Die Stadt in deinen Farben ist nach Uns trennen Welten der zweite Einzelband, der von Mangaka Miso Umeda auf dem deutschen Markt veröffentlicht wurde. Beide Werke sind bei Egmont Manga erschienen und werden im Normalformat sowie als E-Book-Ausgabe herausgebracht.

Obwohl für mich Uns trennen Welten noch Luft nach oben hatte, habe ich mich nach längerer Überlegung doch dazu entschlossen, mir auch den zweiten Band der Mangaka auf dem hiesigen Markt anzusehen, um mir ein besseres Bild von ihrem allgemeinen Erzählstil zu verschaffen.


Text/Zeichnungen: Miso Umeda | Originaltitel: Kimi ni Somaru Machi no Iro | Verlag: Egmont Manga | Genre: Boys Love | Preis (Ebook-Version): 6,49€, Printausgabe: 7,50€ | Weitere Informationen


Inhalt

Der Musterschüler Yoshiyuki und der offene Chiba sind schon seit ihrer Kindheit befreundet und gehen durch Dick und Dünn. Chiba ahnt jedoch wenig davon, dass Yoshiyuki für ihn deutlich mehr empfindet als nur bloße Freundschaft. Yoshiyuki hat auch nicht vor, daran etwas zu ändern, auch nicht, als klar ist, dass sich ihre Wege nach der Schule trennen werden …

Wie war’s

Der Einzelband Die Stadt in deinen Farben besteht aus insgesamt zwei Geschichten. Den größten Raum nimmt die titelgebende Story ein, die insgesamt vier Kapitel umfasst. Daneben gibt es noch einen kurzen Oneshot, der zwischen dem dritten Kapitel und dem Epilog der Hauptgeschichte untergebracht wurde.

Die Hauptgeschichte befasst sich mit der Sandkastenfreundschaft zwischen Yoshiyuki und Daiki. Yoshiyuki ist dabei schon lange in Daiki verliebt, behält seine Gefühle aber für sich, da er weiß, dass Daiki sich nur für Mädchen interessiert. So sieht er still und heimlich zu, wie sein bester Freund immer wieder neue Freundinnen zu haben scheint. Die beiden Jungen stehen kurz vor dem Abschluss und neben der Liebe beschäftigt sie vor allem die Zukunft. Während Daiki schon früh beschlossen hat, eine Lehre zum Färber zu machen, möchte Yoshiyuki auf jeden Fall studieren. So gehen die beiden Schüler zunächst getrennte Wege, ehe es nach eineinhalb Jahren zu einem Treffen bei Daiki kommt, welches für die Freunde zu einer großen Bewährungsprobe werden sollte.

Die Stadt in deinen Farben schlägt eine ähnliche Erzählatmosphäre, wie schon der erste Einzelband Uns trennen Welten an. Insgesamt ist die Geschichte ruhig erzählt und insbesondere im ersten Teil von einer gewissen Melancholie geprägt. Leider gelingt es der Mangaka aber auch nicht wirklich in die Tiefe zu gehen und insbesondere zum Ende hin gerät das Erzähltempo aus den Fugen. Der Sprung von reiner Freundschaft zu etwas mehr geht über wenige Szenen von statten und lässt so an Tiefgang vermissen. Auch kann der Handlungsstrang nicht unbedingt durch frische Ideen punkten. Eine Geschichte wie diese, so hat man schnell das Gefühl, hat man schon oft gelesen.

In der Erzählperspektive entscheidet sich die Mangaka dazu, zunächst aus der Sicht von Yoshiyuki zu erzählen, ehe im zweiten Teil in die Sicht von Daiki gewechselt wird. Dadurch gelingt es Miso Umeda, dass man beide Gedankengänge nachvollziehen kann. Die jeweiligen Charakterisierungen werden gut getroffen, auch was ihre herausstechenden Charaktermerkmale betrifft. Die Figurenmuster an sich sind allerdings nicht wirklich neu und entsprechen doch dem Standardmustern im Boys-Love-Genre. Hier hätte man sich etwas Abwechslung gewünscht. Positiv hervorzuheben ist, dass die Mangaka auch eine Transfrau in diese Geschichte einbindet, die im zweiten Teil der Hauptstory als treibende Kraft agiert, um die Beziehung der Beiden auf eine andere Ebene zu bringen.

In der ebenfalls enthaltenden Kurzgeschichte Das Liebeslied im Käfig geht es um die Sagisawa und Ozaki. Sagisawa ist mit Ozaki zusammen, denkt aber, dass dieser ihn nur als eine Art Mädchenersatz sieht. Obwohl es ihn emotional belastet, versucht er, die Zeit mit Ozaki zu genießen, ehe er sich abwendet. Ozaki seinerseits ahnt von all dem Nichts. Durch die nur geringe Seitenanzahl schafft es Das Liebenslied im Käfig nicht eine emotionale Tiefe aufzubauen, auch der Handlungsverlauf leidet doch unter der geringen Seitenanzahl.

Der Zeichenstil von Miso Umeda besteht aus feinen Linien und geht in die einfachere Richtung, was aber sehr gut zur Atmosphäre der Geschichte passt. An Hintergründen spart die Mangaka häufig. Dafür arbeitet sie viel mit Rasterfolie, was die Verzierungen, Schattierungen als auch die Kleidung angeht. Die Panelgestaltung fällt unterschiedlich aus und die Mangaka setzt sowohl auf in sich abgeschlossene Panels sowie rahmenlose Panels, die in die anderen eingebettet sind.

Explizite Szenen gibt es in dem Manga kaum und so kann der Band auch von Boys-Love-Einsteigern gut gelesen werden.

Fazit

Die Stadt in deinen Farben ist ein kurzweiliger und netter Einzelband, der es aber im Handlungsverkauf nicht schafft, in die Tiefe zu gehen. Während zu Beginn doch eher ruhig erzählt wird, scheint die Mangaka später in Hektik zu verfallen und der Sprung von einer reinen Freundschaft bis hin zu einem Liebespaar verläuft aus meinen Augen leider zu schnell, um ihn wirklich wertzuschätzen.

Für Fans von ruhigeren und niedlichen Geschichten, die sich nicht daran stören, dass es zum Ende ein wenig zu flott geht, für die könnte dieser Band ein Glücksgriff für den Lesestoff zwischendurch darstellen. Auch Einsteiger in das Genre können beruhigt zu dem Band greifen. Es gibt nur wenige Szenen, die wirklich als erotisch bezeichnet werden können.


Die Stadt in deinen Farben ist im umfassenden Katalog der Online-Comic-Plattform izneo enthalten. Auf Izneo findest du ein großes Angebot an europäischen & amerikanischen Manga, Graphic Novels sowie Comics, welche du über verschiedene Endgeräte, wie Smartphone, Tablet oder sogar die Nintendo Switch lesen kannst. Dort, wie auch hier unter dem Beitrag, steht euch auch eine kostenlose Leseprobe zur Verfügung. So könnt ihr in Ruhe in den Titel hereinschnuppern.


Andere Meinungen zum Manga

Kisaranishikawa

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