Myther (Band 1)

Myther (Band 1)

Werbung/Rezensionsexemplar
1. November 2026 · Deutsche Manga
Myther (Band 1)

Ein Gerät verspricht Menschen, zu ihrem idealen Selbst zu werden. Doch manipulierte Persönlichkeiten führen zu brutalen Verbrechen, die der Staat geheim hält. Geheimagent Kyou jagt die Täter und nutzt dabei selbst die gefährliche Technologie. Ein düsterer Science-Fiction-Action-Manga über Identität, Kontrolle und die Schattenseiten technischer Selbstoptimierung.

Manga-Daten

Originaltitel
Myther
Mangaka
Yatsuda Teki
Verlag
Panini Manga
Veröffentlichung
22.09.2026
Seitenzahl
192
ISBN
9783741651489
Sprache / Ausgabe
Deutsch
Übersetzung
Katrin Stamm
Genre
Mystery, Sci-Fi, Thriller
Preis
10,00 €

Passt der Manga zu dir?

Für dich, wenn …

  • … du brutale Science-Fiction-Action mit Schießereien und hohem Erzähltempo magst.
  • … du Geschichten über veränderbare Persönlichkeiten, Identität und die Gefahren neuer Technologien spannend findest.
  • … du Wert auf detaillierte Zeichnungen, wuchtige Bildkompositionen und eine düstere Zukunftswelt legst.

Eher nicht für dich, wenn …

  • … du eine ruhig erzählte Science-Fiction-Geschichte mit viel Raum für gesellschaftliche und psychologische Fragen suchst.
  • … du möchtest, dass ungewöhnliche Fähigkeiten und technische Zusammenhänge von Anfang an verständlich erklärt werden.
  • … du deine Hauptfiguren lieber abseits ständiger Kämpfe und Einsätze kennenlernst.

Stimmung

Düster · rasant · brutal

Themen

Identität · Persönlichkeitsmanipulation · Technologiemissbrauch

Über dem nächtlichen Tokio läuft eine riesige Werbung für Myther. Das kleine Gerät verspricht den Menschen, aus ihnen ihr ideales Selbst zu machen. Während auf den Bildschirmen von erfüllten Wünschen die Rede ist, wird in einem der Gebäude jemand brutal ermordet. Teki Yatsuda lässt sich für den Einstieg keine Zeit: Es gibt eine Schießerei, große Bilder und ziemlich viel Tempo.

Myther erscheint in Japan bei Kodansha. Drei Bände sind bisher veröffentlicht, der vierte und letzte soll im Oktober 2026 folgen. Auf Deutsch ist der erste Band im September 2026 bei Panini Manga erschienen.

Worum geht’s?

Mit Myther können Menschen ihre Persönlichkeit nach eigenen Vorstellungen verändern. Wer eine Schwäche loswerden möchte, erschafft sich mithilfe des Geräts ein anderes Selbst. Doch der Missbrauch von Myther kann auch dazu führen, dass eine Persönlichkeit zusammenbricht. Einige dieser Fälle enden in schwerer Gewalt. Die Behörden halten die sogenannten „Myther-Crimes“ vor der Öffentlichkeit geheim, um keine Unruhe auszulösen.

Kyou arbeitet für einen staatlichen Sondergeheimdienst, der die Täter verfolgt und herausfinden will, wer hinter den manipulierten Geräten steckt. Bei seinen Einsätzen nutzt er selbst ein Myther und kann sich damit mit den Persönlichkeiten anderer Menschen synchronisieren. Das macht ihn für die Behörde wertvoll, ist aber auch für ihn nicht ungefährlich. Seinen Aufträgen folgt Kyou mit einer Treue, bei der man sich bald fragt, was eigentlich dahintersteckt.

Wie war’s?

Die Grundidee hinter Myther gefällt mir. Ein Gerät, mit dem man sich die gewünschte Persönlichkeit zusammenstellen kann, dürfte für viele Menschen verlockend sein. Gleichzeitig ist ein Fehler bei so einem Gerät etwas ganz anderes als bei einem gewöhnlichen Stück Technik. Besonders interessant fand ich, dass die Verbrechen mitten im normalen Leben stattfinden. Draußen läuft weiter die Werbung für Myther, während die Öffentlichkeit von den Gefahren kaum etwas erfährt.

Von dieser Seite der Geschichte hätte ich im ersten Band allerdings gern mehr gesehen. Yatsuda konzentriert sich vor allem auf Kyous Einsätze, und die gehen schnell und oft ziemlich brutal zur Sache. An Action fehlt es wirklich nicht. Schießereien und die Suche nach neuen Informationen treiben den Manga ständig voran. Mir fehlte zwischendurch aber etwas Zeit, um bei den Folgen von Myther zu bleiben. Was passiert mit einem Menschen, wenn die entworfene Persönlichkeit die ursprüngliche immer weiter verdrängt? Der Band wirft solche Fragen auf, läuft dann jedoch schon zum nächsten Einsatz weiter.

Ich muss auch zugeben, dass ich bei den Fähigkeiten des Geräts nicht immer mitgekommen bin. Besonders dann, wenn verschiedene Persönlichkeiten und Kyous Synchronisation zusammenspielen, hätte ich mir eine bessere Einordnung gewünscht. Eine ausführliche technische Erklärung brauche ich gar nicht. Ich möchte während eines Einsatzes aber verstehen können, was Kyou gerade tut und warum es funktioniert. Hier war ich manchmal mehr mit Sortieren als mit Mitfiebern beschäftigt.

Kyou selbst macht neugierig. Nach außen erledigt er seine Arbeit ohne großes Zögern und hält fest zur Behörde. Gleichzeitig benutzt er ausgerechnet das Gerät, dessen gefährliche Folgen er bekämpft. Erste Anzeichen dafür, dass Myther auch an ihm nicht spurlos vorbeigeht, machen seine Lage noch unangenehmer. Der Mann, den die Behörde als besondere Waffe einsetzt, könnte irgendwann selbst zum Problem werden.

Dazu kommt seine auffällig starke Loyalität. Yatsuda deutet an, dass hinter Kyous kontrolliertem Auftreten einiges steckt. Auch seine Verbindung zu dem Mann, der ihm geholfen und Myther entwickelt hat, scheint wichtig zu sein. Das reicht, damit Kyou für mich mehr ist als nur ein fähiger Kämpfer. Mehr Zeit mit ihm abseits der Einsätze hätte ich trotzdem gern gehabt. Bisher muss man sich vieles zwischen den Actionszenen zusammensuchen.

Sehr gut gefallen haben mir die Zeichnungen. Schon die Schießerei am Anfang setzt Yatsuda mit einer auffälligen Aufteilung der Seiten in Szene. Die Bilder werden groß und wuchtig, wenn Kyou in Bewegung ist, doch Gesichter und Hintergründe bleiben sorgfältig ausgearbeitet. Auch die nahe Zukunft funktioniert über die Bilder: Man sieht sie in den Straßen, den Innenräumen und den Geräten, die für die Figuren längst zum Alltag gehören. Das hat mir die Welt stellenweise besser vermittelt als die Erklärungen rund um Myther.

Besonders hängen geblieben ist mir ein ruhiger Moment mit Kyou und dem Entwickler des Geräts. Die beiden genießen ein Räucherwerk aus altem Sandelholz, das zunächst wie eine Zigarette aussieht. Nach den harten Einsätzen ist diese Pause willkommen. Der Rauch, die Haltung der Figuren und die Stille zwischen ihnen erzählen auf wenigen Seiten einiges über ihre Beziehung. Hier musste ich auch an Yatsudas melancholische Boys-Love-Geschichten denken, in denen die Bilder oft viel für sich sprechen. Von solchen Szenen hätte ich gern mehr gelesen.

Bei aller Kritik am Tempo hat der erste Band einiges für die weitere Geschichte vorbereitet. Kyous Abhängigkeit von Myther, seine Treue zur Behörde und die geheim gehaltenen Verbrechen dürften noch wichtig werden. Im Moment interessieren mich diese Entwicklungen sogar stärker als die Einsätze, denen der Auftakt so viel Platz gibt.

Fazit

Myther ist ein düsterer und stark gezeichneter Auftakt mit einer guten Grundidee und einer Hauptfigur, über die ich mehr erfahren möchte. Erzählerisch hängt der erste Band für mich noch zu sehr an der Action, während einige Vorgänge rund um das Gerät schwer zu greifen bleiben. Wer brutale Science-Fiction-Action und detaillierte Zeichnungen mag, dürfte hier dennoch auf seine Kosten kommen. Ob die Geschichte auch abseits der Einsätze ihr Potenzial ausschöpft, müssen die nächsten Bände zeigen.

Transparenzhinweis

Dieses Rezensionsexemplar wurde mir vom Verlag Panini Manga zur Verfügung gestellt. Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst.

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