Rezension Das Puppenhaus

In meiner Kategorie Comic-Affäre wende ich mich westlichen Comics zu, die nicht im Mangastil gezeichnet sind. Dieses Mal gelesen habe ich Das Puppenhaus, welches als zweiter Horror-Titel unter dem Label Hill House Comics veröffentlicht wurde.

Hinter Hill House steckt niemand anders als Joe Hill, der Sohn von Schriftstellerlegende Stephen King, der sich inzwischen selbst einen Namen als Horror-Autor gemacht hat. Anders als der erste Titel des Labels “Ein Korb voller Köpfe” stammt das Puppenhaus nicht aus seiner eigenen Feder, sondern von M. R. Carey und Peter Gross.

Titel: Das Puppenhaus | Originaltitel: The Dollhouse Family | Autor: M. R. Carey | Illustrator: Peter Gross & Vincent Locke | Genre: Horror | Verlag: Panini | weitere Informationen

Inhalt

Als Alice sechs Jahre alt ist, bekommt sie ein wunderschönes, antikes Puppenhaus geschenkt. Wenn sie in ihrem Leben Halt sucht oder aus der Realität flüchten möchte, wendet sich Alice ihrem Puppenhaus zu, um Trost zu finden. Eines Tages laden die Puppen sie plötzlich zu sich ein und mithilfe eines Zauberspruches wird sie in das Haus transportiert. Während ihr Leben in der realen Welt immer mehr aus den Fugen gerät, ist sie in der kleinen Welt des Puppenhauses immer willkommen. Das Puppenhaus möchte ihr sogar einen Wunsch erfüllen, der allerdings kommt mit einem Haken …

Wie war’s?

Das Puppenhaus ist aus zwei Handlungssträngen gestrickt. Wir haben zum einen die Handlung rund um Alice. Sie erbt als sechsjährige völlig überraschend ein Puppenhaus von einer unbekannten Großtante aus Irland. Schnell jedoch wird klar, dass es sich dabei keinesfalls um ein normales Spielzeug handelt, sondern um ein verzaubertes Puppenhaus. Durch einen besonderen Zauberspruch wird das Mädchen ins Haus gezogen und scheint dort alles zu finden, was sie glücklich macht. Als sie es in der realen Welt mit ihrem gewalttätigen Vater kaum noch aushält, greift sie zu drastischen Mitteln und muss bald erkennen, dass sie einer dunklen Macht im Puppenhaus geradewegs in die Hände spielt. Die zweite große Handlung, entführt uns in das frühe 19. Jahrhundert, in dem Joseph Kent in Irland eine Höhle erforscht und dabei eine folgenschwere Begegnung macht.

Der Band ist durch die zwei Handlungsstränge wie ein Puzzle aufgebaut, in dem sich erst nach und nach die Rätsel langsam auflösen und sich ein großes Ganzes ergibt. Die Wechsel zwischen den Handlungen ist dabei gut gewählt und man verfolgt die beiden Hauptcharaktere dabei, wie sich älter werden. Auch hilft es dabei, eine besondere Atmosphäre über den Band aufzubauen.

Alice selbst ist dabei so dargestellt, dass man ihr Handeln und ihre Gedanken nachvollziehen kann. Ihre Entwicklung geht zwar schnell vonstatten, da wir sie nur in bestimmten Lebensabschnitten begleiten, dennoch ist es detailliert genug, um mit ihr mitzufühlen. Ihr Leben ist von viel Leid durchzogen, dennoch lässt sich Alice nicht unterkriegen und versucht all die Hürden mit Mut zu meistern und steht für das ein, was ihr wichtig ist.

Auch Abseits von Alice werden die Charaktere und Handlungsstränge gut dargestellt, so dass der Leser sich nicht so schnell verliert, als zwischen den vielen Charakteren, Zeitlinien und Orten gesprungen wird.

Der Comic beginnt ruhig, baut aber eine immer bedrohlichere Atmosphäre auf, aus der es kein Entkommen zu geben scheint, ehe es zum großen Finale kommt. Darüber hinaus werden unterschiedliche Horrorelemente miteinander vermischt ohne dabei zu durcheinander zu wirken.

Die Zeichnungen von Peter Gross und Vince Locke schaffen eine düstere Atmosphäre und passen sehr gut zur Erzählung. Auch die Farbgebung ist für diese Art von Geschichte passend. Daneben können sich die Leser*innen über viele detailreiche Panels freuen.

Fazit

Das Puppenhaus war keine Horror-Geschichte, die mich nachts nicht mehr schlafen lassen würde. Dennoch ist der Band sehr gut erzählt und baut eine düstere Atmosphäre auf. Das Erzähltempo gut gesetzt. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und auch auf der künstlicherischen Ebene kann der Titel für mich überzeugen. Für mich war es der erste Comic aus unter dem Hill House-Label, wird aber nicht der Letzte sein.

Andere Meinungen zum Comic

Letterheart | Phantastiknews

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Vielen Dank an Panini für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

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