Sweetness & Lightning

Mit Sweetness & Lightning möchte ich euch eine englische Reihe vorstellen, die mich sehr berührt hat und zu den liebsten Serien in meiner Sammlung gehört. Zu dem Manga bin ich über den Anime gekommen.

Sweetness & Lightning lief (und läuft auch noch) bei Crunchyroll und ich habe dort auf der Suche nach einem Slice of Life reingeschaut. Es war allerdings Liebe auf den zweiten Blick. Mich hatte die Kurzbeschreibung nicht sofort angesprochen und es hatte gedauert, bis ich ihn tatsächlich auch angesehen habe. Dann aber habe ich mich sofort in die quirlige Tsugumi und ihren Vater Kohei verliebt. So geriet dann auch der Manga schnell in mein Visier. Weiterer Pluspunkt des Mangas: Es wurden nur wenige Bände der Reihe in dem Anime umgesetzt und entsprechend gibt es massig neue Inhalte.

ECKDATEN ZUM MANGA

Text&Zeichnungen: Gido Amagakure
Originaltitel: Amaama to Inazuma
Kategorie: Seinen | Genre: Slice-of-Life, Gourmet
Übersetzung:
Verlag: Kodansha
Seiten: bandabhängig | Großformat
In zwölf Bänden abgeschlossen

Leseprobe Band 1

Worum geht es?

Kohei Inuzuma gibt sein Bestes, um seiner Tochter Tsumugi, nach dem Tod seiner Frau, ein guter Vater zu sein. Doch das Leben als alleinerziehender Vater ist alles andere als leicht und die Kochkünste des Lehrers lassen zu wünschen übrig. So bleibt ihm nichts anders übrig, als Fertiggerichte zu kaufen. Ein Umstand, der schnell auf Unmut bei der fünfjährigen Tochter stößt. Durch eine zufällige Begegnung mit einer Schülerin Koheis wendet sich die Flaute im Kochtopf und er entdeckt die Freuden des gemeinsamen Kochen und Essens.

Meine Meinung

Sweetness & Lightning schafft den Spagat, der im Slice-of-Life-Genre so schwer ist. Der Manga dreht sich um Alltägliches, die einzelnen Kapitel folgen einem Grundschema und doch wurde es mir nie langweilig. Über die Bände übergreifend sieht man den Charakteren dabei zu, wie sich wachsen und wie sie schwierige Phasen meistern.

Getragen wird der Manga dabei von den drei Hauptfiguren. Zum einen sind da Kohei und seine Tochter Tsumugi, zum anderen Kotori. Sie ist die Schülerin von Kohei und kocht gemeinsam mit den Beiden im Restaurant in der Mutter. Alle drei Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet und machen im Laufe der Reihe eine Entwicklung durch.

Durch den Tod der Mutter/der Frau kommt immer wieder die Thematik des Verlusts und der Trauer auf. Umso älter Tsumugi wird, desto mehr möchte sie über ihre Mutter erfahren. Das führt zu Situationen, in der auch Kohei sich immer wieder mit dem frühen Tod der Frau auseinandersetzen muss, die er sehr geliebt hat. Das führt zu den mit emotionalsten Stellen in der gesamten Reihe. So herzerwärmend Sweetness & Lightning sein kann, so sehr zerreißt einen die tragischen Augenblicke das Herz.

Kohei ist ein Charakter, dessen Rolle gut geschnitzt ist und auf das reale Leben übertragbar ist. Er verwöhnt Tsumugi nicht und weiß, dass er ihr die Mutter nicht ersetzen kann, trotzdem versucht er ihr, einen Platz zu bieten, an dem sie sicher und glücklich ist. Wenn die Situation es verlangt, kann er strickt sein und verwöhnt Tsumugi nicht. Was mir gut an ihm gefällt, ist, dass er sie nie als dumm betrachtet und versucht, auf alle ihre Fragen eine ehrliche Antwort zu finden, auch wenn es nicht immer leicht ist.

Tsumugi verhält sich in allen Phasen der Serie genauso wie man es von einem Mädchen in ihrem Alter erwartet. Manchmal ist sie eben bockig, wenn ihr Vater ihr nicht zuhört und ihre Probleme nicht auf Anhieb versteht. Welches Mädchen in dem Alter ist das nicht? Während Tsumugi am Anfang des Mangas noch sehr jung ist, begleiten wir sie durch die Zeit im Kindergarten, der Grundschule und werfen einen kurzen Blick auf das Leben der Teenager-Tsumugi.

Das Koch-Trio komplettiert Kotori, die gerade in den letzten Jahren der Highschool ist. Ihre Entwicklung konzentriert sich vor allem darauf, was sie nach der Schule machen möchte und wie ihre Gefühle zu Kohei und Tsumugi sind. Darüber möchte ich nicht zu viel verraten, ich bin aber sehr dankbar dafür, wie der Mangaka mit dieser Frage umgegangen ist und sie gelöst hat.

Auch gibt es liebenswürdige Nebencharaktere. Über sie erfährt man zwar nicht so viel wie über die Hauptpersonen, sie wirken aber keinesfalls blass und haben wichtige Funktionen in dem Leben von Tsumugi und Kohei. Besonders Yagi mochte ich mit seiner doch liebevollen, grimmigen Art immer sehr gerne.

Der Zeichenstil von Gido Amagakure hat mir sehr gefallen. Er spart zwar an spektakulären Hintergründen, die Personen sind aber klar und deutlich gezeichnet und verfügen über ein großes Spektrum an Emotionen. Amagakures Artwork ist sehr klar und man konnte den Panels sehr leicht folgen.

Als kleines Extra sind die jeweiligen Rezepte, der Speisen, die in den jeweiligen Kapiteln gekocht werden, am Ende der Kapitel angefügt. Wenn man es den wollen würde, könnte man sie also durchaus nachkochen.

Fazit & Bewertung

Ich empfehle die Reihe auf jeden Fall allen Fans von Slice-of-Life, die sich nicht davor scheuen auch mal Englisch zu lesen. Sweetness & Lightning lädt zum Abschalten ein, verfügt aber auch über viele tiefe Szenen und Charaktere.

  • 9/10
    Cover - 9/10
  • 9/10
    Zeichenstil - 9/10
  • 8.5/10
    Story - 8.5/10
  • 9/10
    Charaktere - 9/10
8.9/10

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.