Passt der Manga zu dir?
Für dich, wenn …
- … Du magst klassische Highschool-Romance mit einem eher kratzbürstigen männlichen Hauptcharakter.
- … Du hast Spaß an Geschichten, in denen sich zwei sehr unterschiedliche Figuren langsam näherkommen.
- … Du möchtest eine Heldin, die zwar unsicher ist, aber selbst versucht, ihre Situation zu verändern.
- … Ein geheimes Teilzeitjob-Setting samt Ritterkostüm klingt für dich nach einer amüsanten Idee.
- … Du suchst eine leichte, unkomplizierte Reihe für zwischendurch.
Eher nicht für dich, wenn …
- … Du hast genug von bekannten Shojo-Missverständnissen und vorhersehbaren Wendungen.
- … Ein unfreundlicher Pretty Boy als Love Interest schreckt dich eher ab.
- … Du erwartest bereits im ersten Band besonders ausgearbeitete Nebenfiguren.
- … Du suchst eine Romance, die mit den üblichen Genreformeln gründlich aufräumt.
Mugi möchte unbedingt einen Freund. Wen, weiß sie allerdings nicht. Einen Jungen, in den sie verliebt ist, gibt es zu Beginn nämlich gar nicht. Für sie gehört eine Beziehung einfach zu dem glücklichen Oberschulleben, das alle anderen scheinbar längst führen. Das ist ziemlich oberflächlich, aber auch erstaunlich ehrlich. Vor allem merkt Mugi selbst recht schnell, dass hinter ihrem Wunsch noch etwas anderes steckt. Dieser kleine Gedanke gibt der ansonsten sehr vertrauten Shojo-Romanze etwas mehr Persönlichkeit.
Pink & Habanero stammt von Mika Satonaka und lief in Japan im Magazin Margaret von Shueisha. Die Reihe wurde im November 2025 mit dem 14. Band abgeschlossen. Die englische Ausgabe erscheint seit September 2024 bei Yen Press.
Worum geht’s?
Mugi beginnt ihre Zeit an der Oberschule ohne ihre beste Freundin Lili. Während Lili scheinbar keine Schwierigkeiten damit hat, mit Jungen zu reden und deren Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, kennt Mugi in ihrer neuen Klasse niemanden. Sie möchte Anschluss finden, bei gemeinsamen Unternehmungen dabei sein und möglichst bald einen Freund haben. Schließlich scheint das bei allen anderen auch zu funktionieren.
Dann trifft sie Kei Kurose. Er sieht gut aus, ist bei den Mädchen beliebt und behandelt seine Verehrerinnen so abweisend, dass Mugi ihn sofort unsympathisch findet. Kei sagt ziemlich direkt, was er denkt, und macht sich nur selten Gedanken darüber, wie seine Worte bei anderen ankommen. Ausgerechnet dieser Kerl soll der männliche Hauptcharakter sein. Nun gut.
Kurz darauf entdeckt Mugi zufällig, dass Kei einen Nebenjob hat, von dem die Schule nichts erfahren darf. Er arbeitet in einem Café, trägt dort ein Ritterkostüm und bedient die weiblichen Gäste ausgesprochen freundlich. Von seiner üblichen schlechten Laune ist während der Arbeit kaum etwas zu sehen.
Mugi verspricht, niemandem von dem Café zu erzählen. Kei glaubt ihr grundsätzlich, möchte aber trotzdem sichergehen, dass sie sein Geheimnis tatsächlich bewahrt. Deshalb behält er sie im Auge, wodurch die beiden zwangsläufig mehr Zeit miteinander verbringen. Mugi lernt dabei eine andere Seite von ihm kennen. Gleichzeitig bemerkt Kei, dass sie sich mit ihren Mitschülerinnen und Mitschülern deutlich schwerer tut, als sie nach außen zeigen möchte.
Wie war’s?
Wohin sich die Beziehung zwischen Mugi und Kei entwickeln wird, dürfte niemanden überraschen. Sie können sich zunächst nicht leiden, werden durch ein Geheimnis aneinandergebunden und erkennen langsam, dass ihr erster Eindruck vom anderen nicht ganz richtig war. Dazu kommen ein Kennenlernabend, der für Mugi unangenehm endet, ein Mitschüler mit fragwürdigen Absichten, eine vermeintliche Freundin und später sogar eine anonyme Drohung. Pink & Habanero bedient sich ausgiebig bei bekannten Highschool-Romanzen.
Das wäre für mich kein großes Problem, wenn der Manga seine Karten nicht so früh offenlegen würde. Sobald ein Junge Mugi nach dem Unterricht allein sprechen möchte, lässt sich sein eigentliches Anliegen bereits erahnen. Auch bei Keis angeblicher Freundin ist recht schnell klar, dass die Situation vermutlich anders aussieht, als Mugi zunächst glaubt. Solche Missverständnisse gehören zum Genre, hier fehlt ihnen aber ein wenig die Überraschung. Die Geschichte liest sich angenehm, hat mich in der ersten Hälfte jedoch kaum neugierig gemacht.
Viel besser funktioniert der Band bei den Figuren. Kei ist zwar schroff, aber nicht einfach nur grundlos gemein. Auf mich wirkt er meistens wie jemand, der von seiner Umgebung dauerhaft genervt ist und spricht, bevor er seine Worte noch einmal überprüfen kann. Seine schlechte Laune verschwindet auch nicht plötzlich, sobald Mugi eine nettere Seite von ihm entdeckt. Das finde ich wichtig, denn dadurch fühlt er sich nicht wie zwei vollkommen verschiedene Charaktere an.
Wenn Kei erkennt, dass Mugi Hilfe braucht, unterstützt er sie sogar. Er stellt sich dabei nicht mit einer großen Ansprache als Retter vor sie und löst auch nicht alle Probleme für sie. Stattdessen greift er eher im Hintergrund ein und gibt ihr die Gelegenheit, selbst weiterzumachen. Diese kleinen Handlungen haben mir wesentlich besser gefallen als seine üblichen Pretty-Boy-Posen.
Mugi benötigt zunächst etwas länger, um bei mir zu punkten. Ihre Einführung ist hektisch und ihr dringender Wunsch nach einem Freund wirkt erst einmal ziemlich beliebig. Sie möchte eine Beziehung, weil sie glaubt, dadurch endlich mit allen anderen mithalten zu können. Liebe spielt bei diesem Plan kaum eine Rolle.
Der Manga lässt sie diese Vorstellung erfreulich früh hinterfragen. Vielleicht beneidet Mugi weniger die verliebten Mädchen als deren scheinbare Sicherheit. Sie haben jemanden, gehören irgendwo dazu und wirken, als hätten sie ihr Schulleben im Griff. Mugi möchte dieses Gefühl ebenfalls haben. Das hat mir gut gefallen.
Vor allem bleibt sie nicht einfach sitzen und wartet darauf, dass Kei ihr Freunde beschafft. Mugi spricht ihre Mitschülerinnen an, nimmt an gemeinsamen Unternehmungen teil und versucht nach unangenehmen Erlebnissen erneut, auf andere zuzugehen. Sie stellt sich dabei nicht immer besonders geschickt an. Aber sie wird aktiv. Für eine Figur, die zu Beginn so unsicher und etwas kopflos wirkt, ist das ein guter Anfang.
Ganz angekommen ist Mugi für mich trotzdem noch nicht. Der erste Band erzählt viel darüber, was sie sich von ihrem neuen Schulleben erhofft. Was sie darüber hinaus interessiert oder als Person ausmacht, bleibt weitgehend offen. Auch Lili erfüllt bisher hauptsächlich die Aufgabe, Mugi vor Augen zu führen, wie leicht anderen Mädchen der Umgang mit Jungen fällt. Für eine beste Freundin bleibt sie überraschend blass.
Mehr Spaß hatte ich mit Keis Freunden. Sie mischen sich ungefragt ein, machen dumme Bemerkungen und benehmen sich tatsächlich wie eine kleine Gruppe alberner Teenager. Dadurch bekommt Keis kühle Art einen angenehmen Gegenpol. Seine jüngere Schwester ist ebenfalls nur kurz zu sehen, bringt aber sofort Bewegung in die Szenen. Beide Seitenfiguren dürfen gern häufiger auftauchen.
Meine liebste Passage bleibt Mugis Besuch in dem Café. Das Ritterkostüm liefert natürlich einen ordentlichen Teil des Witzes, wichtiger ist aber Mugis Reaktion auf Kei. Sie beobachtet, wie höflich und aufmerksam er mit den Gästen umgeht, und muss zum ersten Mal einräumen, dass ihr bisheriges Bild von ihm nicht vollständig sein kann. Kei erklärt sich nicht. Mugi sieht einfach selbst, dass er auch anders sein kann.
Solche ruhigeren Momente stehen der Reihe ohnehin besser als die laute Comedy. Mugi verzieht ständig das Gesicht, gerät von einer peinlichen Situation in die nächste und wird dabei gelegentlich anstrengender, als sie sein müsste. Die überzeichneten Grimassen sollen vermutlich zeigen, wie überfordert sie ist. Bei mir haben sie manche Szene eher ausgebremst.
Der Zeichenstil selbst gefällt mir dagegen gut. Mika Satonaka zeichnet lebendige Panels mit vielen kleinen Details und wechselt flüssig zwischen Schulalltag, romantischen Nahaufnahmen und Comedy. Kei erfüllt mit seinem kühlen Blick, der Brille und seiner allgemein unnahbaren Ausstrahlung sehr zuverlässig die Anforderungen an einen Shōjo-Pretty-Boy. Im Café wirkt sein Gesicht etwas freundlicher, ohne dass er plötzlich wie ein anderer Mensch aussieht.
Bei Mugi greift Satonaka für meinen Geschmack zu häufig zu extremen Gesichtsausdrücken. In den ruhigeren Bildern kommt ihre Unsicherheit viel besser zur Geltung. Dort funktioniert auch die vorsichtige Annäherung der beiden am schönsten.
Zum Ende gewinnt die Geschichte noch einmal deutlich an Tempo. Mugi erhält eine anonyme Drohung und soll sich von Kei fernhalten. Falls sie sich weigert, wird sein geheimer Nebenjob an der Schule bekannt gemacht. Anstatt nur in Panik zu geraten oder Kei sämtliche Entscheidungen zu überlassen, versucht sie selbst herauszufinden, wer hinter der Nachricht steckt.
Der Band bricht mitten in diesem Konflikt ab. Das ist ein sehr klassischer Cliffhanger, aber er erfüllt seinen Zweck. Besonders Mugis entschlossenere Seite macht diesen letzten Abschnitt interessant. Davon möchte ich im zweiten Band gern mehr sehen.
Fazit
Pink & Habanero beginnt als recht vorhersehbare Highschool-Romanze und kann seine bekannten Zutaten noch nicht immer spannend zusammensetzen. Besonders die laute Slapstick-Komik hat meinen Geschmack nicht getroffen, und Mugi braucht abseits ihres Wunsches nach Freunden und einer Beziehung noch etwas mehr Persönlichkeit.
Abschreiben möchte ich die Reihe nach diesem Auftakt trotzdem nicht. Die kleineren Begegnungen zwischen Mugi und Kei haben Charme, und beide dürfen bereits ein Stück über ihre anfänglichen Rollen hinauswachsen. Wer Last Game, ruppige Pretty-Boys und klassische Gegensätze-ziehen-sich-an-Romanzen mag, kann durchaus einen Blick riskieren.
Ich werde weiterlesen. Die Geschichte steht noch etwas wackelig auf ihren bekannten Grundlagen, doch Mugi, Kei und der Cliffhanger haben genug Interesse geweckt, um Band 2 eine Chance zu geben.
Transparenzhinweis
Dieser Beitrag ist als Werbung gekennzeichnet.
Kooperation mit Walt’s Comic Shop
Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit Walt’s Comic Shop entstanden. Meine Meinung bleibt davon natürlich unbeeinflusst.
Walt’s Comic Shop zählt zu den größten Online-Shops für US-Comics in Europa und hat seinen Sitz in Berlin. Dort findet ihr eine große Auswahl an englischsprachigen Comics, Manga und Graphic Novels.
Mit dem Code LOSTINMANGA könnt ihr bei eurer ersten Bestellung ab 30 Euro versandkostenfrei shoppen. Der Code gilt für Deutschland und den gesamten EU-Raum. Ab 79 Euro ist der Versand nach Deutschland ohnehin kostenlos.
Zu Walt’s Comic Shop
Austausch
Jetzt interessiert mich deine Meinung!
Wie siehst du das? Schreib mir deine Gedanken gerne unten in die Kommentare.