Kageki Shojo!! The Curtain Rises

Mit Kageki Shojo!! The Curtain Rises möchte ich euch heute einen Titel vorstellen, den ich kürzlich in der US-Veröffentlichung gelesen habe. Wieso sich die Reihe vielleicht auch für dich lohnt, erfährst du in der Rezension.

Es ist kein Geheimnis, dass ich immer mal wieder gerne auf dem US-Markt wildere. Vor einigen Monaten bin ich dort auf Kageki Shojo!! The Curtain Rises Aufmerksam geworden. Die Reihe hatte mich vor allem durch das Cover angesprochen, die Kurzbeschreibung klang aber ebenfalls spannend. Wegen des Preises habe ich aber bis vor kurzem gezögert.

Geschrieben und gezeichnet ist Kageki Shojo!! The Curtain Rises von Kumiko Saiki. Der Manga erschien von 2012 bis 2014 im Seinen-Magazin Jump x von Verlagsriese Shueisha. Nachdem das Magazin 2014 aufgelöst wurde, zog die Reihe ins Melody-Magazin des Verlags Hakusensha um. Dort wurde 2019 dann ein Re-Release des Prequels in zwei Bänden veröffentlicht. Die Lizenz für den US-Markt hat Seven Seas, welche den ersten Teil der Reihe in einem Omnibus-Band veröffentlicht. Die Fortsetzung wird im Sommer 2021 begonnen.

Im Laufe des Jahrs 2021 wird der Titel zudem eine Anime-Adaption erhalten.

Die Mangaka Kumiko Saiki blickt bereits auf eine lange Karriere zurück. Ihr Debüt feierte sie 1995 im Bouquet-Magazin von Shueisha. Seitdem hat sie bereits einige Reihen herausgebracht, wenn auch es bisher noch keiner ihrer Titel auf den deutschen Markt geschafft hat.


Text/Zeichnungen: Kumiko Saiki | Originaltitel: Kageki Shoujo!! Season Zero | Verlag: Seven Seas | Zielgruppe: Seinen/Shojo | Genre: Drama | Preis: ~ 17,00€ | Weitere Informationen

Bitte beachtet, dass US-Bücher anders als deutsche Bücher keine Preisbindung haben. Der hier angegebene Preis kann je nach Shop variieren.


Inhalt

Sarasa Watanabe hat schon immer davon geträumt, eine Otokoyaku zu sein, eine Schauspielerin, die in einer rein weiblichen Theatertruppe männliche Rollen spielt. Auch Ai Narata hat einen Traum: Das in Ungnade gefallene ehemalige Idol möchte in einer Welt voller Frauen leben und sich nicht mehr mit Männern herumschlagen müssen. Beide schaffen es durch die Aufnahmeprüfung einer renommierten Theaterschule, auf der weitere Herausforderungen auf sie warten werden.

Wie war’s?

Kageki Shojo!! The Curtain Rises ist ein Schuldrama, welches sich auf eine Gruppe von jungen, talentierten Mädchen konzentriert. Sie alle jagen dem Traum nach, Teil einer bekannten, japanischen Theatergruppe zu werden. Gleichzeitig aber kämpfen sie mit Selbstwertproblemen, vergangenen Traumata und dem Druck, die hohen Erwartungen zu erfüllen. Die Theatergruppe, die in dem Manga angesprochen wird, gibt es in Japan tatsächlich, wenn hier der Name auch verändert wurde. Japan-Kenner*innen dürften die Übereinstimmungen aber nicht entgehen. Das Besondere an der Gruppe ist, dass alle Rollen von Frauen gespielt werden. Die Künstlerinnen erhalten zuvor eine zweijährige Ausbildung an einer renommierten Schule.

Es gibt viele heitere und humorvolle Momente in dem Manga, dennoch muss an dieser Stelle darauf hingewiesen werden, dass man sich nicht von dem Cover täuschen lassen sollte. Die Serie behandelt auch ernste Themen, die für einige Leser*innen verstörend sein könnten. So unter anderem Essstörung und sexuelle Übergriffe.

Die Kouka-Schule ist wettbewerbsorientiert und auch nach ihrem Abschluss werden die Mädchen immer in einem Konkurrenzkampf, um die besten Rollen in den Theaterproduktionen, stehen. Dieser Druck ist von Beginn spürbar und es treffen viele Charaktere aufeinander, für die es nur darum geht, abzuliefern. Erst nach und nach wird aus den distanzierten Klassenkameradinnen eine engere Gemeinschaft. Die beiden Hauptcharaktere Watanabe und Narata stechen auf ihre Weise hervor. Während Narata durch eine frühere, wenn auch kurze Karriere als Idol vielen bekannt ist, eckt Watanabe durch ihre Unbeschwertheit an. Sie sticht bei der Aufnahmeprüfung nicht unbedingt durch ihr Können hervor und auch im Unterricht selbst, zeigt sich, dass sie in vielen Bereichen aufzuholen hat. Durch ihre positive Art aber, bleibt sie immer an der Stange und lässt sich nicht unterkriegen. Eine Tatsache, die vielen anderen missfällt. Auch Narata hat zunächst große Probleme mit Watanabe, doch aus anfänglichem Missbilligen, entwickelt sich ein Interesse und schließlich eine enge Freundschaft.

Die beiden Hauptfiguren sind von der Mangaka gut durchdacht und ihren jeweiligen Hintergrundgeschichten wird genügend Aufmerksamkeit geschenkt, wodurch die Leser*innen ihnen mit Sympathie begegnen können. Von den Nebencharakteren sticht besonders die schüchterne Yamada hervor, die in dem Band ebenfalls viel Aufmerksamkeit der Mangaka erhält. Die übrigen Figuren wirken im Vergleich noch etwas blass und einige stechen mehr hervor als andere. Auch bei einigen Lehrern lassen sich tiefere Hintergrundgeschichten erahnen, die zumindest in diesem Band aber noch nicht aufgegriffen werden.

Die schwierigen Thematiken, die die Mangaka aufgreift, behandelt sie mit gutem Fingerspitzengefühl. Wenn auch das Thema der Essstörung bei einer der Figuren leider zu kurz abgehandelt und in der Auflösung zu hektisch wird. Auch wird das Handeln der Lehrer an dieser Stelle nicht kritisch genug gezeigt. Die Lehrerin deutet in einer Versammlung an, dass sie glaubt, dass eine der Schülerinnen unter Bulimie leidet und als sie sogar gesteht, diese Schülerin dick genannt zu haben, gibt es keinerlei Kritik an ihrem Vorgehen und Argumenten. Eventuell ist diese Tatsache aber auch mit der Auflösung des Magazins zu erklären und wird in der Fortsetzung noch einmal aufgenommen.

Auch wenn der erste Teil der Reihe in einem Seinen-Magazin erschien, ist dem Zeichenstil von Kumiko Saiki anzusehen, dass sie im Shojo-Bereich zuhause ist, wenn ihr Stil auch Eigenheiten besitzt. Sie bringt ihre Charaktere mit klaren Linien zum Leben und auch die charakteristischen großen Augen und ausdrucksstarken Gesichter sind zu finden. Auch die Verzierungen der Panels lassen ihre Shojo-Wurzeln nicht verleugnen. Ihre Panelsortierung orientiert sich ebenfalls am Shojo-Bereich, sind aber sehr flüssig und der Geschichte lässt sich ohne große Mühe folgen. Die einzelnen Panels sind perfekt gesetzt und ihre Erfahrung im Storytelling ist merkbar.

Seven Seas bringt den Titel in einem kleinen Format, welches in etwa die Größe von Carlsens Normalformat hat. Das Coverdesign ist einfach gehalten, der Titel-Font ist durch einen Reliefdruck hervorgehoben. Farbseiten aus dem Magazin wurden leider nicht übernommen, wodurch der Band insgesamt doch vergleichsweise teuer ist, wenn man ihn mit ähnlichen Produkten auf dem US- oder deutschen Markt vergleicht.

Fazit

Sevens Seas kündigte seinen Titel selbstbewusst mit den Worten “The critically acclaimed shoujo manga about the drama of all-women musical theater!” an. Kageki Shojo!! erfüllt aus meiner Sicht die hohen Erwartungen, die man dadurch bekommt. Der Titel sticht durch ernste Thematiken hervor, überzeugt durch eine gute Charakterdynamik und lässt sich durch die flüssige Panelanordnung sehr gut lesen.

Für mich gab es Kleinigkeiten in einer Storyline zu bemängeln, ansonsten konnte mich der Titel wirklich bezaubern und ich werde auf jeden Fall auch bei der Fortsetzung dranbleiben. Wenn ich auch ehrlich sage, ich hoffe, dass spätestens mit der Anime-Ankündigung ein Verlag den Titel auf Deutsch ankündigt. Durch den doch hoch angesetzten Preis bei Seven Seas im kleinen Format würde es ansonsten ein teures Vergnügen werden.

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