Rezension Manga Blue Lust

Mit Blue Lust habe ich nach einiger Zeit mal wieder einen Boys-Love-Manga gelesen. Die Reihe hatte mich schon lange angelächelt und nach vielen positiven Meinungen musste ich schauen, was wirklich dahintersteckt.

Aufmerksam geworden war ich auf den Manga durch das Cover. Ich finde, es hat sehr viel Ausdruckskraft und Gefühl. Auch die Kurzbeschreibung hatte mir zugesagt und endlich schien es mal wieder was zu sein, was nicht nur einen Band füllen wird. Lesen durfte ich den Manga für euch auf izneo. Izneo ist eine riesige Bibliothek für digitale Comics und eben auch Manga. Ich lese ja nicht unbedingt viele Manga als E-Book und vor allem englische Reihen, aber bisher hat mir das Handling der App sehr gefallen und der Player ist schön flüssig, sodass es sich gut lesen ließ.

Blue Flag ist bei Tokyopop erschienen und in drei Bänden abgeschlossen. Es ist die erste Reihe von der Mangaka, die in Deutschland erschienen ist.

ECKDATEN ZUM MANGA

Text&Zeichnungen: Hinako
Originaltitel: Blue Lust
Genre: Boys-Love, Drama
Verlag: Tokyopop
Preis (Ebook-Version): 5,99€ , Printausgabe: 6,99€

In drei Bänden abgeschlossen

Worum geht es?

Durch Zufall sieht Hayato seinen Mitschüler Soma in einer gefährlichen Situation auf dem Schuldach, die für ihn wie ein Selbstmordversuch aussieht. In deren Folge entwickelt Hayato einen Beschützerinstinkt und setzt alles daran, dass Soma in seiner Klasse Freude findet und mit anderen interagiert. Denn bisher schien Soma sich zurückgezogen zu haben. Denn noch einmal möchte Hayoto nicht wieder in so eine Situation wie in seiner Mittelschule geraten, auf der er selbst am Mobbing eines schwulen Mitschülers beteiligt war.

Meine Meinung

Blue Lust hat mich vom ersten Band in den Bann gezogen. Zugegeben, ich habe eine Schwäche für solche Geschichten, in denen es um Mobbing und Fehler der Vergangenheit geht. Die Reihe bereitet den Stoff über die drei Bände glaubwürdig auf und man hat das Gefühl, dass es ebenso auch in der realen Welt passieren könnte. Ein unsicher Junge, der mit einer dummen Bemerkung so viel zerstört.

Die erste intime Szene hat mich allerdings ein wenig abgeschreckt und ich hatte schon Schlimmes befürchtet. Da passierte das, was ich an so vielen Boys Love-Manga nicht mag. Der eine Charakter wirft sich erst einmal einseitig und irgendwie auch sehr übergriffig auf den anderen. Ich hatte Angst, dass wir wieder in dies Yaoi-Manga-Masche rutschen: “Es ist mir egal, wenn mein Partner nicht will, ich mache es trotzdem”. Zum Glück aber kam es nicht so weit. Es wurde sich entschuldigt und von da an entwickelte sich die Beziehung auch normal. Weshalb ich diese Szene nun auch nicht gebraucht hätte, weil ich sie zum großen Teil überflüssig fand und sie die Handlung nicht großartig vorwärts brachte.

Auch gab es im letzten Band ein paar Momente, die ich ein wenig unnötig fand, beziehungsweise, die die Sache komplizierter gemacht haben, als nötig war.

Der Hauptprotagonist von Blue Lust ist Hayato, den ich sehr gut dargestellt fand. Ich fand es sehr glaubhaft, dass er sein unüberlegtes Handeln in der Mittelschule bereut und alles daran setzt, dass so etwas nicht noch einmal passieren wird. Man erlebt über die drei Bände mit, wie Hayato langsam damit beginnt, sich seiner Vergangenheit zu stellen und versteht, dass da zwischen ihm und Soma viel mehr ist und das er sich das zugestehen muss.

Soma wurde auf seiner alten Schule wegen seiner Homosexualität ausgegrenzt und hat dadurch viel an Selbstachtung verloren. Auf seiner neuen Schule möchte er deshalb auf Abstand gehen und keine Freundschaften schließen. Durch Hayato aber öffnet er sich eigentlich recht schnell. Im Vergleich zu Hayato hat mir bei Soma später ein wenig die Tiefe und Entwicklung gefehlt. Bei ihm ging es mit der Hauptentwicklung unheimlich schnell und ich hatte nicht das Gefühl, dass er in den späteren Bänden noch große Sprünge gemacht hat. Es war eher ein stetiges Hin und Her zwischen Zuneigung und sich doch wieder zurückziehen.

Neben diesen beiden gibt es noch drei Nebencharaktere, bei denen allerdings nur auf einen deutlich näher eingegangen wird. Weshalb, darüber behalte ich aber an dieser Stelle stillschweigen, um euch nicht unnötig zu spoilern.

Der Zeichenstil von Hinako besteht aus feinen Linien und geht in die bei uns auf dem deutschen Markt doch eher typische Bishounen-Richtung. Ich mochte ihn aber dennoch ganz gerne. In den meisten Fällen fand ich, dass die Emotionen gut rübergebracht waren. Es gab aber auch Szenen, da habe ich mich schwergetan und die Gesichtszüge wirkten irgendwie versteinert. Die Hintergründe sind hingegen eher sparsam ausgearbeitet und bestehen aus wenigen Details.

Fazit und Bewertung

Blue Lust ist ein Manga für all diejenigen, die eher ruhigere Boys Love mögen und sich auf eine emotionale, melancholische Story einlassen wollen. Es gibt zwar auch explizite Szenen, die sind aber sehr selten und so bekommt man einen Boys Love-Manga, in dem es nicht nur um das Eine geht. Mit drei Bänden hatte Blue Lust genau die richtige Länge, um sich zu entfalten, aber nicht in Nebensächlichkeiten oder Wiederholungen abzudriften.

Blue Lust” und viele weitere Manga-Titel findet ihr auf der Comic-Plattform izneo. Dort, wie auch hier unter dem Beitrag, steht euch auch eine kostenlose Leseprobe zur Verfügung. So könnt ihr in Ruhe in den Titel hereinschnuppern. Ihr könnt izneo auf allen Geräten die iOS oder Android unterstützen herunterladen sowie über den Browser besuchen. Neu ist zudem eine Nintendo Switch-App.



[WERBUNG durch Kooperation mit Izneo]

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