Rezension I Am Sherlock

Sherlock Holmes und John Watson sind eines der bekanntesten Ermittlerduos in der Kriminalliteratur und auch im japanischen Manga viel adaptiert. I am Sherlock liefert eine weitere Variante der Geschichte ab, die in naher Zukunft spielt und Sherlock zu einem Androiden macht.

Die insgesamt vierteilige Reihe erschien 2017 bis 2018 in Japan bei Shogakukan. Hierzulande sicherte sich Carlsen die Rechte an dem Manga und veröffentlicht diesen seit Oktober 2019. Die Story stammt von Naomichi Io, für die Zeichnungen ist Kotaro Takata zuständig.

ECKDATEN ZUM MANGA

Text
: Naomichi Io | Zeichnungen: Kotaro Takata
Originaltitel: I Am Sherlock
Zielgruppe: Shonen | Genre: Krimi
Verlag: Carlsen Manga
Preis (Ebook-Version): 4,99€, Printausgabe: 7,00€

Abgeschlossen in vier Bänden

Worum geht’s?

John Watson ist als einer der größten Versager Londons bekannt. Über Umwege kommt er zu einem neuen Mitbewohner, Sherlock Holmes, der zugleich auch ein neuartiger Android ist, der von Watson “Menschlichkeit” lernen soll. Die beiden beginnen schließlich ein Detektivbüro zu gründen. Nachdem sie zu Beginn wenig Erfolg haben und sich nur um vermisste Haustiere kümmern dürfen, kommt der erste große Mordfall, der sich als verzwickter rausstellt, als sich zunächst vermuten lässt.

Wie war’s?

Von der Handlung her, bringt I am Sherlock einen frischen Wind in das bekannte Sherlock-Schema. Dadurch dass Sherlock Holmes zu einem Androiden wird, bekommt man als Leser einen Faktor, den es in all den Adaptionen in der Literatur noch nicht gab. Die Fälle, auf die man in den ersten Bänden stößt sind dabei abwechslungsreich, aber nicht alle von gleichem Niveau. Es gab einige Zwischenkapitel, die nur zur Aufheiterung da waren und nicht unbedingt nötig waren, in einer mit vier Bänden ohnehin sehr kurzen Reihe. Nicht fehlen darf natürlich auch Gegenspieler Moriarty, wenn auch seine Auftritte bislang rar gesät waren und viele Fälle sich um andere Dinge gedreht haben.

Die Figuren des Mangas sind ihren literarischen Vorbildern nachempfunden. Das Duo hat viele der Eigenschaften übernommen, allerdings auch charakterliche Merkmale verändert. So war John Watson wie sein Vorbild Kriegsteilnehmer und Arzt, gilt aber als einer der größten Versager Londons und hat eher eine ruppige Umgangsweise. Aber auch hier wird er als doch er pragmatisches Gegenstück zu Sherlock eingeführt, damit dieser noch genialer wirkt. Auch Sherlock hat viele der Eigenschaften seines Vorbildes, wenn sein Wissen im Manga auch computerbasiert ist. Während dieses Schema bei den meisten Figuren gelingt, verkommt Mrs. Hudson leider zu einem Fanservice-Charakter mit Tollpatschigkeit und großer Oberweite. Gemeinsam haben dabei fast alle Charaktere eine Verjüngungskur, wodurch sie altersmäßig ungefähr in den 20ern anzuordnen sind.

Der Zeichenstil von Kotaro Takata ist klar und deutlich. Ansätze eines für shonentypischen Stilen sind zwar erkennbar, insgesamt wirkt der Stil aber eigenständig und hat einen gewissen Wiedererkennungswert. Die Hintergründe sind einfach gezeichnet und die Panels besitzen unterschiedliche Größen und Anordnungen.

Fazit & Bewertung

I am Sherlock hat mich in den ersten beiden Bänden nicht umhauen können und kann mit seinem literarischen Vorbild bei weitem nicht mithalten. Wer aber kleine Makel übersehen kann, bekommt unterhaltsame Lesestunden serviert. Empfehlen würde ich den Manga aber vor allem denjenigen, die gerne im Shonen-Bereich lesen und mit Fanservice-Momenten keine Schwierigkeiten haben.

I am Sherlock ist im umfassenden Katalog der Online-Comic-Plattform izneo enthalten. Auf Izneo findest du ein großes Angebot an europäischen & amerikanischen Manga, Graphic Novels sowie Comics, welche du über verschiedene Endgeräte, wie Smartphone, Tablet oder sogar die Nintendo Switch lesen kannst. Dort, wie auch hier unter dem Beitrag, steht euch auch eine kostenlose Leseprobe zur Verfügung. So könnt ihr in Ruhe in den Titel hereinschnuppern.

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