Passt der Manga zu dir?
Passt zu dir, wenn …
- … du Geschichten über Kunst, Talent und harte Arbeit magst
- … du Haros ungebremste Begeisterung für die Malerei sympathisch findest
- … du Rivalitäten mit gegenseitigem Respekt gerne liest
- … dich die Entstehung eines persönlichen Zeichenstils interessiert
- … du ausdrucksstarke Zeichnungen und ungewöhnliche Figuren suchst
Eher nichts für dich, wenn …
- … dir Haros Fixierung auf Aktmalerei bereits in den ersten Bänden zu viel war
- … du eine vollkommen realistische Darstellung des Kunstbetriebs erwartest
- … du mit sehr exzentrischen Figuren wenig anfangen kannst
- … dich wettkampfähnliche Inszenierungen bei einem Kunstmanga stören
Worum geht’s?
Haro möchte sein Versprechen gegenüber Rei einlösen und mit seinen Aktbildern die Aufnahme an der Tokyo Geidai schaffen. Noch fehlen ihm jedoch wichtige Grundlagen. Als er sich mit seinem Rivalen Kazari in einem Zeichenwettbewerb messen soll, wird ihm ziemlich deutlich vor Augen geführt, wie groß der Abstand zwischen Begeisterung und Können sein kann. Die Begegnung mit einem eigenwilligen Mädchen aus Kochi bringt ihn schließlich auf eine neue Spur.
Was mochte ich?
Besonders gut hat mir gefallen, dass Haros Leidenschaft in diesem Band erstmals stärker auf die Probe gestellt wird. Seine Begeisterung allein genügt nicht mehr. Er muss sich überlegen, was er eigentlich ausdrücken möchte und was seine Bilder von technisch saubereren Arbeiten unterscheidet. Das macht seine Entwicklung für mich greifbarer, ohne ihm dabei jene etwas verrückte Entschlossenheit zu nehmen, die ihn von Anfang an ausgezeichnet hat.
Auch die Rivalität mit Kazari funktioniert weiterhin recht gut. Kazari ist nicht einfach der überhebliche Konkurrent, den Haro irgendwann überholen muss. Seine Technik und Beobachtungsgabe haben Gewicht, während Haro mit einer Ausdruckskraft arbeitet, die sich kaum in feste Regeln pressen lässt. Der Manga stellt diese Unterschiede sehr direkt gegenüber. Manches Mal fast ein wenig zu dramatisch, aber unterhaltsam ist es auf jeden Fall.
Zeichnerisch bleibt die Reihe ohnehin stark. Vor allem dann, wenn Körper, Bewegungen und unfertige Bilder nebeneinanderstehen, bekommt man ein schönes Gefühl dafür, wie Haro seine Umgebung wahrnimmt. Die Aktmalerei wirkt dabei weniger wie bloße Provokation, als der Auftakt der Serie vielleicht vermuten ließ.
Was weniger?
Rei rückt in diesem Band ein gutes Stück in den Hintergrund. Das ist für Haros künstlerische Entwicklung sinnvoll, lässt das ursprüngliche Geheimnis der Geschichte aber beinahe ruhen. Zudem sind einige Nebenfiguren so überzeichnet, dass der Kunstbetrieb gelegentlich mehr nach einem leicht durchgedrehten Turniermanga aussieht. Ich hatte Spaß daran, kann mir aber vorstellen, dass dieser Ton nicht allen gefallen wird.
Mini-Fazit
Der dritte Band zeigt recht schön, dass eine eigene künstlerische Stimme nicht einfach vorhanden ist, sondern gesucht, ausprobiert und manches Mal regelrecht herausgefordert werden muss. Haros Weg bleibt dabei eigensinnig und angenehm unberechenbar. Wer die ersten beiden Bände mochte, dürfte auch an dieser Mischung aus Kunstmanga, Coming-of-Age und beinahe sportlicher Rivalität wieder seine Freude haben. Ich bin jedenfalls gespannt, was Haro aus seiner neu entdeckten Individualität macht.
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