Hotel Inhumans (Band 2)

6. September 2026

In Hotel Inhumans öffnet ein außergewöhnliches Hotel seine Türen für Auftragsmörder, Unterweltfiguren und Menschen ohne sicheren Zufluchtsort.

Hotel Inhumans (Band 2)

Manga-Daten

Story & Art
Ao Tajima
Verlag
Carlsen Manga
Veröffentlichung
26.05.2026
Seitenzahl
176 Seiten
ISBN
9783551808264
Genre
Mystery, Slice of Life
Sprache
Deutsch
Übersetzung
Martin Bachernegg
Preis
10,00 €

Kurzfazit

Hotel Inhumans sieht weiterhin gut aus und besitzt durchaus emotionale Momente. Band zwei verlässt sich jedoch zu sehr auf das bekannte Muster aus tragischen Killern und letzten Wünschen, während Sara, Ikuro und das Hotel selbst kaum mehr Tiefe erhalten.

Passt der Manga zu dir?

Passt zu dir, wenn …

  • … dir der episodische Aufbau des ersten Bandes gefallen hat
  • … du tragische Geschichten über Auftragsmörder magst
  • … dich letzte Wünsche und bittersüße Abschiede berühren
  • … dir emotionale Einzelschicksale wichtiger als eine fortlaufende Handlung sind

Eher nichts für dich, wenn …

  • … du endlich mehr über Sara und Ikuro erfahren möchtest
  • … du eine glaubwürdige oder bedrohliche Unterwelt erwartest
  • … dir die sympathische Darstellung der Killer zu einseitig ist

Worum geht’s?

Die todkranke Auftragsmörderin Ringo Ardell checkt im Hotel Inhumans ein. Bevor sie stirbt, möchte sie noch einmal die Misosuppe ihres früheren Meisters essen, deren geheime Zutat Äpfel waren. Während Ikuro versucht, das Rezept nachzukochen, muss Sara mehrere Killer davon abhalten, in das Hotel einzudringen.

Danach steht das Auftragsmörderinnen-Duo Danica und Chetana im Mittelpunkt. Die beiden kennen sich seit ihrer Kindheit und sind gemeinsam durch eine ziemlich brutale Welt gegangen. Als Chetana entführt wird, soll Danica einen Auftrag übernehmen, den ihre Freundin zuvor abgelehnt hatte.

Was mochte ich?

Der Wunsch nach einer vertrauten Misosuppe hat mir grundsätzlich gut gefallen. Er ist klein, persönlich und eng mit Ringos Kindheit verbunden. Für einen kurzen Moment funktioniert jene Mischung aus Gewalt und unerwarteter Wärme wieder, die bereits den ersten Band interessant gemacht hat.

Auch die Beziehung zwischen Danica und Chetana besitzt durchaus emotionale Ansätze. Dass zwei Frauen, die sich ursprünglich als Gegnerinnen begegneten, schließlich füreinander zum wichtigsten Menschen werden, hätte eine spannende Geschichte ergeben können.

Zeichnerisch sieht Hotel Inhumans weiterhin gut aus. Der Manga wirkt stilvoll, die Figuren haben markante Designs und manche Szenen besitzen eine recht dichte Atmosphäre. Rein optisch kann man dem Band wenig vorwerfen.

Was weniger?

Leider verlässt sich Band zwei beinahe vollständig auf dasselbe Erzählmuster wie sein Vorgänger. Ein neuer Killer taucht auf, erhält eine tragische Vergangenheit und entpuppt sich als eigentlich guter Mensch, der lediglich auf die falsche Bahn geraten ist. Beim ersten Mal konnte mich das noch berühren. Inzwischen wirkt es mir jedoch zu einfach.

Die Verbrechen der Figuren bleiben meistens Dekoration, während der Manga recht deutlich um unser Mitgefühl bittet. Nur fällt mir das zunehmend schwer. Die Unterwelt wirkt weder glaubwürdig noch sonderlich gefährlich, und auch die Kämpfe erzeugen kaum Spannung. Für richtige Action passiert zu wenig oder anders gesagt: Man weiß eigentlich, sobald Sara auftaucht, ist sie Siegerin des Kampfes.

Am meisten stört mich allerdings, dass Sara und Ikuro erneut bloß die Wünsche ihrer Gäste erfüllen. Gerade sie wären für mich der interessanteste Teil der Reihe. Wie sind sie in diesem Hotel gelandet? Wie stehen sie zu ihren Gästen und deren Taten? Welche Regeln besitzt dieser Ort überhaupt? Auch der zweite Band geht auf solche Fragen kaum ein.

Damit fehlt mir inzwischen etwas, woran ich mich zwischen den einzelnen Fällen festhalten kann. Die Gäste kommen, erzählen ihre traurige Geschichte und verschwinden wieder.

Mini-Fazit

Hotel Inhumans ist für mich ein wenig wie ein wunderschön angerichtetes Gericht, das am Ende weder besonders gut schmeckt noch satt macht. Der Manga sieht gut aus und besitzt durchaus Atmosphäre, doch hinter der schicken Oberfläche fehlt mir inzwischen die Substanz. Wer die melancholischen Einzelschicksale des ersten Bandes mochte, dürfte auch mit dieser Fortsetzung seinen Spaß haben. Ich hatte mir allerdings mehr Entwicklung erhofft und werde die Reihe vermutlich an dieser Stelle beenden.

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