In der Kategorie “Ein Manga, drei Meinungen” wird euch nicht nur eine Meinung zu einem Manga präsentiert, sondern drei und damit gleichzeitig auch drei unterschiedliche Einblicke zu einem Titel. Dieses Mal haben wir für euch Koko Debut genauer unter die Lupe genommen.

Die Reihe ist in Deutsch bereits stark vergriffen. Wer sie also lesen möchte, den bleibt nur der Gebraucht-Kauf oder aber das Ausweichen auf eine englische Ausgabe. Bei VIZ Media ist eine 3-in-1-Ausgabe sowie die normale Ausgabe für den Titel noch erhältlich. Achtung: Dort erscheint der Titel nicht unter Koko Debut, sondern High School Debut. Ebenfalls gilt darauf zu achten, dass die normale Ausgabe nicht bis zum finalen Band 15 geht, sondern bei Band 13 enden. Nicht wild, da die finalen Bände nur Zusatzhandlungen beinhalten.

Koko Debut war die erste Reihe, die von Mangaka Kazune Kawahara auf Deutsch lizenziert wurde. Inzwischen sind ihr die Reihen Ein Freund zum Verlieben sowie My Love Story und der Einzelband Das Geheimnis einer Freundschaft gefolgt. Bei den beiden letztgenannten Titeln ist sie nur für die Story verantwortlich.

ECKDATEN ZUM MANGA

Text & Zeichnungen:
 Kazune Kawahara
Originaltitel: Koukou Debut
Zielgruppe: Shojo | Genre: Romance, Comedy
Verlag: Egmont Manga
Preis: 6,50€ (der Manga ist zum Großteil verlagsvergriffen)

In 15 Bänden abgeschlossen

Worum geht’s?

Haruna möchte auf der Highschool einen Neustart wagen, endlich bei den Jungs beliebt sein und einen Freund haben. Sie trägt hübsche Klamotten, macht sich schick und doch will es einfach nicht klappen. Als sie den beliebten Yoh durch einen Zufall kennenlernt, scheint der sofort zu wissen, woran das liegt und sie bittet ihn darum, sie in Sachen Styling und Liebe zu coachen. Dabei hat er allerdings eine Bedingung: Sie darf sich nicht in ihn verlieben!

Wie war’s?


speckolga

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Koko Debut steht bei mir schon ziemlich lange im Regal, 2 Jahre bestimmt! Ich kann nicht mal sagen, warum, ich habe mich irgendwie immer vor dem Lesen gedrückt. Doch kommen wir zuerst zu den positiven Aspekten.

Haruna hat mir zu Anfang wirklich super gut gefallen! Ihre total seltsamen Klamottendebakel waren lustig und wie sie verzweifelt versucht den Jungs zu gefallen, auch irgendwie süß. In der Realität mag ich sowas zwar nicht, aber der Manga hat es gut vermittelt. Yoh mochte ich ebenfalls. Ich stehe auf so leicht mürrische, männliche Charaktere. Die Chemie der beiden hat gut funktioniert und die ersten vier bis fünf Bände hatte ich großen Spaß am Lesen. Wie sich die Beziehung der beiden entwickelt, Yoh ihr hilft wie ein normaler Mensch auszusehen und die beiden sich verlieben – Das war wirklich süß!

Und dann kamen die nächsten drei bis vier Bände und ganz plötzlich war die ganze Magie raus! Ich hatte auf einmal richtig Schwierigkeiten den nächsten Band aufzuschlagen, da ich das Gefühl hatte, die Beziehung wird jetzt entweder mit Klischees bombardiert, zB. durch eine Exfreundin oder neue Verehrer für Haruna. Außerdem mag ich es normalerweise, wenn auch die Nebencharaktere etwas Platz bekommen… Hier nicht. Yohs Schwester ist so unsympathisch, sowie alle Freunde der beiden komplett charakterlos und langweilig. Als diese dann auch mal in den Fokus rücken, hat mich der Manga komplett verloren. Ich wollte die Reihe eigentlich in einer Woche zu Ende lesen, jedoch konnte ich mich dazu absolut nicht aufraffen. Deswegen habe ich sie nun nach Band 8 abgebrochen. Ich habe versucht in die nächste Bände nochmal reinzuschauen, dann sah ich die obligatorische Strandszene und hatte noch weniger Lust, den Manga weiterzulesen. Ich muss also leider sagen, dass Kazune Kawahara mich erneut zum Abbruch bewegt hat, wie auch schon bei Ein Freund zum Verlieben.


Anna

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Kazune Kawahara ist eine meine liebsten Mangaka und ich habe Daheim jeden ihrer Titel im Regal stehen. Koko Debut dreht sich um Haruna Nagashima, die sich in der Highschool vornimmt in Sachen Liebe alles anders zu machen. Sie entscheidet sich dafür, ihre Leidenschaft – das Softballspiel – aufzugeben und einen Freund zu finden. Doch schnell stößt sie auf ein Problem: Sie schafft es einfach nicht, Männer von sich zu beeindrucken.

Eines Tages stößt sie durch Zufall auf Yoh Komiyama, einen der populärsten Schüler. Haruna ist sofort davon überzeugt, dass er ihr Problem lösen kann und bittet ihn um Hilfe. Der gibt schließlich nach, hat aber die Bedingung an sie, dass sie sich nicht in ihn verlieben darf.

Man braucht kein Hellseher sein, um zu wissen, dass die Beiden sich ineinander verlieben und schließlich zu einem Paar werden.

Zugegeben Koko Debut ist nicht mein Favorit von Kawahara (das ist und bleibt Aozora Yell, in dessen Genuss das deutsche Publikum nicht kam), am Ende genieße ich ihre Geschichten aber dennoch immer wieder. Die Idee war damals sehr erfrischend für mich und ich habe den Manga über große Strecken genossen. Auch die Charaktere mag ich sehr gerne: Die impulsive Haruna und der doch eher zurückhaltende, ernste Yoh ergänzen sich perfekt. Einzig zu bemängeln gäbe es, dass die Reihe insbesondere zum Ende ihre Längen hat und sich so anfühlt, als würde sie durch einzelne Episoden verlängert, wo der richtige Zeitpunkt für den Abschluss bereits gefunden war.

Kawaharas Zeichenstil ist ziemlich markant und man würde ihn unter vielen sofort erkennen, allerdings auch nicht besonders abwechslungsreich vom Charakterdesign. Ihre Charaktere ähneln sich zwar in der Serie nicht besonders, sind aber über Reihen hinweg oft eintauschbar.

Ich denke, Koko Debut ist für all diejenigen etwas, die gerne Shojo lesen, aber sich auch nicht daran stören, wenn es mal ein wenig komplizierter wird.


Kerstin (lostinmanga)

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Shojo-Romancen sind ein großes Gebiet und erfreut sich in Deutschland doch großer Beliebtheit. Die Diamanten in all den Titeln zu finden fällt mir allerdings zunehmend schwerer. Oft ähneln sich die Storys ungemein und auch die Charaktere scheinen aus einer Gussform zu stammen. Koko Debut war ein Titel, den ich vor Jahren gelesen habe und damals wirklich mochte. Jahre später mit dem Reread hat sich der Blick auf die Reihe verändert. Koko Debut schafft es zwar über einige Bände eine neue, frische Geschichte zu schaffen, dann aber verliert sich die Reihe aus meiner Sicht aber leider in typische Shojo-Plot-Wendungen, unnötiges Drama und Situationen und Missverständnisse, die ich ab und an so gar nicht nachvollziehen konnte.

Alles was der Manga sich an Individualität in der ersten Hälfte aufgebaut hatte, geht komplett flöten.
Das Problem des Plots trifft leider auch auf die Charaktere zu. Beide Hauptcharaktere sind zu Beginn der Reihe wirklich interessant. Leider aber gelingt bei Haruna nicht wirklich die Entwicklung. Sie bleibt irgendwie immer gleich und scheint nicht aus Situationen zu lernen. Yoh hingegen macht da schon eher eine Entwicklung durch, die mir wirklich gefallen hat und man sieht ihn durchaus wachsen. Die Nebencharaktere sind nett, insbesondere zu Yoh’s Schwester aber konnte ich nie wirklich eine Beziehung aufbauen und besonders in der letzten Hälfte des Mangas ging sie mir doch derbe auf den Zwirn, um es deutlich auszudrücken.

Der Zeichenstil von Kawahara ist in diesem Titel noch sehr rau und nicht wirklich der süße Shojo-Stil, dennoch mochte ich ihn sehr, da ich etwas skizzenhaftere Stile sehr mag.

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