© Cover: Kodansha
Burn the House Down
Vor dreizehn Jahren brannte das Haus der wohlhabenden Familie Mitarai vollständig ab. Anzus Mutter übernahm damals die Verantwortung für das Feuer. Die Ehe zerbrach und Anzu verlor nicht nur ihr Zuhause, sondern auch das Leben, das sie bis dahin kannte.
Inzwischen ist ihr Vater mit Makiko verheiratet. Ausgerechnet mit der Frau, die früher mit Anzus Mutter befreundet war und nun ziemlich genau das Leben führt, das einmal ihrer Familie gehörte. Anzu glaubt nicht daran, dass ihre Mutter für den Brand verantwortlich war. Sie ist überzeugt, dass Makiko mehr weiß, als sie zugibt.
Unter einem falschen Namen lässt sich Anzu deshalb als Haushälterin in Makikos Haus einstellen. Dort möchte sie nach Beweisen suchen und endlich herausfinden, was in der Nacht des Feuers wirklich passiert ist. Keine besonders ungefährliche Idee, denn in dieser Familie scheint wirklich jeder etwas zu verheimlichen.
Mich reizt an Burn the House Down vor allem die psychologische Spannung. Der Manga braucht keine blutigen Morde am laufenden Band. Stattdessen tauchen immer neue Informationen auf, die den Blick auf die Figuren und die Vergangenheit verändern. Gerade glaubt man noch, alles verstanden zu haben, und dann passt plötzlich wieder etwas nicht.
Anzu ist dabei keine unfehlbare Ermittlerin. Sie handelt aus Wut, Schuldgefühlen und dem Wunsch heraus, den Namen ihrer Mutter reinzuwaschen. Natürlich trifft sie dadurch auch Entscheidungen, bei denen man ihr vermutlich am liebsten zurufen würde, dass sie es bitte lassen soll.
Der Manga wurde inzwischen als Netflix-Serie umgesetzt. Die Vorlage fehlt auf Deutsch trotzdem weiterhin.
Warum brauchen wir den Manga auf Deutsch?
Psychologische Thriller und Geschichten über düstere Familiengeheimnisse haben inzwischen durchaus ihr Publikum auf dem deutschen Manga-Markt. Mit acht abgeschlossenen Bänden wäre die Reihe zudem kein endloses Projekt. Intrigen, unerwartete Wendungen und eine Protagonistin, die sich immer tiefer in der Vergangenheit ihrer Familie verstrickt – ich denke, das könnte auch bei uns funktionieren.
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