They Called Us Enemy - Rezension

In meiner Kategorie Comic-Affäre geht es um westliche Comics, die aber auch für Manga-Fans von Interesse sein können. In meinem ersten ausgewählten Werk geht es um einen autobiografisches Werk von George Takei.

Während des Zweiten Weltkriegs sperrten die USA um die 120.000 Amerikaner japanischer Herkunft in Internierungslager. Darunter war auch George Takei, den viele durch seine Rolle in Star Trek kennen dürften, und seine Familie. In “They Called Us Enemy” erzählt der Schauspieler vom Leben in den Lagern.

ECKDATEN ZUM TITEL
Autoren
: George Takei, Steven Scott, Justin Eisinger
Illustratorin: Harmony Becker
Genre: Autobiografie, Historisch
Verlag: Cross Cult
Preis (Ebook-Version): 11,99€ , Printausgabe: 25,00€

Worum geht es?

Takei war noch nicht einmal eingeschult, als er, seine Eltern und die jüngeren Geschwister aufgrund der Executive Order 9066 von Präsident Franklin D. Roosevelt gezwungen waren, ihre Wohnung zu verlassen und sich bei der Rennstrecke von Santa Anita zur „Bearbeitung und Entfernung“ zu melden. Die Familie wird in eines der vielen Internierungslager geschickt.

Meine Meinung

Takei erinnert an eine Zeit in der Geschichte Amerikas, die kaum aufgearbeitet wurde. Auch bietet die Graphic Novel viele Parallelen zur Gegenwart und warnt uns davor, wie einfach es ist, andere Gruppen in Feinde zu verwandeln. Man muss nur auf die aktuellen Ereignisse blicken und schon merkt man, dass das Thema aktuell bleibt.

Viele Stellen im Comic haben mich nachdenklich gestimmt und es ist ungeheuerlich, mit welcher Ungerechtigkeit manche Menschen behandelt wurden und auch noch werden. Da waren die japanischen Amerikaner, die in der US-Armee dienten. Die höchste dekorierte Einheit der Militärgeschichte bestand zum Großteil aus japanischen Amerikanern und doch blieben ihre Familien in Internierungslagern, weil man an ihrer Loyalität zweifelte. Da waren die vielen Familien, die alles verloren haben, was sie sich hart erarbeitet hatten. Diejenigen, die in den USA geboren wurden und doch Feinde waren.

Das Team hinter der Graphic Novel binden den historischen Kontext in den der Geschichte von Takeis Familie reibungslos ein, so dass die Leser gleichzeitig die täglichen Demütigungen erleben, die die Japaner in den Lagern erleben, aber auch ein Verständnis für die Gesetze und Maßnahmen bekommen, die zu dieser Ungerechtigkeit geführt haben. Die Menschen, die gegen diese Gesetze kämpften und die japanisch-amerikanische Gemeinschaft unterstützen, und sei es “nur” mir Bücherlieferungen, werden ebenfalls besonders hervorgehoben.

Besonders herausgehoben werden Takeis Eltern, die alles in ihrer Macht tun, um das Überleben und die Sicherheit der Familie zu gewährleisten und dabei versuchen, ihre Kinder vor der Tiefe des Hasses und die Gefahr zu beschützen, in der sie sich befanden. Takei berichtet davon, wie er zunächst dachte, dass sie sich in einem Abenteuer-Urlaub befänden und erst sehr viel später überhaupt verstanden hat, welchen Fremdenhass er zum Opfer fiel.

Beeindruckende Bilder gibt es auch zum Ende, die zeigen, dass auch heute noch Ungerechtigkeiten aufgrund der Abstammung passieren. Die letzten Panels zeigen eingesperrte mexikanische Kinder in den USA, womit der Bogen zur heutigen Zeit gespannt wird.

Der Zeichenstil ist schwarz-weiß mit Graustufungen gehalten und kommt so sehr nah an die Stile, die Mangaleser kennen. Den Panels kann der Leser dabei sehr gut folgen.

Fazit & Bewertung

The Called Us Enemy ist ein Comic, der gelesen werden sollte. Das Werk bringt in einer einfachen Sprache und mit intensiven Bildern den Leser ein Stück Geschichte näher und hebt gleichzeitig mahnend die Hand, dass man es nicht als “Vergangenes” abstempeln sollte. Das Thema der Feindbilder bleibt dabei brandaktuell.

Mir hat der Comic sehr gut gefallen und momentan habe ich sogar sehr großes Interesse mich mit anderen Werken auseinandersetzen, die jene Zeit der amerikanischen Japaner beleuchtet.

They Called Us Enemy” und viele weitere Comic- und Manga-Titel findet ihr auf der Comic-Plattform izneo. Dort, wie auch hier unter dem Beitrag, steht euch auch eine kostenlose Leseprobe zur Verfügung. So könnt ihr in Ruhe in den Titel hereinschnuppern. Ihr könnt izneo auf allen Geräten die iOS oder Android unterstützen herunterladen sowie über den Browser besuchen. Neu ist zudem eine Nintendo Switch-App.

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