Biby und Miyu

Ich gehöre zur Generation, die mit Hörspielen und Büchern rund um Bibi Blocksberg groß geworden ist. Viele Bibi und Tina-Bücher standen in meinem Regal und so trieb mich meine Nostalgie zu Bibi & Miyu.

Der Manga ist in Zusammenarbeit zwischen Tokyopop und Kiddinx und richtet sich natürlich eher an die jüngere Leserschaft. Ich gehöre ganz sicherlich nicht zur Zielgruppe, das hält mich aber dennoch nicht davor zurück, hier meine Kritik abzuladen.

ECKDATEN ZUM MANGA

Text: Olivia Vieweg
Zeichnungen: Hirara Natsume
Genre: Fantasy
Verlag: Tokyopop
Seiten: 164 Seiten
Preis: 7,99 €

mehr Informationen

In der 1. Auflage liegt eine ShoCo Card bei (schaut am Besten bei Comic-Händlern oder im Buchhandel, denn Tokyopop druckt bereits die 2. Auflage.)

Worum geht es?

Die Story dreht sich um Junghexe Bibi Blocksberg. Ihr Tag fängt nicht gut an und nach einem Hexverbot durch ihren Vater taucht auch noch eine neue Mitschülerin auf: Miyu aus Japan. Alle aus ihrer Klasse mögen sie sofort, bis auf Bibi selbst. Dann jedoch entdeckt sie das Geheimnis von Miyu und es entwickelt sich eine Freundschaft, die Bibi bis nach Japan führt.

Meine Meinung

Die Story ist im ersten Band nicht wirklich komplex. Wir lernen auf den ersten Seiten Bibi und ihre Familie kennen, ehe Miyu eingeführt wird. Hier spielt ein bisschen Klischee rein. Bibi mag sie erst überhaupt nicht, da durch Miyus Anwesenheit der Fokus etwas von ihr abrutscht, doch schnell beginnen die Beiden zu dicken Freundinnen zu werden. Denn auch Miyu lebt in einer “magischen” Familie. Aus meinem Standpunkt ging es mir an dieser Stelle etwas zu schnell. Innerhalb kurzer Zeit wendet sich Bibis Sichtweise von Miyu völlig und kurz darauf haben die Beiden auch schon die fixe Idee nach Japan zu reisen, was sie schlussendlich auch tun. An diesen Stellen hätte ich es mir etwas ruhiger gewünscht. Dadurch büßt die Story etwas an Tiefe ein. Die Charaktere sind solide gestaltet und anders als Bibi zeigt Miyu ihre Magie nicht in aller Öffentlichkeit und mag auch den Beruf ihrer Familie nicht wirklich, an den auch sie immer wieder gebunden ist.

Richtig gut finde ich es, das Tokyopop sich für diesen Manga eine Mangaka aus Japan an Bord geholt hat. Hirara Natsume hat in Japan das Zeichnen erlernt und dort einige Manga veröffentlicht, lebt derzeit aber in Deutschland. Ich für meinen Teil finde, das macht sich im Zeichenstil durchaus bemerkbar. Insgesamt ist der Stil der glatt und ähnelt den üblichen japanischen Shojo-Stilen. Er passt aber sehr gut zu Bibis Originaldesign. Ich muss aber sagen, ihr Stil, den man hinten im Anhang bei einigen Bildern aus ihren japanischen Manga sieht, gefällt mir auf den ersten Blick noch mehr.

Schade finde ich, dass man den Manga nicht in der typischen Leserichtung von links nach rechts gestaltet hat, sondern die westliche Leserichtung gewählt hat. Es wird also ganz normal von rechts nach links gelesen und das auch bei den Panels. Für mich als Mangaleser ist das immer erst eine Umstellung. Man muss seinen üblichen Rhythmus umstellen (vor allem bei den Panels). Die Wahl an sich verstehe ich aber, immerhin soll mit dem Manga auch ein Publikum erreicht werden, welches dem Medium fremd ist und da fällt die übliche Leserichtung natürlich einfacher.

Richtig gut gefallen hat mir hingegen der informative Anhang, in dem man viel über die Entstehung des Mangas erfährt und auch, was es so in Japan zu entdecken gibt.

Fazit & Bewertung

Ich empfand den Manga als sehr angenehm zum Lesen, wenn er auch ein paar kleine Schwächen hatte. Für Bibi-Fans und diejenigen, die etwas Seichtes für Zwischendurch haben wollen oder aber Leselektüre für junge Mangafans, ist es ein guter Griff. Gerade in der Altersklasse, für die Bibi und Miyu zugeschnitten ist, gibt es doch noch sehr wenige Mangareihen auf dem deutschen Markt, die man ohne Vorbehalte empfehlen kann.

Ich bin schon gespannt, wie es Bibi und Miyu in Band zwei ergehen wird.

  • 6/10
    Story - 6/10
  • 6/10
    Charaktere - 6/10
  • 7/10
    Zeichenstil - 7/10
  • 9/10
    Cover - 9/10
7/10

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