[Anzeige, da Rezensionsexemplar]
“Happily Ever After – Auch im nächsten Leben will ich dich heiraten” von Miku Morinaga erzählt von der tiefen Verbindung eines Ehepaares. Die Reihe wurde auf der Online-Manga-Plattform Gene Pixiv von Oktober 2017 bis September 2019 veröffentlicht und umfasst insgesamt vier Bände.
Auf dem deutschsprachigen Lizenz liegt die Lizenz bei Manga Cult, die den Manga wie üblich im Großformat herausbringen. Für Mangaka Morinaga ist es die erste Veröffentlichung auf dem deutschen Markt.

Story & Zeichnungen: Miku Morinaga | Originaltitel: Umarekawatte mo mata, Watashi to Kekkon shite kuremasu ka? | Übersetzung: Burkhard Höfler| Genre: Drama | Demografische Zielgruppe: Shojo | Verlag: Manga Cult | Preis: 10,00 € | der Manga auf der Verlagsseite

Wie war’s?
Im Zentrum der Geschichte stehen Kaoru und Toranosuke. Die beiden kennen sich seit Kindertagen und sind doch lange nicht dort angekommen, wo sie eigentlich in ihrer Beziehung hinmöchten. Gerade Toranosuke wirkt dabei zunächst wie jemand, der sich ständig selbst im Weg steht: Er fühlt viel, aber er bekommt es nicht ausgesprochen. Dieses Zögern wird zum Motor des Einstiegs, als Kaoru kurz davor ist, im Rahmen eines arrangierten Heiratsgesprächs einen anderen Mann zu treffen. Plötzlich wird aus Toranosukes passivem „Irgendwann“ ein „Jetzt oder nie“.
Was folgt, ist ein Mosaik aus Gegenwart und Rückblenden. Die Rahmenhandlung zeigt die beiden als ältere Menschen. Dazwischen springen die Kapitel immer wieder in unterschiedliche Lebensphasen, von Kindheit und Jugend über die ersten Ehejahre bis hin zu Krisen und kleinen Glücksmomenten. Diese Struktur entfaltet eine starke Wirkung, weil sie die Beziehung nicht idealisiert, sondern in ihrer ganzen Vielschichtigkeit zeigt. Gleichzeitig stellt genau dieses Springen eine kleine Hürde dar: Wer eine klassische Erzählchronologie erwartet, muss sich zunächst an den Rhythmus gewöhnen, da die Geschichte eher wie eine Sammlung von Erinnerungen funktioniert als wie ein durchgehender Plot.
Emotional funktioniert das sehr gut, weil der Manga bewusst über Alltäglichkeiten erzählt. Gleichzeitig greift die Geschichte Themen auf, die deutlich schwerer wiegen, als das Cover zunächst vermuten lässt.
Eine Stärke ist dabei eindeutig Kaoru. Sie ist keine passive Heldin, die nur darauf wartet, „gewählt“ zu werden, sondern eine Figur mit Ecken, Stolz und einer klaren Präsenz. Ihre Direktheit und innere Stärke tragen den Manga, und gerade im Kontrast zu Toranosukes Zögerlichkeit entsteht eine Dynamik, die glaubwürdig wirkt. Toranosuke braucht hingegen stellenweise sehr lange, um die offensichtlichsten Schritte zu gehen und je nachdem, wie viel Geduld man für romantische Unsicherheit mitbringt, kann sich das wie unnötiges Hinauszögern anfühlen. Die Geschichte ist zudem in vielen Punkten vorhersehbar. Nicht unbedingt was Details angeht, aber in ihrer emotionalen Richtung. Das ist aus meiner Sicht aber nichts schlechtes, da der Manga weniger von Überraschungen lebt als viel mehr von Atmosphäre, die aufgebaut wird. Wer allerdings starke Wendungen oder eine komplexe Handlung erwartet, wird eher ein ruhig erzähltes Beziehungsportrait finden.
Generell gab es nur einen Punkt, der mich persönlich in Band 1 besonders irritiert hat: Obwohl Gewalt auf der einen Seite kritisch dargestellt wird, fehlt eine wirklich tiefgehende Auseinandersetzung mit dem Thema. Gleichzeitig fiel es mir schwer, dass andere körperliche Übergriffe teilweise als humoristisches Element eingesetzt werden. Ein Beispiel dafür ist Toranosukes Mutter, die zwar liebevoll gezeichnet wird, ihren Sohn jedoch schlägt, nachdem er in ein Mirai von Kaoru platzt. Diese Darstellung wirkt auf mich innerhalb der Handlung etwas widersprüchlich.
Der Zeichenstil passt insgesamt gut zur Tonalität und ist auf Emotionen ausgerichtet. Wie für Manga Cult üblich erscheint der Manga im Großformat.
Fazit
Unterm Strich ist „Happily Ever After“ ein Manga für alle, die Romance nicht als reines Wunschbild lesen wollen, sondern als etwas, das über Jahre hinweg gestaltet wird. Er ist nicht darauf aus, einen Plot neu zu erfinden, sondern arbeitet mit bekannten Gefühlen und Situationen.
Wer eine leise, lebensnahe Liebesgeschichte sucht wird hier sehr wahrscheinlich fündig. Wer dagegen schnelle Dramatik, starke Plot-Twists oder eine straff erzählte Handlung braucht, könnte das Tempo und die Vorhersehbarkeit als zu oberflächlich empfinden.

Bei diesem Manga handelt es sich um ein Rezensionsexemplar, welches mir freundlicherweise von Manga Cult zur Verfügung gestellt worden ist. Vielen Dank dafür!



