Herzlich willkommen auf meinem Mangablog. Hier findet ihr Rezensionen zu deutschen und englischen Manga sowie Beiträge über Themen und Aspekte, die mich an dem Medium interessieren. Ab und an schaue ich auch über den Tellerrand hinaus und schnuppere in Comic-Kunst abseits Japans hinein.

Azure & Claude (Band 2)

Azure & Claude (Band 2)

[Anzeige, da Rezensionsexemplar]

Trigger-Warnung: Selbstmord-Thematik

Der Manga basiert auf einem Roman von Sugaru Miaki, der 2016 in Japan erschienen ist. Der Manga entstand im selben Jahr unter der Feder von loundraw, der sich auf Manga-Versionen von Romanen und Illustrationen von Light-Novels spezialisiert hat. Er wird auf Pixiv vorveröffentlicht und erscheint physisch bei Kadokawa Shoten. Aktuell sind zwei Bände in Japan erhältlich.

Die Lizenz für den deutschen Markt liegt bei Egmont Manga, die mit Ich habe mein Leben für 10.000 Yen pro Jahr verkauft und Parasite in Love bereits andere Titel des Autors veröffentlicht hatten.

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Text: Sugaru Miaki | Zeichnungen: loundraw | Originaltitel: Aozora to Kumorizora | Verlag: Egmont Manga | Übersetzung: Claudia Peter| Genre: Drama | Preis: 7,00€ | Weitere Informationen & Leseprobe

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Wie war’s?

Es sind inzwischen drei Wochen vergangen, seit Kumorizora sein letztes Ziel, Azure, getroffen hat. Und fast genauso lange versucht er, dem apathischen Mädchen, das sich nichts sehnlicher wünscht, als den Tod, die Freude am Leben wiederzugeben.

Die Mission hätte eigentlich sein sollen, dass er sie ermordet und es wie Selbstmord aussehen lässt, doch Kumorizora kann nicht anders, als sich zu wünschen, dass das Mädchen kurz vor ihrem Tod lächelt und ein wenig glücklich ist, damit sie es bereut, wenn sie diese Welt verlässt. Trotzdem scheint sich die Situation zwischen den beiden jungen Leuten fast umzukehren. Während Azure, deren Vergangenheit der Leserschaft inzwischen bekannt ist, sich selbst und ihrer Entscheidung treu bleibt, versucht er, ihr irgendwie Glück zu bringen. Aber ist das wirklich nur, damit er sie später töten kann?

Der zweite Band von Azure & Claude schreitet zunächst langsam voran. Kumorizora versucht, Azure zu verschiedenen Aktivitäten und Ausflügen zu bewegen, damit sie wieder auf den Geschmack des Lebens kommt. Er beobachtet sie, wie sie sich mit einem Mädchen aus ihrer Klasse unterhält, das anscheinend ihre Freundin werden will.

Doch trotz allem fordert sie ihn weiter heraus, dass er seinen Job schnell erledigen möge. Sie möchte nicht länger warten. Das würde ihr nicht helfen und auch ihn nicht. Denn inzwischen wissen wir Leser*innen, dass auch Azure mal den Job des Auskehrers gemacht hat und als sie eines Tages den Job nicht erledigen konnte, selbst aus dem Weg geschafft werden sollte.

Azure und Claude bilden eine besondere Beziehung. Er sagt, er wolle ihr das Leben schmackhaft machen, bevor er es ihr wegnimmt. Aber ist das wirklich so? Ist er wirklich so grausam? Man beobachtet ihn dabei, wie er den Zeitpunkt immer weiter hinauszögert und sich damit selbst in Gefahr zu bringen scheint, wie Azures Warnungen in seine Richtungen vermuten lassen.

Die Geschichte schreitet gut voran und die Atmosphäre des Mangas ist trotz der Härte der behandelten Themen überraschend sanft. Das ganze Buch über hat man das Gefühl, dass alles auf Messers Schneide steht, es gibt aber gleichzeitig viel Zurückhaltung und viel Intimität. Der letzte Teil des Bandes kommt es zu einer Wendung, die neuen Schwung in die Handlung bringt.

Wie auch der erste Band bewegt sich Band zwei der Reihe zwischen Fantasy und Emotionen. Es ist die Geschichte von Mördern, die selbst zur Zielscheibe werden. Es geht um Selbstreflexion, den Sinn des Lebens und darum, wie eine Begegnung, alles verändern kann. Dennoch muss man auch anmerken, dass die Ideen über das Leben, das Glück und der Blick auf den unausweichlichen Tod, ein wenig steif und lehrbuchmäßig behandelt werden. Autor Sugaru Miaki scheint nur an der Oberfläche zu kratzen und noch nicht komplett in die Tiefe zu gehen.

Während wie in diesem Band mehr über Kumorizora erfahren, bleibt alles rund um die Ausputzer weiterhin geheimnisvoll. Wie wird entschieden, wer sterben muss? Wer hat die Zügel in der Hand? Wie werden die Ausputzer ausgewählt? All das bleibt bislang im Verborgenen.

Wie schnell wir Antworten auf diese Fragen bekommen werden, scheint noch in den Sternen zu stehen. Die Reihe schreitet in Japan derzeit nur langsam voran und bislang ist ein dritter Band noch nicht in Sicht.

Die Illustrationen der Reihe stammen von loundraw, der einen durchaus einfachen, klaren Stil hat, aber visuell die melancholische, düstere Stimmung des Titels widerspiegeln kann. Die Figuren sind nicht sehr ausdrucksstark und haben oft mürrische oder grimmige Gesichter, was im Hinblick auf die Stimmung der Handlung aber zu passen scheint. Der Fluss der Handlung wird durch ein klares und effizientes Paneling unterstützt.

Fazit

Azure & Claude bleibt seiner Grundthematik auch im zweiten Band treu und bietet eine Mischung aus Fantasy und Emotionen. Die Wendung zum Ende des Bandes macht Lust auf mehr, auch wenn es darauf wohl erst einmal warten heißt, denn noch ist kein neuer Band auf dem japanischen Markt erschienen.

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Weitere rezensierte Bände der Serie

Band 1

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Bei diesem Manga handelt es sich um ein Rezensionsexemplar, welches mir freundlicherweise von Egmont Manga zur Verfügung gestellt worden ist. Vielen Dank dafür!

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