Herzlich willkommen auf meinem Mangablog. Hier findet ihr Rezensionen zu deutschen und englischen Manga sowie Beiträge über Themen und Aspekte, die mich an dem Medium interessieren. Ab und an schaue ich auch über den Tellerrand hinaus und schnuppere in Comic-Kunst abseits Japans hinein.

Rezension: Berserk Ultimative Edition 6 und 7

Berserk: Ultimative Edition (Band 6 & 7)

[Anzeige, da Rezensionsexemplar]

Die Serie des Mangaka Kentaro Miura erscheint seit 1989 und zählt mittlerweile in Japan 40 Bände. Die Sammelbände sechs und sieben der Ultimative Edition umfassen in der regulären Ausgabe die Bände elf bis 14. Auf Deutsch erscheint die Serie seit 2001 bei Planet Manga und inzwischen hat es der Klassiker auf drei verschiedene Editionen gebracht. Neben der normalen Ausgabe im Taschenbuchformat, gibt es die Max-Ausgabe sowie die Ultimative Edition im Großformat mit Plastik-Umschlag.

In der Rezension versuche ich, auf große Spoiler zu verzichten, bedenkt aber bitte, dass ich manchmal auch wichtige Teile der Handlung erzählen muss, um meine Meinung verständlich zu reflektieren. Wollt ihr sicher gehen, nicht gespoilert zu werden, interessiert euch aber für die Reihe, schaut in meine Rezension zu Band eins rein.

ECKDATEN ZUM MANGA

Text&Zeichnungen: Kentarou Miura
Originaltitel: Berserk
Kategorie: Seinen | Genre: Action, Fantasy, Horror
Verlag: Panini Manga
Preis: 19,99€ | Großformat

Mehr Informationen und Leseprobe

Worum geht’s?

Den Falken gelingt es, Griffith nach einer einjährigen Gefangenschaft aus dem Verlies zu befreien. Doch der König gibt sich nicht so leicht geschlagen und schickt eine Gruppe berüchtigter Krieger hinter ihnen her, die für ihr brutales Vorgehen bekannt sind. Für die Falken wird es dadurch eng und als dann auch noch der Behelith zum Leben erwacht und Griffith eine große Entscheidung trifft, scheint es keinen Ausweg mehr für den Trupp zu geben.

Wie war’s?

Die Bände sechs und sieben der Ultimative Edition haben es in sich. Kentaro Miura legt noch einmal einen drauf und stürzt die Leser*innen in diesen Bänden Mitten in ein emotionales Dilemma. Nach der Befreiung von Griffith gelingt es dem Mangaka die Geschichte über Kämpfe und eine dichte Handlung in Richtung ihres Höhepunktes zu treiben. Nicht nur einmal heißt es, angesichts der Brutalität der Reihe, tief schlucken. Griffith, der von seiner einjährigen Gefangenschaft und Folter sichtbar gezeichnet ist erweckt den Behelith zum Leben und stürzt die Falken in den größten Albtraum, den nur wenige der Figuren lebend verlassen werden. Die Prophezeiungen bewahrheiten sich und der fünfte Apostel der „God Hand“, Femuth, wird geboren. Griffith opfert seine treuen Begleiter für seinen großen Traum, worauf jeder einzelne mit einem Brandzeichen versehen wird und ein großes Blutbad beginnt.

Die Erzähltechnik und die inzwischen immer mehr ausgefeilten und detaillierten Zeichnungen von Miura sorgen dafür, dass die Leser*innen völlig gebannt auf das Schreckensereignis blicken, welches sich in den folgenden Seiten abspielt. Man wird Zeuge davon, wie viele der liebgewonnenen Charaktere auf grausame Weise sterben und auch die Überlebenden sind durch ein mehr als brutales und unmenschliches Vergehen für ihr weiteres Leben gezeichnet. Die Darstellungen sind dabei ziemlich heftig und hinterlassen doch ein flaues Gefühl im Magen. Aus diesem Grund ist auch unbedingt darauf zu achten, die Reihe nicht in die Hände von zu jungen Lesern zu geben. Berserk ist ein Titel für das erwachsene Publikum und das wird spätestens in diesem Band mehr als deutlich.

Guts und Kjaskar sind die Einzigen, die das grausame Massaker am Ende überleben, doch auch für sie wird nie wieder alles wie vorher sein. Beide sind von den Erlebnissen gezeichnet. Während Kjaskar nur noch ein Schatten ihrer Selbst ist und kaum bei Verstand, ist Guts von Rache und Wut besessen. Er hat nur noch ein Ziel: Die Apostel, zu denen nun auch Griffith gehört, zu zerstören.
In der letzten Hälfte des siebten Bandes beendet Miura seinen Rückblick und wir befinden uns wieder in er Gegenwart, die wir im zweiten Band der Ultimative Edition verlassen hatten.

Durch die Rückblende ist es dem Mangaka gelungen den Leser*innen das Handeln und die Persönlichkeit von Guts nahe zu bringen. Wir kennen nun seine Vergangenheit und können seine Emotionen und Einstellungen, die er in der Gegenwart hegt nachvollziehen. Es ist klar, dass ihn diese einschneidenden Ereignisse für immer gezeichnet haben und erst loslassen werden, wenn er seine Rache geübt hat.

Die Zeichnungen von Miura können auch in diesem Band wieder überzeugen. Der Stil des Mangakas ist düster gehalten und im großen Teil des Mangas sehr detailliert und fein ausgearbeitet. Er schreckt nicht davor zurück, all die Brutalität seiner Geschichte in seinen Bildern zu zeigen. Die Kämpfe sind sehr dynamisch gezeichnet und kommen ohne viel Gerede aus. Um das Geschehen wirklich in all seinem Detailreichtum darstellen zu können und bestimmte Momente in den Vordergrund zu rücken, arbeitet Miura viel mit großen Panels und Splash-Pages. Auch Tachikiri-Panels finden bei Miura vermehrt ihre Anwendung. Bei ihnen handelt es sich um Panel, die bewusst über den Randabschnitt hinaus gezeichnet werden.

Fazit & Bewertung

Kentaro Miura gelingt aus meiner Sicht mit diesen Bänden der erste Höhepunkt der Berserk-Saga. All das Leid und der Schmerz den Guts erfahren musste ist dem Leser nun bekannt und es fällt von diesem Punkt an deutlich leichter, den Hauptprotagonisten und sein Handeln zu verstehen. Klar ist aber spätestens jetzt, dass Berserk kein Titel ist, der für die junge Leserschaft geeignet ist. Brutalität ist an der Tagesordnung und selbst die erfahrenen Leser*innen im Dark-Fantasy-Bereich dürften hier das eine oder andere Mal geschluckt haben.


Nun heißt es gespannt abwarten, wohin Guts Reise von nun an führen wird.

bewertung 4 5 Manga

Vielen Dank an Panini Manga für die Bereitstellung der Rezensionsexemplare!

Weitere rezensierte Bände der Serie:
Band 1
Band 2 & 3
Band 4 & 5

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