Herzlich willkommen auf meinem Mangablog. Hier findet ihr Rezensionen zu deutschen und englischen Manga sowie Beiträge über Themen und Aspekte, die mich an dem Medium interessieren. Ab und an schaue ich auch über den Tellerrand hinaus und schnuppere in Comic-Kunst abseits Japans hinein.

Berserk: Ultimative Edition (Band 10)

Berserk: Ultimative Edition (Band 10)

[Anzeige, da Rezensionsexemplar]

Kurz nachdem ich meine Rezension zu Band neun veröffentlicht hatte, erschütterte eine Meldung die Mangawelt: Kentaro Miura ist am 6. Mai 2021 mit nur 54 Jahren verstorben. Ob Berserk nun nach Miuras Tod fortgeführt wird, ist noch nicht klar. So oder so hätte er aber auch mit seinem unvollendeten Werk einen Bärendienst für die Mangacommunity geleistet und nicht nur dem Fantasy-Bereich neue Impulse gegeben.

Ursprünglich im Jahr 1990 veröffentlicht, verkaufte Berserk über 50 Millionen Exemplare weltweit, was ihm zu einem der meistverkauften Manga aller Zeiten macht. Auf Deutsch erscheint die Serie seit 2001 bei Panini und inzwischen hat es der Klassiker auf drei verschiedene Editionen gebracht. Neben der normalen Ausgabe im Taschenbuchformat, gibt es die Max-Ausgabe sowie die Ultimative Edition im Großformat mit Plastik-Umschlag. Die Max-Edition wie auch die Ultimative Edition sind jeweils 2-in-1-Editionen.

Der zehnte Band der Ultimative-Edition umfasst die Bände 19 und 20 der regulären Ausgabe. Wir befinden uns also auf halben Weg zum wohl letzten Band.

In der Rezension versuche ich, auf große Spoiler zu verzichten, bedenkt aber bitte, dass ich manchmal auch wichtige Teile der Handlung erzählen muss, um meine Meinung verständlich zu reflektieren. Wollt ihr sicher gehen, nicht gespoilert zu werden, interessiert euch aber für die Reihe, schaut in meine Rezension zu Band eins rein.

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Text/Zeichnungen: Kentarou Miura | Originaltitel: Berserk | Verlag: Panini Manga | Kategorie: Seinen | Genre: Action, Fantasy | Preis: 19,99€ | Großformat | Mehr Informationen und Leseprobe

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Wie war’s?

Guts ist im Kloster Albion angekommen, um Kjaskar zu finden. Begleitet wird er dabei von dem Jungen Isidro, den er und Puck auf ihrer Reise aufgelesen haben. Obwohl er dort Lucia findet und eine Spur zu Kjaskar hat, scheint er zu spät zu kommen.

Die Sekte, die Kjaskar für ihre Hexe hält, hat sie bereits in die Hände bekommen und ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt. Guts setzt alles daran, sie zu finden und in Sicherheit zu bringen.
Zunächst scheint es so, als würde er sie tatsächlich retten können, doch dann rinnt sie ihm erneut durch die Finger und wird in die Folterkammer des Klosters gebracht.

Das Böse baut sich in Albion auf, als die Nacht hereinbricht und ein Kampf ums Überleben beginnt.

Nach dem schwächeren achten Band hat Berserk bereits im vorherigen Band das Tempo deutlich angezogen und auch im zehnten Band kommen Dark-Fantasy-Fans voll auf ihre Kosten. Guts scheint immer kurz davor, endlich mit Kjaskar vereint zu sein, bevor sie ihm abermals entrinnt. Man fühlt mit Guts mit, ist hoffnungsvoll, als er Kjaskar endlich findet, um dann mitzuerleben, wie sie wieder in Gefahr gerät. Miura macht in diesem Band einen großartigen Job in der Entwicklung des Handlungshöhepunktes. Die Action baut sich langsam auf, während die verschiedenen Charaktere alle in Kämpfe verwickelt werden.

Verschiedene Mächte prallen aufeinander und neue Allianzen bilden sich, während es darum geht zu überleben. Die Leserschaft spürt, dass sich ein neuer Höhepunkt im Handlungsverlauf anbahnt, während sich eine dunkle Macht an dem Kloster erhebt. Als Leser*in fliegt man regelrecht durch die Seiten dieses Bandes. Es gibt Action nonstop.

Positiv hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang, dass es der Mangaka schafft, selbst Nebenfiguren viel Aufmerksamkeit zu schenken. Isidro ist eine gute Ergänzung für das Duo. Der Junge verfügt zwar nicht über die Kräfte von Guts, dafür aber über jede Menge Mut. Gemeinsam mit Puck sorgt er auch dafür, dass die dunkle Welt ab und an aufgelockert wird. Aber auch die Frauen um Kjaskar werden nicht als bloße Randfiguren behandelt, sondern können sich in dem Band weiterentwickeln und tragen mit ihrem Handeln zur Entfaltung des Großen und Ganzen bei.

Miuras Illustrationen sind einmal mehr herausragend. Sie ist detailliert und kraftvoll. Der Stil des Mangakas ist düster gehalten und im großen Teil des Mangas sehr detailliert und fein ausgearbeitet. Er schreckt nicht davor zurück, all die Brutalität seiner Geschichte in seinen Bildern zu zeigen. Die Kämpfe sind sehr dynamisch gezeichnet und kommen ohne viel Gerede aus. Um das Geschehen wirklich in all seinem Detailreichtum darstellen zu können und bestimmte Momente in den Vordergrund zu rücken, arbeitet Miura viel mit großen Panels und Splash-Pages. Die Emotionen der Charaktere sind spürbar und intensiv dargestellt.

Fazit

Der zehnte Band von Berserk weiß die Leser*innen mit einem Actionspektakel in seinen Bann zu ziehen. Man fiebert mit, ob es Guts gelingt, Kjaskar zu retten und von nun an mit ihr gemeinsam auf Wanderschaft zu gehen, um damit auch seine Fehler nach der großen Sonnenfinsternis gutzumachen.

Dem Mangaka gelingt es gut, zu zeigen, wie sich Guts seit Beginn der Reihe gewandelt hat und wie sich seine Prioritäten verschoben haben. Gleichzeitig hat Miura immer einen Blick darauf, auch die Nebenfiguren ausreichend zu skizzieren und nicht aus den Augen zu verlieren.

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Weitere rezensierte Bände der Serie

Band 1 | Band 2&3 | Band 4&5 | Band 6&7 | Band 8 | Band 9

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Bei diesem Manga handelt es sich um ein Rezensionsexemplar, welches mir freundlicherweise von Panini Manga zur Verfügung gestellt worden ist. Vielen Dank dafür!

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