Passt der Manga zu dir?
Passt zu dir, wenn …
- … du Magical-Girl-Geschichten mit viel Action magst.
- … du eine optimistische Hauptfigur gern dabei beobachtest, wie sie für ihre Überzeugungen kämpft.
- … du Freundschaften zwischen eigentlich verfeindeten Seiten spannend findest.
- … du starke Designs und emotionale Zeichnungen magst.
- … du Konflikte zwischen unterschiedlichen Vorstellungen von richtig und falsch interessant findest.
Eher nichts für dich, wenn …
- … du Magical-Girl-Geschichten mit viel Action magst.
- … du eine optimistische Hauptfigur gern dabei beobachtest, wie sie für ihre Überzeugungen kämpft.
- … du Freundschaften zwischen eigentlich verfeindeten Seiten spannend findest.
- … du starke Designs und emotionale Zeichnungen magst.
- … du Konflikte zwischen unterschiedlichen Vorstellungen von richtig und falsch interessant findest.
Worum geht’s?
Tanpopo Ohanami ist inzwischen ein Magical Girl, obwohl ausgerechnet ihr engster Freund Shade zu den Fiends gehört, die Magical Girls eigentlich bekämpfen sollen. Shade hat sie seit ihrer Kindheit beschützt und tötet sogar andere Fiends, wenn sie Tanpopo bedrohen. Begeistert war er von ihrer neuen Aufgabe zunächst trotzdem nicht. Da Tanpopo sich nun einmal nicht davon abbringen lässt, unterstützt er sie inzwischen auf seine eigene, meist etwas spöttische Art.
Der zweite Band setzt unmittelbar beim Kampf gegen Alice in der Spiegelwelt an. Tanpopo muss nicht nur Alice besiegen, sondern auch einen Weg finden, möglichst alle Beteiligten zu retten. Natürlich. Eine einfachere Lösung kommt für sie nicht infrage.
Nach diesem Abschluss bleibt allerdings kaum Zeit zum Durchatmen. Mit Ice erscheint ein neuer Fiend, der Menschen in Monster verwandeln kann. Sein Ziel ist dieses Mal ein junges Mädchen, das nach seiner Schwester sucht. Tanpopo gerät dabei ausgerechnet mit Peony aneinander beziehungsweise muss mit ihr zusammenarbeiten. Peony hält wenig von Tanpopos Wunsch, jeden zu retten. Für sie zählt vor allem, eine Gefahr möglichst schnell zu beseitigen. Sollte dabei auch ein verwandelter Mensch oder Shade sterben, nimmt sie das in Kauf.
Was mochte ich?
Der Abschluss des Alice-Arcs gehört für mich zu den stärksten Teilen der bisherigen Reihe. Die grobe Richtung lässt sich zwar erahnen, doch Kaeru Mizuho macht es Tanpopo nicht leicht und spielt die emotionale Seite der Geschichte nicht herunter. Alice ist kein Gegner, der einfach besiegt und anschließend vergessen wird. Seine Geschichte bekommt einen traurigen Abschluss, bei dem Tanpopos Tränen und ihre Verzweiflung tatsächlich Gewicht haben.
Vor allem gefällt mir, dass Tanpopos Haltung dadurch nicht wie naive Freundlichkeit wirkt. Sie glaubt nicht an Rettung, weil sie keine Ahnung von der Gefahr hätte. Sie wird verletzt, erlebt, wie grausam Fiends sein können, und hält dennoch an ihrem Ziel fest. Tanpopo möchte Menschen und Fiends retten. Alle. Das ist vermutlich nicht immer vernünftig, aber sie zieht es konsequent durch.
Shade ist dabei ein guter Partner. Er drängt sich nicht ständig in den Vordergrund und nimmt Tanpopo ihre Aufgabe auch nicht vollständig ab. Meist beobachtet er sie aus dem Hintergrund und greift erst ein, wenn sie ihn wirklich benötigt. Sein Vertrauen in sie zieht sich durch den gesamten Band. Nachdem er im ersten Band noch versucht hat, ihre Verwandlung zum Magical Girl zu verhindern, scheint er inzwischen akzeptiert zu haben, dass sie diesen Weg gehen wird. Also unterstützt er sie. Ohne große Ansprache und gerne mit einem spöttischen Kommentar.
Fast spannender fand ich in diesem Band Tanpopos Begegnungen mit Peony. Peony ist unglaublich intensiv. Ihre kompromisslose Haltung sorgt schon beim Lesen für eine gewisse Nervosität, obwohl man selbst nun wirklich nicht Gefahr läuft, von ihrem Schwert getroffen zu werden. Hoffentlich.
Peonys Hass auf Fiends geht weit über eine allgemeine Abneigung hinaus. Besonders deutlich wird das, als sie Tanpopo erklärt, dass ihre persönliche Bindung an Shade nur ein weiterer Grund wäre, ihn mit noch größerer Entschlossenheit zu töten. Das ist eine ziemlich unangenehme Szene. Gleichzeitig macht sie neugierig darauf, woher dieser Hass kommt. Noch erfahren wir darüber nicht genug, doch eine persönliche Vorgeschichte liegt zumindest nahe.
Tanpopo und Peony vertreten zwei sehr klare Gegensätze. Tanpopo sucht selbst dann nach einer Rettung, wenn alle anderen längst aufgegeben haben. Peony stellt das größere Wohl über das Leben eines Einzelnen und handelt meist, bevor sie lange über andere Möglichkeiten nachdenkt. Ihr gemeinsamer Arc folgt dadurch einer bekannten Richtung. Trotzdem hatte ich Spaß daran, Peonys starre Haltung langsam bröckeln zu sehen. Als Tanpopo darauf besteht, das verwandelte Mädchen zu retten, widersetzt sie sich nicht mehr mit derselben Härte. Tanpopo hat sie noch lange nicht überzeugt, aber sie erreicht sie zumindest ein wenig.
Auch optisch ist der Gegensatz zwischen den beiden gut umgesetzt. Ihre Kostüme, Waffen und gesamten Auftritte wirken so unterschiedlich, dass man ihre jeweilige Haltung sofort erkennt. Überhaupt ist der Zeichenstil eine der größten Stärken des Manga. Einige Panels sehen großartig aus, die Figuren sind detailliert gezeichnet und vor allem die Augen tragen viel von der emotionalen Anspannung. Tanpopos Entschlossenheit funktioniert auch deshalb so gut, weil man sie ihr ansieht.
Die Kämpfe sind dynamisch und haben stellenweise fast mehr von einem Shōnen-Manga als von einer klassischen Shojo-Reihe. Ice besitzt ebenfalls ein starkes Design. Er sieht gleichzeitig schön und unheimlich aus, was sehr gut zu seiner Rolle passt. Mit wenigen Auftritten wirkt er bereits bedrohlicher als einige der bisherigen Fiends.
Was weniger?
So unterhaltsam der neue Arc ist, läuft er erzählerisch doch ziemlich deutlich auf Schienen. Tanpopo will das Opfer retten, Peony hält das für zu gefährlich und im Verlauf ihrer Zusammenarbeit lernt sie, Tanpopos Haltung wenigstens ein kleines Stück weit zu akzeptieren. Das erfüllt seinen Zweck, überrascht aber kaum. Viele Elemente der Reihe sind vertraut, und der zweite Band liefert noch nicht den einen Moment, der Magical Girl Dandelion für mich aus anderen Magical-Girl-Geschichten deutlich heraushebt.
Das größere Problem sind die sehr sauberen Lösungen. Tanpopo wird während der Kämpfe ordentlich zugerichtet. Ein besonders harter Treffer gegen ihren Kopf sieht geradezu bösartig aus, und auch später nutzt der Manga drastische Bilder, um ihre mögliche Niederlage zu zeigen. Dauerhafte Folgen bleiben allerdings bisher weitgehend aus. Die Gewalt wirkt dadurch stellenweise unnötig grafisch. Wenn nach einem heftigen Kampf doch wieder fast alles passend endet, verlieren die nächsten gefährlichen Situationen ein wenig von ihrer Wirkung.
Bei den Actionszenen selbst überzeugt mich zudem nicht jede Seite gleichermaßen. Die Zeichnungen sind schön und detailreich, doch manche Bewegungsabläufe könnten klarer sein. Der emotionale Ausdruck und die einzelnen großen Panels bleiben stärker im Gedächtnis als die eigentliche Choreografie.
Mini-Fazit
Magical Girl Dandelion 2 ist eine gute Fortsetzung mit viel Herz, großartigen Zeichnungen und einer Hauptfigur, deren Entschlossenheit ich weiterhin sehr mag. Vollständig verkauft hat mir die Reihe dieser Band noch nicht. Dafür verlaufen die Arcs zu geradlinig und ihre Lösungen etwas zu glatt.
Wer hoffnungsvolle Magical-Girl-Action, starke Designs und die Freundschaft zwischen einem Magical Girl und einem Fiend mag, sollte der Reihe dennoch eine Chance geben. Peony bringt genug Reibung in die Gruppe und Ice ist ein unangenehmer, aber wirkungsvoller Ausblick auf den nächsten Band. Ich möchte jedenfalls wissen, was er mit Shade zu tun hat.
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