengenden Tag etwas, das wieder ein wenig Kraft gibt. Auch eine Erkältung kann schon genügen, damit überlegt, geschnippelt und schließlich serviert wird.

Die Geschichten sind in sich abgeschlossen und folgen einem einfachen Ablauf. Ein Problem taucht auf, Qifrey oder Olruggio überlegen sich eine passende Mahlzeit, beim Kochen hilft gelegentlich etwas Magie und zum Schluss wird gemeinsam gegessen. Eine fortlaufende Handlung gibt es in diesem Band nicht. Die Figuren und ihr Alltag sind wichtiger als irgendwelche Überraschungen.

Meine Meinung

Für mich funktioniert Witch Hat Atelier Kitchen am besten als kleine Zugabe zur Hauptreihe. Man darf Qifrey, Olruggio, Coco und die anderen bei einem Teil ihres Lebens begleiten, für den in der eigentlichen Geschichte selten viel Platz bleibt. Das ist nicht notwendig, aber durchaus nett.

Den größten Anteil daran haben Qifrey und Olruggio. Qifrey macht sich viele Gedanken darüber, was den Mädchen schmecken könnte und welches Essen gerade zu ihrer Stimmung oder ihrem körperlichen Zustand passt. Bei ihm gehört die Fürsorge ganz selbstverständlich zum Kochen dazu. Olruggio ist direkter und geht viele Dinge pragmatischer an. Er überlegt nicht lange herum, sondern schaut, was vorhanden ist und was sich daraus machen lässt. Ihre unterschiedlichen Arten kennt man schon aus Witch Hat Atelier, in der Küche kommen sie aber noch einmal besonders gut zur Geltung.

Dabei versucht der Manga zum Glück nicht, aus jeder Mahlzeit eine große emotionale Angelegenheit zu machen. Jemand ist erschöpft, bekommt etwas Warmes zu essen und fühlt sich danach besser. Fertig. Mir haben gerade diese einfachen Situationen gefallen, weil sie zeigen, wie selbstverständlich die Erwachsenen Verantwortung für die vier Schülerinnen übernehmen. Sie reden nicht ständig darüber, wie wichtig ihnen Coco und die anderen sind. Sie kümmern sich einfach.

Auch die Reaktionen der Mädchen tragen viel zum Charme der Kapitel bei. Coco kann sich ehrlich über ein gelungenes Gericht freuen, während Agott nicht automatisch von allem begeistert ist und Tetia ihre übliche Energie mit an den Tisch bringt. Diese Unterschiede sorgen immerhin dafür, dass das gemeinsame Essen nicht jedes Mal genau gleich wirkt. Oft reicht schon ein Blick oder eine knappe Antwort, um die bekannte Gruppendynamik wiederzuerkennen. Wer die Figuren aus der Hauptreihe mag, dürfte an solchen Kleinigkeiten vermutlich den meisten Spaß haben.

Die Verbindung aus Magie und Kochen passt außerdem erstaunlich gut. In dieser Welt besteht Zauberei nicht bloß daraus, im richtigen Moment einen Spruch aufzusagen. Sie braucht Wissen, Übung, eine saubere Ausführung und manchmal eine schnelle Lösung, wenn etwas anders läuft als geplant. Beim Kochen sieht es hier ähnlich aus. Zutaten werden ausgesucht, einzelne Arbeitsschritte müssen sitzen und wenn etwas fehlt oder nicht funktioniert, wird improvisiert. Die Magie wirkt deshalb nicht wie ein Gag, den man nachträglich über einen gewöhnlichen Kochmanga gelegt hat. Sie gehört ganz natürlich zu den Möglichkeiten, die Qifrey und Olruggio in ihrer Küche haben.

Das Atelier bekommt durch diese Alltagsszenen eine Seite, die in der Hauptreihe leicht in den Hintergrund rückt. Dort wird gelernt und gezaubert, während die Geschichte inzwischen deutlich schwerer geworden ist. Im Spin-off fühlt sich derselbe Ort für ein paar Seiten wie ein recht gemütliches Zuhause an. Die Figuren kochen, essen, lachen und achten aufeinander. Nach einem dramatischen Abschnitt der Hauptreihe kann so ein ruhiger Abstecher durchaus guttun.

Allerdings trägt dieses Konzept nicht jedes Kapitel gleich gut. Der Ablauf bleibt meistens sehr geradlinig, größere Konflikte fehlen und nach dem Essen ist das jeweilige Problem gewöhnlich erledigt. Ich habe den Band gerne gelesen, doch manche Geschichten waren kurz darauf schon wieder aus meinem Kopf verschwunden. Es gibt keine Entwicklung, die über mehrere Kapitel hinweg Spannung erzeugt, und auch innerhalb der einzelnen Episoden passiert selten etwas, das wirklich überrascht. Bei einem gemütlichen Koch-Spin-off ist das kein schwerer Fehler. Man sollte nur vorher wissen, dass der Manga kaum etwas anderes sein möchte.

Ein wenig mehr Abwechslung hätte ich trotzdem gerne gesehen. Band 1 konzentriert sich stark auf Qifrey, Olruggio und die vier Schülerinnen, obwohl diese Welt noch so viele andere Figuren und Orte zu bieten hat. Die vertraute Gruppe funktioniert, keine Frage, aber hin und wieder hätte ich das Atelier gerne verlassen. Schon ein Besuch bei einer anderen Figur hätte den recht ähnlichen Abläufen etwas mehr Bewegung geben können.

Vor allem die verschiedenen Esskulturen der Hexenwelt wären für mich interessant gewesen. Welche Zutaten sind in anderen Regionen üblich? Was kocht man an Orten mit einem völlig anderen Klima? Und welche Möglichkeiten entstehen erst durch die Magie? Der erste Band deutet das große Potenzial seiner Idee an, nutzt davon aber nur einen kleinen Teil. Vielleicht greifen spätere Bände solche Fragen noch auf. Hier bleibt das Spin-off jedenfalls überschaubarer, als es sein müsste. Gemütlich darf es gerne sein, ein paar unerwartete Zutaten hätten trotzdem nicht geschadet.

Rezepte und Zeichnungen

Zu den fertigen Gerichten gibt es am Ende der Kapitel passende Rezepte. Da einige Zutaten nur in der Welt von Witch Hat Atelier existieren, nennt der Manga jeweils Alternativen, die wir tatsächlich kaufen können. Dadurch bleiben die Seiten nicht bloß ein netter Scherz, sondern lassen sich zumindest grundsätzlich auch in der eigenen Küche verwenden.

Sehr ausführlich sind die Anleitungen allerdings nicht. Wer häufiger kocht und ungefähr weiß, was bei den einzelnen Schritten zu tun ist, kann die Rezepte gut als Anregung nehmen. Anfänger könnten sich bei Mengen, Abläufen oder der genauen Zubereitung etwas mehr Hilfe wünschen. Als Extra zu den Geschichten gefallen mir die Rezeptseiten dennoch, zumal sie das Konzept jedes Kapitels sauber abschließen.

Hiromi Sato orientiert sich beim Zeichenstil deutlich an Kamome Shirahamas Hauptreihe. Die Figuren sehen vertraut aus, die Küche besitzt eine angenehm warme Atmosphäre und die fertigen Gerichte wirken appetitlich. Ganz an Shirahamas enorme Detailfülle kommt das Spin-off für mich nicht heran, was bei diesem kleineren Alltagsmanga aber auch nicht zwingend nötig ist. Optisch passt der Band gut genug zu Witch Hat Atelier, dass sich die Figuren und ihre Umgebung sofort richtig anfühlen.

Fazit

Witch Hat Atelier Kitchen ist kein Spin-off, das Fans unbedingt brauchen. Wer eine Erweiterung der Handlung oder neues Wissen über die Hexenwelt erwartet, bekommt in Band 1 zu wenig geboten. Wer dagegen gerne noch etwas Zeit mit Qifrey, Olruggio und den Schülerinnen verbringen möchte, findet hier eine sympathische Ergänzung für zwischendurch.

Mir haben die kleinen Momente der Fürsorge am besten gefallen. Der Manga bleibt ruhig, überschaubar und manchmal auch etwas belanglos, doch die vertrauten Figuren und die passende Mischung aus Kochen und Magie gleichen einiges davon aus. Mit mehr Abwechslung könnte aus der Idee noch deutlich mehr werden. Als gemütliche Rückkehr ins Atelier funktioniert der erste Band aber schon jetzt.

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Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit Walt’s Comic Shop entstanden. Meine Meinung bleibt davon natürlich unbeeinflusst.

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