Herzlich willkommen auf meinem Mangablog. Hier findet ihr Rezensionen zu deutschen und englischen Manga sowie Beiträge über Themen und Aspekte, die mich an dem Medium interessieren. Ab und an schaue ich auch über den Tellerrand hinaus und schnuppere in Comic-Kunst abseits Japans hinein.

The Color within - Manga Review

The Colors Within (Band 1)

[Anzeige, da Rezensionsexemplar]

Mit “The Colors Within” erscheint die Mangaadaption zum gleichnamigen Animefilm von Naoko Yamada. Erzählt wird eine ruhige Coming-of-Age-Geschichte, die sich ganz den inneren Konflikten junger Menschen widmet und Emotionen auf eine besondere Weise sichtbar macht. Denn Gefühle haben hier Farben.

Den Film habe ich selbst bislang noch nicht gesehen, der Manga ist also meine erste Berührung mit der Geschichte. In Japan lief die von Sanami Suzuki zeichnerisch umgesetzte verantwortete Reihe seit Juli 2024 unter dem Originaltitel Kimi no Iro beim Comic Newtype-Webservice der KADOKAWA CORPORATION. Das Werk umfasst insgesamt vier Bände.

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Story: The Color Within Film Partners | Zeichnungen: Sanami Suzuki | Originaltitel: Kimi no Iro | Übersetzung: Katarina Rinas | Genre: Action, Humor, Mystery | Demografische Zielgruppe: Seinen | Verlag: Carlsen Manga | Preis: 13,00€ | abgeschlossen in vier Bänden | mehr Informationen auf der Verlagsseite

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Wie war’s?

Im Mittelpunkt steht Totsuko, ein zurückhaltendes Mädchen, das in einem Internat einer Missionsschule lebt. Sie besitzt die ungewöhnliche Gabe, die Menschen um sich herum in Farben wahrzunehmen. Jeder Mensch strahlt für sie einen eigenen Farbton aus, etwa ein warmes Gelb, ein sanftes Grün oder ein klares Himmelblau. Nur sie selbst bleibt farblos. Diese Fähigkeit macht Totsuko besonders vorsichtig im Umgang mit anderen. Sie möchte niemanden verletzen und niemandem zur Last fallen, wirkt dadurch aber oft unsicher und passiv.

Besonders fasziniert ist sie von der Farbe ihrer Mitschülerin Kimi. Kimi wird an der Schule bewundert, ist Teil des Chors und des Schülerrats und scheint nach außen hin perfekt. Als sie jedoch plötzlich die Schule verlässt, gerät Totsukos fragile Ordnung ins Wanken. Getrieben von ihren Gefühlen macht sie sich auf die Suche nach dem Mädchen, das sie eigentlich kaum kennt, und findet sie schließlich in einer kleinen Buchhandlung wieder, in der Kimi heimlich arbeitet. Dort begegnet sie auch Rui, einem Jungen, der Musik ebenfalls liebt.

Der erste Band ist sehr ruhig erzählt und verzichtet weitgehend auf klassische Spannung. Die Geschichte wird aus drei Perspektiven geschildert. Zunächst folgt man Totsuko, danach Kimi und schließlich Rui. Jedes Kapitel endet am selben Punkt, dem Zusammentreffen der drei in der Buchhandlung. Inhaltlich schreitet die Handlung dadurch kaum voran. Stattdessen bereitet der Manga die emotionale Ausgangslage der Figuren vor.

Das kann reizvoll sein, wirkt aber auch stellenweise zäh. Der erste Band fühlt sich eher wie ein ausgedehntes erstes Kapitel an. Diejenigen, die einen klaren Plot oder schnelle Entwicklungen erwarten, dürften also sicherlich enttäuscht werden. Die wiederholte Darstellung desselben Moments aus verschiedenen Blickwinkeln ist zwar thematisch sinnvoll, kann aber auch ermüdend wirken.

Thematisch ist “The Colors Within” dennoch stark. Alle drei Hauptfiguren stehen vor ähnlichen Problemen. Ihre eigenen Wünsche kollidieren mit den Erwartungen ihres Umfelds. Totsuko ringt mit moralischen Vorstellungen und der Angst, falsch zu sein. Kimi fühlt sich von der Liebe ihrer Großmutter eingeengt und empfindet ihren Schulabbruch als Verrat. Rui glaubt, dass er seine Mutter im Stich lässt, wenn er seinem Traum folgt. Diese Konflikte sind leise, unspektakulär und gerade deshalb sehr menschlich.

Der Zeichenstil von Sanami Suzuki ist fein, emotional und atmosphärisch. Besonders die gezielt eingesetzten Farbakzente stechen hervor. In der ansonsten schwarzweißen Gestaltung wirken sie umso intensiver und verleihen dem Manga eine starke eigene Identität. Die Farben sind nicht bloß schmückendes Element, sondern Teil der Erzählung und eng mit Totsukos Wahrnehmung verknüpft.

Was aus meiner Sicht angesichts des doch hochpreisigeren Titels schade ist, sind die recht dünnen Seiten. Da in vielen Panels auf detaillierte Hintergründe verzichtet sind, scheinen die Linien der gegenüberliegenden Seite doch deutlich durch.

Veröffentlicht wird der Titel von Carlsen Manga im Großformat.

Fazit

“The Colors Within” ist ruhig, nachdenklich und visuell außergewöhnlich. Der Auftakt lebt von Stimmungen, unausgesprochenen Gefühlen und kleinen Momenten, vor allem, da die Handlung selbst kaum voranschreitet.

Empfehlenswert ist der Band vor allem für diejenigen, die ruhige Coming-of-Age-Geschichten, starke Bildsprache und emotionale Zwischentöne schätzen.

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Bei diesem Manga handelt es sich um ein Rezensionsexemplar, welches mir freundlicherweise von Carlsen zur Verfügung gestellt worden ist. Vielen Dank dafür!

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