Drawing From Your Memory (Band 2)

15. August 2026

Arashi bringt frischen Wind in die Zeitschleife und verhindert, dass sich die Geschichte bereits im zweiten Band wiederholt. Nicht jede Entwicklung wirkt vollkommen natürlich, doch die neuen Fragen rund um Yukishimas Schicksal, die veränderten Zeitlinien und das Zeichnen von Manga haben mich diesmal sogar noch etwas stärker gepackt.

Drawing From Your Memory (Band 2)

Manga-Daten

Story & Art
Shiki Kawabata
Verlag
Kodansha
Veröffentlichung
14.07.2026
Seitenzahl
192 Seiten
ISBN
9798888776902
Genre
Drama
Demografie
Shojo
Sprache
Englisch
Übersetzung
Sawa Matsueda Savage
Preis
14,50 €

Hinweis: Englischsprachige Manga unterliegen keiner Preisbindung. Der angegebene Preis kann entsprechend abweichen.

Passt der Manga zu dir?

Passt zu dir, wenn …

  • … du Geschichten über Zeitschleifen und veränderte Zukunftsszenarien magst
  • … du Manga über das Zeichnen, kreative Zweifel und Konkurrenzgefühle suchst
  • … du gerne gemeinsam mit den Figuren nach kleinen Veränderungen und Hinweisen Ausschau hältst
  • … du charakterorientierte Geschichten bevorzugst, die sich Zeit für persönliche Hintergründe nehmen

Eher nichts für dich, wenn …

  • … du bereits klare Antworten über die Funktionsweise der Zeitreisen erwartest
  • … du Yukishima durchgehend im Mittelpunkt sehen möchtest
  • … dich etwas bequem platzierte Enthüllungen schnell stören
  • … du dir nach dem dramatischen Auftakt ein deutlich höheres Erzähltempo gewünscht hast

Worum geht’s?

Mahoro Haruta ist erneut in ihrer Schulzeit gelandet. Auch ihr zweiter Versuch, Yukishimas Tod zu verhindern, ist gescheitert. Schlimmer noch: Dieses Mal ist er sogar früher gestorben. Haruta beginnt deshalb zu begreifen, dass sie offenbar in einer Zeitschleife feststeckt und jede ihrer Entscheidungen die Zukunft auf unvorhersehbare Weise verändern kann.

Allein kommt sie allerdings nicht weiter. Sie vertraut sich Arashi an, der in der Zukunft ihr Redakteur werden soll und selbst einige Dinge aus seiner Vergangenheit gerne ungeschehen machen würde. Gemeinsam suchen die beiden nach dem Auslöser der Zeitsprünge und nach einer Möglichkeit, Yukishima zu retten. Dann taucht mit Maruo Gorilla eine weitere Person auf, deren Manga sich von Zeitlinie zu Zeitlinie verändert.

Was mochte ich?

Nach dem Ende des ersten Bandes hatte ich ein wenig Sorge, dass Haruta nun einfach immer wieder dieselben Ereignisse durchleben würde. Glücklicherweise geht Shiki Kawabata einen anderen Weg. Arashi wird stärker in die Geschichte eingebunden und bringt eine neue Dynamik hinein. Er ist neugierig, recht sympathisch und nimmt der ansonsten doch ziemlich tragischen Situation manches Mal ein wenig von ihrer Schwere.

Besonders gut hat mir das Zusammenspiel zwischen ihm und Haruta gefallen. Sie beobachten gemeinsam, was sich zwischen den einzelnen Zeitlinien verändert hat, stellen Vermutungen an und versuchen, Harutas eher chaotische Erinnerungen irgendwie zu ordnen. Haruta geht mit ihrem Geheimnis zwar nicht besonders vorsichtig um, aber genau daraus entstehen einige recht unterhaltsame Momente.

Daneben beschäftigt sich der Band stärker mit dem Zeichnen von Manga. Harutas schwieriges Verhältnis zum eigenen Talent wird verständlicher, während Yukishima wiederum beginnt, an seinen Fähigkeiten zu zweifeln. Er möchte besser werden, vergleicht sich mit Haruta und reagiert nicht immer besonders gelassen auf das, was er für ihr Talent hält. Diese Mischung aus Ehrgeiz, Neid und Unsicherheit fand ich durchaus spannend. Das Zeichnen ist für die Figuren eben nicht nur ein schönes Hobby. Es hängt mit Erwartungen, Schuldgefühlen und der Frage zusammen, wem eine Geschichte eigentlich gehört.

Auch Arashi erhält einen nachvollziehbaren Grund dafür, warum er die Vergangenheit verändern möchte. Dadurch bleibt er nicht einfach der praktische Helfer, der zufällig zur richtigen Zeit auftaucht. Er bringt seine eigenen Verluste und Wünsche mit. Das macht das neue Team in meinen Augen um einiges interessanter.

Was weniger?

Das ruhigere Tempo hat grundsätzlich gut zur Geschichte gepasst, trotzdem hatte ich gelegentlich den Eindruck, dass der eigentliche Konflikt um Yukishima ein wenig in den Hintergrund rückt. Nach dem emotionalen Ende des ersten Bandes hätte ich erwartet, dass sein Schicksal noch stärker im Mittelpunkt steht. Stattdessen verbringt der Manga viel Zeit mit Arashi, Harutas Familie und verschiedenen Überlegungen zur Zeitschleife.

Nicht jede Enthüllung wirkt außerdem vollkommen natürlich vorbereitet. Vor allem Maruo Gorilla taucht ziemlich plötzlich auf und wird direkt zu einem wichtigen Puzzlestück. Das ist spannend, fühlt sich aber auch ein wenig so an, als hätte die Geschichte gerade eine weitere geheimnisvolle Figur gebraucht.

Antworten gibt es ohnehin kaum. Warum Haruta immer wieder zurückkehrt, ob sich die Zeitsprünge kontrollieren lassen und weshalb manche Ereignisse so stark voneinander abweichen, bleibt weiterhin offen. Mich hat das nicht gestört, denn die Suche nach diesen Zusammenhängen macht einen großen Teil des Reizes aus. Ein kleines bisschen mehr Orientierung wäre trotzdem schön gewesen.

Mini-Fazit

Der zweite Band von Drawing From Your Memory nimmt etwas Tempo heraus, erweitert die Geschichte dafür aber sinnvoll. Arashi gefällt mir als neuer Verbündeter sehr gut, und auch der stärkere Blick auf kreativen Ehrgeiz, Selbstzweifel und die Entstehung von Manga hat bei mir funktioniert. Vor allem die letzten Seiten machen natürlich wieder Lust auf mehr. Ich bin gespannt, welche Verbindung tatsächlich zwischen den Figuren besteht und ob Haruta irgendwann einen Weg findet, diese ziemlich eigensinnige Zeitschleife zu durchbrechen.

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