Rezension - Am Rande des Nachthimmels

Nach elf Jahren treffen Grundschullehrer Hoshino und sein ehemaliger Schulkamerad Sudo wieder aufeinander. Nun gilt es für sie herauszufinden, was für eine Verbindung sie damals wirklich hatten und wie diese sich über die Jahre verändert hat.

Am Rande des Nachthimmels ist einer von vielen Boys-Love-Einzelbänden im Egmont Manga-Sommerprogramm, sticht aber durch die besondere Ausstattung hervor. Der Verlag bringt dem Manga in einem Großformat heraus. Das Cover wirkt durch Spottlack-Anteile sehr edel und es gibt eine Farbseite. Das Papier ist ebenfalls sehr hochwertig und fest.

Das Werk ist das erste der Mangaka Nojico Hayakawa auf dem deutschen Markt. In Japan gibt es bereits eine Spin-off-Reihe.

Eckdaten zum Manga
Text
& Zeichnungen: Nojiko Hayakawa
Originaltitel: Yozora no Sumikko de,
Genre: Boys Love, Romance, Slice of life
Verlag: Egmont Manga
Preis: 12,00 € | Großformat

Weitere Informationen & Leseprobe

Worum geht es?

Nach elf Jahren kommt es zwischen dem Grundschullehrer Hoshino und Sudo, der in der Highschool eine Klasse über ihm war, zu einem unverhofften und überraschenden Wiedersehen. Denn ausgerechnet Sudo ist der Vater von Shota, dem großen Problemkind in Hoshinos Klasse. Damals sind die Beiden auseinandergegangen, ohne wirklich herauszufinden, was sie füreinander empfinden, nun heißt es für sie sich darüber klar werden, wie sie zueinander stehen.

Meine Meinung

Die Geschichte hat mir gut gefallen, wenn ich auch etwas brauchte, um hineinzufinden und mit den Charakteren warm zu werden. Insgesamt besitzt der Manga einen ruhigen, eher melancholischen Unterton und ist daher vor allem für Slice-of-Life-Fans zu empfehlen. Explizite Szenen gibt es in diesem Band gar keine. Der Fokus liegt auf dem Wiederentdecken und Festigung der Gefühle der beiden Hauptcharaktere.

Besonders den Teil, in dem wir mehr über Sudos Zeit auf der Universität erfahren und letztendlich aufgeklärt wird, was mit der Mutter von Shota passiert ist, hat mich besonders gepackt und hier hätte ich gerne ein wenig mehr gelesen. Ebenso von der Vater-Sohn-Beziehung der beiden Charaktere, die eine besondere Dynamik zu haben schien.

Der Erzählstil geht eher ins Episodische und die Übergänge sind zu weilen scharf und sprunghaft. Auch das Rückblenden nicht durch schwarze Hintergründe kenntlich gemacht werden, sorgt dafür, dass man beim Lesen immer auf der Hut sein muss.

Für eine besondere Atmosphäre in dem Manga sorgt insbesondere der Zeichenstil der Mangaka. Der Stil ist sehr untypisch und setzt sich von dem großen Teil in Deutschland lizenzierten Boys Love-Werken ab. Der Stil von Nojico Hayakawa hat etwas Skizzenhaftes und auch Minimalistisches, dadurch das auf viele Hintergründe verzichtet wird. Ein Stil, der aus meiner Sicht perfekt zur melancholisch angehauchten Story passt. Die einzelnen Charaktere sind dabei sehr gut auseinanderzuhalten. Von der Panel- und Sprechblasenanordnung geht der Stil der Mangaka ebenfalls etwas ins Wilde und manchmal musste man beim Lesen schon aufpassen, um mitzubekommen, wer jetzt gerade überhaupt spricht. Insgesamt hat der Manga sehr viel Text und so ist man trotz des eher dünneren Bandes einige Zeit beschäftigt.

Von den Charakteren mochte ich insbesondere Sudo sehr gerne und zu ihm konnte ich eigentlich ziemlich schnell eine Verbindung aufbauen. Sein Handeln und seine Beweggründe sind insbesondere dann zu verstehen, wenn man mehr über seine Vergangenheit erfahren hatte. Mit Hoshino hingegen hatte ich größere Probleme und konnte ihn nicht komplett in mein Herz schließen. Ich denke, dass er schon viel früher offen mit Shota hätte reden müssen und eine Situation zwischen den Beiden nicht als kindlichen Leichtsinn abtun hätte sollen. Shota an sich ist sehr gelungen und handelt doch die meiste Zeit, wie man es für sein Alter erwarten würde.

Fazit & Bewertung

Mit Am Rande des Nachthimmels bekommt der Leser einen Boys-Love-Manga, der sich abzusetzen weiß und das nicht nur durch die hochwertige Umsetzung des Verlages. Die Geschichte ist ruhig erzählt und besitzt einen melancholischen, zuweilen verträumten Unterton. Da auf explizite Szenen verzichtet wird, ist der Manga zudem auch für Einsteiger in das Genre eine gute Wahl.

Vielen Dank an Egmont Manga für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

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