Luca the Dragon Vet (Band 1)

Luca the Dragon Vet (Band 1)

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11. August 2026 · Englische Manga
Luca the Dragon Vet (Band 1)

Wer kümmert sich eigentlich um Drachen, wenn sie krank werden? Luca the Dragon Vet verbindet medizinisch angehauchte Fantasy mit Schulalltag, ungewöhnlichen Patienten und den noch spürbaren Folgen eines Krieges. Ein vielversprechender Auftakt, auch wenn die Figuren zunächst noch auf recht vertrautem Boden bleiben.

Manga-Daten

Originaltitel
Ryūi no Luca
Mangaka
Yuna Hirasawa
Verlag
Kodansha
Veröffentlichung
28.07.2026
ISBN
9798888778456
Sprache / Ausgabe
Englisch
Übersetzung
Stephen Kohler
Genre
Fantasy
Demografie
Seinen
Preis
10,49 €

Hinweis: Englischsprachige Manga unterliegen keiner Preisbindung. Der angegebene Preis kann entsprechend abweichen.

Passt der Manga zu dir?

Für dich, wenn …

  • … Du magst Fantasywelten, in denen Berufe und Ausbildung eine größere Rolle spielen.
  • … Du möchtest viele unterschiedliche Drachenarten kennenlernen.
  • … Du hast Freude an Schulgeschichten mit einem langsam wachsenden Freundeskreis.
  • … Du magst Reihen, die hinter einer freundlichen Grundstimmung ernstere Konflikte andeuten.

Eher nicht für dich, wenn …

  • … Du suchst vor allem nach Kämpfen und klassischen feuerspeienden Drachen.
  • … Du möchtest keine blutigen Operationen oder leidenden Tiere sehen.
  • … Du hast wenig Geduld mit bekannten Schulmanga-Mustern.
  • … Du erwartest bereits im ersten Band eine ausführlich erklärte Fantasywelt.
  • … Du bevorzugst Geschichten, deren Figuren sofort große charakterliche Tiefe besitzen.

Stimmung

Warm · melancholisch · neugierig · abenteuerlich · angespannt

Themen

Tiermedizin · Verantwortung · Vorurteile · Kriegsfolgen · Freundschaft

Bei Luca the Dragon Vet war es vor allem die Grundidee, die mich angesprochen hat. Eine Tierärztin für Drachen? Warum eigentlich nicht? Schließlich müssen die großen Tiere auch von irgendjemandem versorgt werden. Ich hatte zunächst eine eher leichte Fantasygeschichte erwartet, in der ein paar Schülerinnen verschiedene Drachen kennenlernen und nebenbei ihren Beruf erlernen. Ganz falsch ist das nicht, allerdings steckt in dem ersten Band doch mehr Blut und Nachkriegsgeschichte, als das Cover zunächst vermuten lässt.

Yuna Hirasawa kennen einige vielleicht bereits durch „Yunas Reise zum Ich: My Sex Change Experience“. Der Einzelband erschien bei Carlsen.

Worum geht es?

Luciana, von allen Luca genannt, ist 17 Jahre alt und möchte Veterinärin für Drachen werden. Nach sechs Jahren Grundausbildung ist sie bereits Veterinärassistentin, für ihr eigentliches Ziel muss sie aber noch die Aufnahmeprüfung am Institut für Drachenwissenschaften in Kogniel bestehen.

Auf der Reise in die Hauptstadt lernt Luca mit Chloé und Gilla zwei weitere angehende Veterinärinnen kennen. Noch bevor sie ihr Ziel erreichen, bricht einer der Transportdrachen zusammen und muss dringend operiert werden. Wenn die Mädchen dem Tier helfen, werden sie allerdings zu spät zur Prüfung kommen. Viel Zeit, um darüber nachzudenken, bleibt ihnen nicht.

Neben Lucas Ausbildung spielt ihr verschwundener Vater eine wichtige Rolle. Er war Veterinär beim Militär und galt lange als hervorragender Arzt. Andere sehen in ihm jedoch einen Verräter, der während des Krieges schwere Schuld auf sich geladen haben soll.

Meine Meinung

Was mir an dem Manga am besten gefallen hat, war tatsächlich die Arbeit mit den Drachen. Yuna Hirasawa macht es sich hier nicht leicht und greift nicht auf irgendwelche Heilzauber zurück. Die Untersuchungen und Operationen orientieren sich an echter Tiermedizin. Es werden Arterien abgeklemmt, Verletzungen versorgt und ja, manchmal müssen die Veterinärinnen ihre Arme auch in Körperöffnungen stecken, in denen vermutlich niemand freiwillig herumwühlen möchte.

Der Beruf besteht also nicht nur daraus, die Drachen zu bewundern oder ihnen über den Kopf zu streicheln. Das hat mir gut gefallen.

Teilweise werden die medizinischen Eingriffe recht deutlich gezeigt. Blut gibt es jedenfalls genug und einige Bilder können durchaus etwas eklig werden. Wer mit solchen Darstellungen Schwierigkeiten hat, sollte das vor dem Lesen wissen. Hinter dem recht niedlichen Cover hätte ich es in diesem Ausmaß nicht erwartet.

Interessant fand ich auch, was in dieser Welt überhaupt als Drache bezeichnet wird. Es gibt zwar die großen geflügelten Tiere, an die man bei dem Begriff sofort denkt, aber längst nicht alle Arten sehen so aus. Manche erinnern eher an riesige Lasttiere und besitzen nicht einmal Flügel. Der Begriff „Drache“ wird hier für eine ganze Gruppe unterschiedlicher Lebewesen verwendet.

Anfangs hat mich das etwas irritiert, denn bei einem Titel wie Luca the Dragon Vet hatte ich ehrlich gesagt mehr klassische Drachen erwartet. Die verschiedenen Arten haben aber auch ihren Reiz. Sie besitzen eigene Verhaltensweisen und bringen ganz unterschiedliche medizinische Probleme mit. Zudem sind die Drachen wunderschön und sehr detailliert gezeichnet.

Luca selbst ist eine sympathische Hauptfigur. Sie liebt Drachen, besitzt viel Fachwissen und kann während einer Behandlung erstaunlich ruhig bleiben. Ihr großes Vorbild ist ihr Vater, dessen Weg sie unbedingt fortsetzen möchte. An manchen Stellen war mir ihre Bewunderung für ihn allerdings etwas zu stark. Sie hält an seinem guten Ruf fest, obwohl sie selbst kaum weiß, was während des Krieges passiert ist. Ich hoffe, dass sie sich in den nächsten Bänden etwas kritischer mit ihm beschäftigt.

Ihre Einstellung zum Beruf wird ebenfalls auf die Probe gestellt. Luca möchte jedes Tier retten und gibt nur sehr ungern auf. Doch irgendwann kommt die Frage auf, ob eine weitere Behandlung dem Patienten überhaupt noch hilft. Kann man ein Tier retten, nur weil sein Körper noch irgendwie am Leben gehalten werden kann? Gerade diese Stellen fand ich stärker als die eigentliche Schulgeschichte.

Der vergangene Krieg schiebt sich immer wieder in die Handlung. Er ist erst drei Jahre vorbei und hat deutliche Spuren hinterlassen. Einige Familien trauern um ihre Angehörigen, andere warten noch auf jemanden, der vielleicht nie zurückkehren wird. Auch Gillas Familie wurde durch den Krieg getroffen. Entsprechend schlecht reagiert sie, als sie erfährt, wer Lucas Vater ist.

Die Beziehung zwischen Luca und Gilla beginnt daher ziemlich schwierig. Chloé versucht zwar, zwischen ihnen zu vermitteln, aber die Vorurteile verschwinden nicht sofort. Das wäre vermutlich auch zu einfach gewesen. Neben den drei Mädchen lernen wir noch Jessica und Professor Siegfried kennen. Sie machen neugierig, bleiben im ersten Band jedoch noch etwas dünn. Überhaupt hätte ich mir an einigen Stellen mehr Zeit für die Figuren gewünscht.

Ein paar Übergänge wirken plötzlich. Gespräche scheinen vorzeitig zu enden und kurz darauf befinden wir uns schon in der nächsten Szene. Keine Ahnung, ob hier Seiten eingespart werden sollten oder ob die Geschichte einfach schnell vorankommen wollte. Mich hat es beim Lesen jedenfalls ein paarmal aus dem Rhythmus gebracht.

Der Zeichenstil ist klar und lässt sich gut lesen. Bei den menschlichen Figuren bleibt Yuna Hirasawa eher schlicht, während sie sich bei den Drachen sichtbar austobt. Besonders die großen Ansichten der Tiere und der Landschaften haben mir gefallen. Zwischen den Kapiteln gibt es außerdem zusätzliche Seiten mit Informationen über die Welt und ihre verschiedenen Drachenarten.

Fazit

Von Luca the Dragon Vet hatte ich eine nette Fantasygeschichte über angehende Tierärztinnen erwartet. Die medizinischen Fälle und die Folgen des Krieges geben dem ersten Band aber eine etwas ernstere Richtung. Noch sind mir einige Figuren zu blass und die Sprünge zwischen den Szenen haben mich gestört, die offenen Fragen um Lucas Vater interessieren mich dafür umso mehr.

Den zweiten Band würde ich auf jeden Fall lesen.

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