[Anzeige, da Rezensionsexemplar]
Mangaka Roji kommt auf dem deutschen Markt zu einer weiteren Veröffentlichung. Nachdem Panini Manga bereits ihre Reihe “Mein Leben mit Papa und Papa” herausgebracht hat sowie vor einigen Monaten den Einzelband “Ao und Midori” folgen ließ, erschien jüngst der Band “Bis du Ja sagst”.
In Japan waren die einzelnen Kapitel zwischen November 2022 und April 2023 unter dem Originaltitel Shinyuu no “Dousei Shite” ni “Un” te Iu Made” im Magazine Be x Boy von Libre zu lesen.

Story & Zeichnungen: Roji | Originaltitel: Dousei Shite” ni “Un” te Iu Made | Übersetzung: Dorothea Überall | Genre: BL, Romance | Verlag: Panini Manga | Preis: 8,99€ | der Manga auf der Verlagsseite

Wie war’s?
“Bis du Ja sagst” erzählt eine klassische Boys-Love-Geschichte über Freundschaft, verpasste Chancen und die Angst davor, eine vertraute Beziehung zu verändern. Im Mittelpunkt stehen Wataru und Minato, die sich in der Schulzeit über ihre gemeinsame Leidenschaft für Fotografie kennenlernen. Aus dieser Verbindung wächst eine enge Freundschaft, die sich im Studium durch eine gemeinsame Wohnung weiter vertieft. Erst als Minato nach dem Abschluss für die Arbeit wegzieht und der Kontakt abbricht, erkennt Wataru, dass seine Gefühle für seinen besten Freund längst romantischer Natur sind.
Als die beiden sich Jahre später wieder begegnen, scheint sich das Machtgefüge verschoben zu haben. Nun ist es Minato, der offen Nähe möchte und Wataru vorschlägt, wieder zusammenzuziehen und zwar diesmal als Paar. Wataru hingegen blockt ab, gefangen in der Angst, die letzte stabile Beziehung seines Lebens zu verlieren, sollte er „Ja“ zu einer romantischen Verbindung sagen. Der Manga entfaltet diesen inneren Konflikts, der dem Titel seinen Namen gibt.
In seiner Grundstruktur ist “Bis du Ja sagst” sehr vertraut. Friends to Lovers, gegensätzliche Charaktere, ein gemeinsames Hobby als emotionales Bindeglied und die große Unsicherheit vor dem Geständnis, all das sind bekannte Motive, die hier bewusst eingesetzt werden. Viele Nebenfiguren, etwa Eltern und Großeltern, tauchen nur kurz auf, hinterlassen aber dennoch einen positiven Eindruck und tragen zu einer seichten Atmosphäre bei.
Besonders gelungen ist in dem Einzelband die Verknüpfung von Fotografie und Emotion. Fotos dienen nicht nur als gemeinsames Hobby, sondern als Metapher für Nähe, Wahrnehmung und Liebe. Minatos Blick durch die Kamera wird zum Ausdruck seiner Gefühle. Diese Idee ist nicht unbedingt neu, aber gut umgesetzt und fügt sich stimmig in das emotionale Zentrum der Geschichte ein.
Trotzdem bleibt der Manga nicht frei von Schwächen. Der Einstieg wirkt etwas abrupt. Die romantische Spannung wird schnell etabliert, ohne dass man die frühere Freundschaft der beiden wirklich miterlebt. Vieles wird erzählt, nicht gezeigt. Man weiß, dass Wataru und Minato zehn Jahre verbunden sind, dass sie zusammengelebt haben, dass sie einander wichtig waren, aber diese gemeinsame Vergangenheit bleibt größtenteils außerhalb der Seiten, was der Geschichte am Ende doch an emotionaler Tiefe nimmt.
Auch Watarus Zögern wirkt nicht immer ganz schlüssig. Seine Angst, die Freundschaft zu verlieren, ist emotional nachvollziehbar. Gleichzeitig hat die Freundschaft zu Minato durch dessen Wegzug bereits einen Bruch erfahren, was die Frage aufwirft, wovor Wataru sie eigentlich noch schützt. Diese innere Logik bleibt etwas vage und erschwert es stellenweise, seine Entscheidungen vollständig nachzuvollziehen.
Minato hingegen gewinnt im Verlauf des Mangas an Tiefe, vor allem in den Kapiteln aus seiner Perspektive. Seine emotionale Zurückhaltung, die ihn in der Kindheit isolierte, steht in starkem Kontrast zu seiner aufrichtigen, direkten Zuneigung zu Wataru. Seine Szenen mit dem Großvater gehören zu den schönsten Momenten des Bandes und verleihen der Geschichte zusätzliche Wärme und Menschlichkeit.
Erzählerisch bleibt “Bis du Ja” sagst insgesamt sehr zurückhaltend. Die Beziehung entwickelt sich langsam, teilweise fast zu langsam, und größere emotionale Höhepunkte sind selten. Wer ein intensives Drama oder eine tiefgehende psychologische Auseinandersetzung erwartet, wird hier eher eine sanfte, beinahe scheue Romanze finden. Auch die physische Ebene bleibt bewusst minimalistisch, was zur Figurenzeichnung passt, aber nicht alle zufriedenstellen dürfte.
Von Panini Manga wird der Einzelband im handelsüblichen Taschenbuchformat herausgebraucht. Als Extra liegt ein Artprint und eine SNS-Card bei, die jeweils das Cover-Motiv zeigen.
Fazit
Am Ende ist “Bis du Ja sagst” vor allem eines: eine ruhige, ehrliche Geschichte über zwei Menschen, die lernen müssen, ihre Beziehung neu zu betrachten. Sie lebt von kleinen Gesten, stillen Momenten und dem beharrlichen Versuch, einander wirklich zu sehen. Nicht alles ist perfekt ausgearbeitet, und manches fühlt sich eher skizziert als ausgeformt an.
Für Fans von sanften Boys-Love-Romanzen, die Wert auf emotionale Nähe, alltägliche Intimität und positive Beziehungen legen, ist dieser Manga eine schöne Lektüre. Er bleibt vielleicht nicht lange im Gedächtnis, aber er hinterlässt ein angenehmes Gefühl.

Bei diesem Manga handelt es sich um ein Rezensionsexemplar, welches mir freundlicherweise von Panini Manga zur Verfügung gestellt worden ist.



