Ich habe mein Leben für 10.000 Yen pro Jahr verkauft findet mit der Veröffentlichung von Band drei im Februar 2021 sein Ende auf dem deutschen Markt. Nachdem ich die Reihe mit einer gewissen Skepsis begonnen hatte, konnte mich der erste Band begeistern und ich habe auch den zweiten Band mit Freude gelesen.

Der Manga basiert auf einen Roman von Miaki Sugaru, der ebenfalls von Egmont Manga veröffentlicht wurde. Für die Zeichnungen bei der Manga-Umsetzung ist Shouichi Taguchi verantwortlich. In Japan erschien der Titel von 2016 bis 2017 in der Shounen Jump +. Für beide Künstler ist die Reihe das Debüt auf dem deutschen Markt. Die Manga-Version ist in drei Bänden abgeschlossen, die Novel-Version besteht aus einem Band.

In der Rezension versuche ich, auf große Spoiler zu verzichten, bedenkt aber bitte, dass ich manchmal auch wichtige Teile der Handlung erzählen muss, um meine Meinung verständlich zu reflektieren. Wollt ihr sicher gehen, nicht gespoilert zu werden, interessiert euch aber für die Reihe, schaut in meine Rezension zu Band eins rein.

Text: Sugaru Miaki | Zeichnungen: Shouichi Taguchi | Originaltitel: Jumyou wo Kaitotte Moratta. Ichinen ni Tsuki, Ichimanen de. | Verlag: Egmont Manga | Kategorie: Shonen | Genre: Drama, Slice of Life | Preis: 7,00€ | In drei Bänden abgeschlossen| Weitere Informationen


INHALT

Einsam, Dauerpleite, ohne wirkliche Zukunft – Kusunoki hat genug von seinem Leben. Als er einmal mehr Bücher und CD’s verkaufen muss, um irgendwie über die Runden zu kommen, hört er von einer Firma, die die Lebenszeit ihrer Kunden aufkauft. Nachdem er erst skeptisch ist, lässt er schließlich doch sein Leben bewerten und verkauft sein gesamtes restliches Leben – bis auf drei Monate. Für seine letzten Wochen wird ihm Miyagi als Beobachterin an die Seite gestellt, die ihn begleiten soll.

Wie war’s?

Nachdem Kusunoki im vorherigen Band alle Aufgaben von seiner Liste erledigt und die Personen aus seiner Vergangenheit getroffen hat, die er als wichtig betrachtet, hat sich der Manga der Beziehung zwischen Kusunoki und Miyagi zugewandt. Genau um diese geht es auch im dritten Band.

Kusunoki möchte seine verbliebene Zeit mit ihr verbringen und sie glücklich machen. Er macht mit ihr zahlreiche Ausflüge und lässt sich auch nicht davon verunsichern, dass die Leute um ihn herum sie nicht sehen können. Er wird dadurch von seinem Umfeld als Spinner abgestempelt, gleichzeitig hat das aber auch den Effekt, dass die Leute um ihn herum, auf ihn zugehen. Um ihn bildet sich eine Gruppe von Bekannten, wenn auch niemand die Nähe und Geborgenheit ersetzt, die Miyagi in ihm auslöst. Mit der Zeit erkennen die Menschen immer mehr, dass er ein netter Kerl ist, obwohl er seltsam ist.
Eine Tatsache, die die Mangaka dazu nutzt, zu zeigen, dass wenn man sich selbst so akzeptiert, wie man ist, sich der Blick auf die Welt zum Positiven verändert.

Kusunoki hat seit dem ersten Band der Reihe eine große Veränderung durchgemacht. Er rennt nicht mehr der Anerkennung von anderen Menschen hinterher. Er verändert sich, um Miyagis Leben ein wenig glücklicher zu machen. Und erfüllt damit einen ihrer großen Wünsche, dass jemand anderes ihre Existenz anerkennt, ihr ein bisschen Freundlichkeit und Liebe schenkt. Durch die Nähe zueinander wird die Beziehung der Beiden immer enger und auch die zuvor nur angedeuteten, romantischen Gefühle werden immer deutlicher.

Gleichzeitig wird im dritten Band ein großes Geheimnis gelüftet, welches Miyagi hütet. Ein Geheimnis, welches Kusunkois Entscheidung, sein Leben zu verkaufen, vielleicht verändert hätte. Als er davon erfährt aber, ist er der Meinung, dass er dennoch seine Lebenszeit zu Geld gemacht hätte.

Man nähert sich als Leser*in mit großen Schritten die Klimax der Reihe. Wie der Manga genau ausgeht, darüber soll an dieser Stelle aufgrund von doch großen Spoilern nicht gesprochen werden. Es ist ein Ende, welches zum einen Überraschungen bereithält und als bittersüßes Ende bezeichnet werden könnte. Auch zeigt sich durch das Ende einmal mehr, wie sehr sich Kusunoki über die letzten drei Bände als Person verändert hat und wie viel er sich plötzlich nach Geborgenheit sehnt, wo es einen Menschen gibt, der ihm wirklich wichtig ist.

Autorin Sugaru Miaki hat über die Erzählung die Handlung gut aufgebaut und blieb ihrer Grundfrage nach dem Wert eines Lebens immer treu. Sie bleibt philosophisch, nachdenklich, mit einem melancholischen Unterton. Ihr gelingt es die Charaktere gut aufzubauen und ihre Veränderungen über die Zeit aufzuzeigen und deutlich zu machen, welchen Einfluss bestimmte Ereignisse auf den Charakter haben könnten. Es geht aber auch um den Wert eines anderen Lebens: Kusunoki trifft im finalen Band eine weitreichende Entscheidung, um dafür zu sorgen, dass Miyagi glücklich leben kann, auch wenn er nicht mehr da ist.

Shouichi Taguchi liefert auch im letzten Band wieder einen einfachen, zum Teil skizzenhafteren Stil, der dafür sorgt, dass nichts von dem Erzählerischen ablenkt. Die meisten Panels kommen komplett ohne Hintergründe aus, oder aber, sie sind sehr einfach gezeichnet. Es gibt aber auch Szenen, die mit detaillierten Hintergrundzeichnungen beeindrucken können.

Fazit

Ich habe mein Leben für 10.000 Yen pro Jahr verkauft findet mit Band drei ein rundes Ende, das dazu anregt, einen neuen Blick auf das eigene Leben zu werfen. Zu empfehlen ist der Manga vor allem denjenigen, die ruhige, melancholische Geschichten mögen und die sich nicht daran stören, dass es nicht zum ultimativen Happy End kommt.

Mir hat die kurze Reihe mit drei Bänden gefallen, auch wenn ich das Endkapitel nicht hundertprozentig gelungen fand. Nicht im Hinblick auf das Ergebnis, sondern eher in einer Nebenkomponente. In der Summe aber hat mich der Manga zum Nachdenken angeregt und ich freue mich bereits darauf, den neuen Titel von der Autorin lesen zu können.

Weitere rezensierte Bände der Serie

Band 1 | Band 2


Vielen Dank an Egmont Manga für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

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