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Hinweis: Das Huion Note X10 wurde mir für diese Review kostenlos zur Verfügung gestellt. Dies hat keinen Einfluss auf meine persönliche Einschätzung. Der Beitrag spiegelt meine eigene Meinung und meine Erfahrungen mit dem Produkt wider.
Digitale Notizbücher gibt es inzwischen einige. Manche setzen auf E-Ink-Displays, andere wollen das klassische Notizbuch komplett ersetzen. Das Huion Note X10 geht einen etwas anderen Weg. Es versucht nicht, Papier zu imitieren, sondern nutzt echtes Papier und legt die digitale Ebene darunter.
Und genau das war für mich der Punkt, der das Gerät interessant gemacht hat. Denn so praktisch Tablets, Apps und digitale Notizsysteme auch sind: Manchmal ist es einfach angenehmer, einen Stift in der Hand zu haben und auf richtigem Papier zu schreiben. Gerade wenn es darum geht, Gedanken zu sortieren, Ideen festzuhalten, Skizzen zu machen oder schnell etwas aufzuschreiben, fühlt sich Papier für mich immer noch natürlicher an.
Ich nutze tatsächlich viele Notizbücher. Sei es zum Lernen, um Gedanken zu Rezensionen festzuhalten oder um unterwegs Ideen aufzuschreiben. Eigentlich habe ich inzwischen fast immer ein kleines Notizbuch in der Tasche. Der Nachteil daran ist aber offensichtlich: Irgendwann liegen viele Gedanken, Skizzen und Notizen nur noch analog herum.
Doch funktioniert dieser Mittelweg wirklich? Ist das Huion Note X10 ein sinnvolles Werkzeug für Alltag, Studium, Beruf und kreative Projekte? Oder ist es am Ende doch nur ein schönes Gadget mit ein paar Kompromissen? Ich habe das Note X10 für ein paar Wochen getestet, um herauszufinden, für wen sich das Produkt überhaupt eignet.
Was ist das Huion Note X10?
Kurzgesagt: Das Huion Note X10 ist ein digitales 2-in-1-Notizbuch. Man schreibt oder zeichnet ganz normal mit einem Stift auf Papier, während das Gerät die Bewegungen digital erfasst. Die Notizen und Skizzen können anschließend über die Huion Note App synchronisiert, gespeichert und exportiert werden.
Das Besondere daran ist, dass man nicht auf einer Glasoberfläche oder einem Display schreibt. Man nutzt tatsächlich echtes Papier. Dadurch fühlt sich das Schreiben deutlich näher an einem klassischen Notizbuch an als bei vielen anderen digitalen Lösungen.
Das Huion Note X10 kommt im A5-Format, steckt in einer braunen Hülle und wirkt auf den ersten Blick eher wie ein normales Notizbuch als wie ein technisches Gerät. Im Inneren befindet sich die digitale Schreibfläche, die erkennt, wo und wie der Stift über das Papier geführt wird.
Mit dabei sind unter anderem das Huion Note selbst, ein A5-Notizbuch, der Huion Scribo Pen, mehrere Kugelschreiber-Minen, Kunststoffspitzen für die Nutzung als Stylus, ein USB-C-Kabel und ein Panel, mit dem man das Gerät auch als Zeichentablett verwenden kann.
Das Paket ist damit grundsätzlich gut ausgestattet. Man kann direkt loslegen und muss nicht erst zusätzliches Zubehör kaufen. Ein weiteres Notizheft im Lieferumfang hätte ich mir trotzdem gewünscht, weil es den Einstieg noch etwas runder gemacht hätte.

Zwischen klassischem Notizbuch und digitalem Archiv
Das Prinzip ist nicht vollkommen neu. Schon früher gab es Stifte oder kleine Geräte, die handschriftliche Notizen digital erfassen konnten. Ich selbst hatte im Studium ein Gerät, das meine Schrift aufnehmen konnte. Am Ende war das aber nur bedingt zu nutzen. Gerade klassische Hörsäle erwiesen sich als Endgegner, weil das Gerät oft verrutschte und auf den kleinen Tischen nicht wirklich unterzubringen war.
Beim Huion Note X10 ist der Ansatz deutlich eleganter. Man hat ein schlankes Notizbuch, schreibt ganz normal darauf und kann die Ergebnisse später digital sichern. Das ist vor allem dann praktisch, wenn man handschriftliche Notizen mag, aber trotzdem nicht möchte, dass sie irgendwann in einem Stapel alter Hefte verschwinden.
Was mir dabei gefällt: Das Huion Note X10 zwingt einen nicht, die eigene Arbeitsweise komplett umzustellen. Man muss nicht plötzlich alles auf einem Tablet machen, wenn man eigentlich lieber auf Papier schreibt. Stattdessen ergänzt das Gerät den klassischen Workflow um eine digitale Sicherung.
Was habe ich getestet?
In meinem Test habe ich das Note X10 über knapp drei Wochen in meinen Alltag integriert und vor allem zum Brainstorming von Artikeln genutzt. Außerdem habe ich kleine Grafiken für mein überarbeitetes Blogdesign damit gezeichnet. Gerade für digitale Skizzen eignet sich das Notizbuch aus meiner Sicht gut.
Weniger intensiv getestet habe ich die Funktion als Grafiktablet. Zwar kann das Huion Note auch dafür genutzt werden, allerdings arbeite ich grundsätzlich eher selten mit einem Grafiktablet. Der Anschluss und der kurze Funktionstest liefen jedoch ohne Probleme.
Für mich stand daher vor allem eine Frage im Vordergrund: Wie gut funktioniert das Huion Note X10 als digitales Notizbuch für Menschen, die eigentlich gerne analog arbeiten?
Was ist gut?
Der größte Pluspunkt ist für mich ganz klar das Schreibgefühl. Da man wirklich auf Papier schreibt, fühlt sich das Huion Note X10 nicht wie ein Ersatzprodukt an. Das klingt banal, ist aber ein wichtiger Punkt. Viele digitale Notizlösungen scheitern für mich nicht daran, dass sie technisch schlecht wären, sondern daran, dass sie sich im Alltag nicht so selbstverständlich anfühlen wie ein normales Notizbuch.
Auch die Portabilität ist ein Vorteil. Das A5-Format ist angenehm handlich, passt gut in eine Tasche und nimmt auf dem Schreibtisch nicht viel Platz weg. Man kann es zu Meetings, in die Uni, ins Café oder auf Reisen mitnehmen, ohne das Gefühl zu haben, ein weiteres schweres Gerät mitzuschleppen.
Gut gefällt mir außerdem, dass man nicht zwingend das mitgelieferte Huion-Papier nutzen muss. Solange das Papier beziehungsweise Notizbuch dünn genug ist und korrekt über der Arbeitsfläche liegt, kann man auch anderes Papier verwenden. Das macht das Gerät flexibler und nimmt ein bisschen die Sorge, dauerhaft an spezielle Nachfüllprodukte gebunden zu sein.
Praktisch ist auch der Offline-Modus. Man kann Notizen oder Skizzen erstellen, ohne dauerhaft mit einem Smartphone oder Tablet verbunden zu sein. Später lassen sich die Seiten synchronisieren. Gerade unterwegs ist mir das wichtig, weil man nicht jedes Mal erst App, Bluetooth und Verbindung vorbereiten möchte, bevor man einen Gedanken festhält.
Wenn man das Note X10 direkt mit der App verbindet, werden die Striche in Echtzeit übertragen. In der App lassen sich zudem Farben und Linienarten auswählen. Auch Fotos und Grafiken können anschließend in Seiten eingefügt werden. Das ist vor allem für diejenigen interessant, die ein digitales Journal führen oder ihre Notizen etwas stärker gestalten möchten.
Auch die Exportmöglichkeiten sind sinnvoll. Notizen lassen sich als PDF sichern, was für Archivierung, Weitergabe oder Organisation im Alltag sehr praktisch ist. Zusätzlich kann man ein komplettes Notizbuch als PDF speichern. Das ist eine schöne Funktion, wenn man wirklich ein digitales Archiv seiner Notizhefte oder Journals haben möchte.
Was ist nicht so gut?
So spannend das Konzept ist und so viel Spaß ich mit dem Huion Note X10 hatte, ganz ohne Schwächen kommt das Gerät nicht aus.
Der größte Kritikpunkt ist für mich die fehlende automatische Handschriftenerkennung. Es gibt keine OCR-Funktion, die handschriftliche Notizen zuverlässig in getippten Text verwandelt. Wer seine Notizen ohnehin als Bild oder PDF archivieren möchte, wird damit leben können. Für mich schränkt dieser Punkt den langfristigen Nutzen aber etwas ein.
Gerade bei digitalen Notizbüchern erwarte ich inzwischen, dass ich Mitschriften später durchsuchen oder einfacher in Text umwandeln kann. Natürlich kann man exportierte Dateien über eine andere OCR-App weiterverarbeiten. Es wäre aber schön gewesen, wenn man auf diesen Extraschritt hätte verzichten können.
Auch das fehlende Display ist Fluch und Segen zugleich. Einerseits ist genau das der Grund, warum das Huion Note X10 so papiernah funktioniert. Andererseits sieht man auf dem Gerät selbst nicht, was digital passiert. Man schreibt auf Papier und muss der Technik vertrauen. Wer die digitale Version kontrollieren möchte, muss auf Smartphone, Tablet oder Computer schauen. Das kann gerade zu Beginn etwas ablenken.
Ein weiterer Punkt ist die genaue Platzierung des Papiers. Weil nicht das Papier selbst, sondern die darunterliegende Fläche die Stiftbewegungen erkennt, sollte das Blatt nicht verrutschen. Für einfache Notizen ist das meistens kein großes Drama. Bei Zeichnungen oder aufwendigeren Skizzen kann es aber störender sein, wenn Linien digital nicht mehr genau dort landen, wo man sie erwartet. Insbesondere wenn man zu einem späteren Zeitpunkt wieder einsteigt.

Für wen ist das Huion Note X10 geeignet?
Das Huion Note X10 eignet sich vor allem für Menschen, die zwar Papier lieben, aber ihre Notizen trotzdem digital sichern möchten.
Wenn du gerne handschriftlich arbeitest, To-do-Listen schreibst, Ideen sammelst, Meetings mitschreibst oder Mindmaps erstellst, kann das Gerät eine schöne Ergänzung sein. Es fühlt sich vertraut an, ist leicht mitzunehmen und nimmt dem klassischen Notizbuch ein Stück weit den Nachteil, dass die Inhalte irgendwann nur noch analog herumliegen.
Auch für Kreative ist das Huion Note X10 spannend. Wer Skizzen, Charakterideen, Layouts oder Kompositionsentwürfe gerne auf Papier beginnt und später digital weiterarbeitet, bekommt hier einen angenehmen Workflow. Man kann Ideen unterwegs sammeln und später am Computer oder Tablet weiterentwickeln.
Für Studierende kann das Gerät ebenfalls interessant sein. Hier sollte man allerdings die fehlende OCR-Funktion im Hinterkopf behalten. Wer Mitschriften später intensiv durchsuchen oder als Text weiterverwenden möchte, muss zusätzliche Arbeitsschritte einplanen.
Weniger geeignet ist das Huion Note X10 für Menschen, die ein komplett digitales Notizsystem suchen. Wer seine Handschrift automatisch in Text umwandeln, direkt auf einem Bildschirm lesen oder Notizen umfangreich auf dem Gerät selbst organisieren möchte, sollte eher zu einem Tablet oder E-Ink-Notizgerät greifen.
Auch wer beim Zeichnen maximale Präzision erwartet, wird vermutlich mit einem klassischen Grafiktablet oder Display-Tablet besser fahren. Das Huion Note X10 ist eher für Skizzen, Ideen und Entwürfe gedacht, nicht unbedingt für die finale digitale Illustration. Je nach Stil und Arbeitsweise ist aber auch das nicht vollkommen ausgeschlossen.
Und der Preis?
Über den Preis haben wir noch gar nicht geredet. Das Huion Note X10 kommt zu einem aus meiner Sicht sehr guten Preis. Die UVP liegt bei 124 Euro, meistens kostet das Gerät in den Shops aber unter 100 Euro.
Damit ist es deutlich günstiger als viele E-Ink-Notizgeräte oder Tablets, die ebenfalls handschriftliche Notizen ermöglichen. Natürlich bekommt man dafür auch nicht denselben Funktionsumfang. Aber genau das ist aus meiner Sicht der entscheidende Punkt: Das Huion Note X10 will kein vollwertiges Tablet sein, sondern ein analoges Notizbuch mit digitaler Sicherung.
Für diesen Ansatz finde ich den Preis fair. Mit den mitgelieferten Minen kommt man ebenfalls eine Zeit lang aus. Einzig ein weiteres Notizheft hätte ich mir im ersten Bundle gewünscht, weil es den Lieferumfang noch etwas runder gemacht hätte.
Mein Fazit
Das Huion Note X10 ist besonders dann spannend, wenn man nicht zwischen Papier und Digital entscheiden möchte.
Für mich liegt die Stärke des Huion Note X10 nicht darin, das beste digitale Notizgerät auf dem Markt zu sein. Dafür fehlen Funktionen wie OCR, ein Display oder umfangreiche Bearbeitungsmöglichkeiten direkt auf dem Gerät. Seine Stärke liegt eher darin, dass es einen sehr natürlichen Einstieg in digitales Notieren ermöglicht, ohne dass man das Papier aufgeben muss.
Positiv finde ich auch, dass man nicht darauf angewiesen ist, direkt bei Huion neue Notizbücher zu kaufen. So hat man die Möglichkeit, unterschiedliche Hefte oder Designs für verschiedene Arbeitsbereiche zu nutzen und seine Journals sowohl analog als auch digital zu organisieren.
Wer ein einfaches, tragbares und angenehmes Werkzeug sucht, um Notizen und Skizzen analog zu erstellen und digital zu sichern, sollte sich das Huion Note X10 definitiv anschauen. Wer dagegen ein vollwertiges digitales Arbeitsgerät erwartet, muss die Grenzen des Konzepts kennen.
Kurzcheck: Huion Note X10
Produktart: Digitales 2-in-1-Notizbuch mit echtem Papier
Format: A5
Nutzung: Notizen, Skizzen, Brainstorming, digitales Archiv
Verbindung: App-Synchronisation per Bluetooth, Nutzung auch offline möglich
Export: Unter anderem als PDF
Zusatzfunktion: Kann auch als einfaches Pen-Tablet genutzt werden
Größter Pluspunkt: Natürliches Schreibgefühl auf echtem Papier
Größter Kritikpunkt: Keine automatische Handschriftenerkennung/OCR
Preis: UVP 124 Euro, häufig unter 100 Euro erhältlich
Geeignet für: Menschen, die analog schreiben, aber digital sichern möchten
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