Herzlich willkommen auf meinem Mangablog. Hier findet ihr Rezensionen zu deutschen und englischen Manga sowie Beiträge über Themen und Aspekte, die mich an dem Medium interessieren. Ab und an schaue ich auch über den Tellerrand hinaus und schnuppere in Comic-Kunst abseits Japans hinein.

Love on the Horizon (Band 1) - Review

Love on the Horizon (Band 1)

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“Love on the Horizon” ist der erste kommerzielle Boys-Love-Titel von Machi Yamashita und erscheint in zwei Bänden. In Japan erschien die Reihe unter dem Originaltitel “Ashita Ai Kamoshirenai” im Boys-Love-Mangazin Gateau von Juli 2021 bis zum Feburar 2024. Die Veröffentlichung umfasst zwei Bände. Auf dem US-Markt wurde der Manga durch Kodansha auf den Markt gebracht.

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Story & Zeichnungen: Machi Yamashita | Originaltitel: Ashita Ai Kamoshirenai | Übersetzung: Leo McDonagh | Genre: Boys Love, Slice of Life | Verlag: Kodansha| Aktueller Preis bei Walt’s: 10,49€ (Stand: 13.01.2026) | Der Manga bei Walt’s Comic Shop

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Wie war’?s

Erzählt wird eine klassische Campusromanze zwischen zwei Studenten, deren Wohnungen auf der gleichen Etage liegen. Es ist eine Geschichte, die weniger von großen Wendepunkten lebt als von Blicken, Momenten der Stille und dem vorsichtigen Annähern zweier Menschen, die sich selbst erst verstehen müssen. Nagi Kitagawa, ein schüchterner Kunststudent vom Land, ist hoffnungslos in seinen Senpai Yuu Yamasaki verliebt, der nicht nur beliebt und attraktiv ist, sondern nach Clubabenden auch regelmäßig betrunken nach Hause gebracht werden muss. Da die beiden Nachbarn sind, fällt diese Aufgabe immer wieder Nagi zu. Aus dieser Nähe entsteht eine leise, zarte Liebesgeschichte, die sich bewusst auf Alltäglichkeit, kleine Gesten und unausgesprochene Gefühle konzentriert.

Ein zentrales Element des Mangas ist die Atmosphäre. “Love on the Horizon” strahlt eine große Sanftheit aus. Konflikte eskalieren nie unnötig, Missverständnisse werden nicht künstlich in die Länge gezogen, und selbst in Momenten der Unsicherheit bleibt der Ton respektvoll. Die Beziehung entwickelt sich langsam, aber ehrlich. Beide Figuren nehmen sich Zeit füreinander, hören zu und warten, bis der andere bereit ist. Das vermittelt ein Gefühl von emotionaler Sicherheit, das im Genre keineswegs selbstverständlich ist.

Besonders gelungen sind die kleinen Alltagsmomente, in denen sich Nähe fast beiläufig entfaltet. Gemeinsames Sitzen im Wohnzimmer, Einkäufe, Gespräche ohne große Dramatik, stille Beobachtungen. Yamashita versteht es, diese Szenen ruhig und unaufgeregt zu inszenieren, sodass sie authentisch wirken. Auch das Universitätsumfeld fühlt sich glaubwürdig an. Kleidung, Einrichtung und Nebenfiguren vermitteln den Eindruck realer Studierender, nicht bloß typischer Manga-Archetypen. Gerade diese Bodenständigkeit verleiht der Geschichte ihren Charme.

Trotz all dieser Stärken bleibt “Love on the Horizon” jedoch bewusst schlicht. Die Handlung verzichtet weitgehend auf größere Spannungsbögen oder überraschende Entwicklungen. Charaktere und Themen werden eher angedeutet als vertieft. Das kann man durchaus als Schwäche empfinden, insbesondere wenn man sich mehr psychologische Tiefe oder stärkere narrative Akzente wünscht. Einige interessante Ansätze, etwa der Musikclub oder das soziale Umfeld der beiden, bleiben im Hintergrund und werden nicht weiter ausgeschöpft.

Ein Punkt, der stellenweise irritieren kann, ist der wiederkehrende Einsatz von Alkohol als Auslöser für Nähe. Die Nähe zwischen Nagi und Yuu entsteht mehrfach dadurch, dass Yuu betrunken ist und sich am nächsten Tag nicht erinnert. Zwar wird dies nicht in einer explizit problematischen Weise inszeniert, dennoch bleibt ein ungutes Gefühl zurück, zumal dieser Aspekt später kaum reflektiert oder weitergeführt wird. Erzählerisch wirkt dieses Element überflüssig, da es keine nachhaltige Bedeutung für die Beziehung hat und eher wie ein unbeholfener Aufhänger für Intimität erscheint.

Zeichnerisch ist der Manga weich und angenehm, passt gut zur ruhigen Tonalität der Geschichte, ist aber vorwiegend in den Gefilden unterwegs, die man von modernen Boyslove-Geschichten kennt.

Von Kodansha wird die Reihe im Großformat veröffentlicht. Farbseiten gibt es im Auftaktband keine. Der zweite Band beinhaltet hingegen Zusatzgeschichten, die in Japan in einem Zusatzband veröffentlicht wurden, weshalb der Band besonders umfangreich daherkommt.

Fazit

Am Ende hinterlässt “Love on the Horizon” vor allem ein warmes Gefühl. Als Debüt zeigt Machi Yamashita viel Gespür für Atmosphäre, zwischenmenschliche Nähe und stille Emotionen. Auch wenn der Manga erzählerisch noch Luft nach oben hat, ist er ein sehr gelungener Einstieg und macht neugierig auf zukünftige Werke der Autorin.

“Love on the Horizon” empfehle ich besonders denjenigen, die ruhige, wholesome BL-Geschichten schätzen und weniger an Drama als an Wärme, Geduld und zarter Romantik interessiert sind.

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Der Manga wurde mir freundlicherweise von Walt’s Comic Shop zur Verfügung gestellt. Die Kooperation hat wie immer keinerlei Einfluss auf meine Meinung zu dem Titel. Walt’s Comic Shop gehört zu den größten Online-Shops für US-Comics in Europa und ist in Berlin ansässig. Der Shop bietet eine breite Palette von Comics, Manga und Graphic Novels in englischer Sprache an.

Viele Titel sind direkt bestellbar. Seid ihr auf der Suche nach bestimmten Titeln, könnt ihr auch direkt per E-Mail an das Team wenden.

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