You Shine in the Moonlight - Rezension

Einen geliebten Menschen zu verlieren hinterlässt immer tiefe Wunden. Takuya hat das schon einmal erlebt und es scheint, als würde er es bald wieder durchleben müssen. Denn als er seine Klassenkameradin kennenlernt, erfährt er, dass sie nur noch kurze Zeit zu leben hat.

Ursprünglich basiert You shine in the Moonlight auf einer gleichnamigen Novel von Tetsuya Sano, die im Februar 2017 beim Kadokawa-Verlag in Japan erschien. In Deutschland ist das Werk seit Juli 2020 ebenfalls in Romanform zu lesen. Für die Zeichnungen ist Daichi Matsuse zuständig. Zu dem Duo gesellt sich loundraw, welcher das Charakterdesign entwarf.

ECKDATEN ZUM MANGA

Text
: Tetsuya Sano | Zeichnungen: Daichi Matsuse | Charakterdesign: loundraw
Originaltitel: Kimi wa Tsukiyo ni Hikari Kagayaku
Zielgruppe: Seinen | Genre: Drama, Romance
Verlag: Egmont Manga
Preis (Ebook-Version): 5,99€, Printausgabe: 7,00€

Abgeschlossen in zwei Bänden

Worum geht es?

Der Tod seiner Schwester hat Takuya in ein tiefes Loch geworfen. Dann wird er gebeten, seiner Klassenkameradin Mamizu eine Gute-Besserungs-Karte von der gesamten Klasse ins Krankenhaus zu bringen. Mamizu leidet an der Leuchtkrankheit, die die Betroffenen im Mondschein schimmern lassen und unheilbar ist. Zwischen den beiden entwickelt sich schnell eine freundschaftliche Beziehung und als sie ihm von Dingen erzählt, die sie sich in ihrer verbleibenden Lebenszeit noch wünscht, beschließt er, ihr unter die Arme zu greifen.

Wie war’s?

You shine in the Moonlight erzählt die melancholische Geschichte rund um eine Liebe, der nicht viel Zeit bleibt und bei der ein Happy End nicht in Aussicht steht. Wie geht ein Mensch damit um, dass er nicht mehr lange zu leben hat und wie wird man damit fertig, eine Person loszulassen, die man gerade erst ins Herz geschlossen hat? Das sind nur einige der Kernfragen des Mangas. Mit dem Kennenlernen von muss sich Takuya erneut damit auseinandersetzen, doch an der Seite der lebensfrohen Schülerin Mamizu beginnt er zu wachsen und stellt sich neuen Herausforderungen.

Dennoch kommt im zweiten Band eine eher dunklere Grundstimmung auf, als der Tod von Mamizu näherrückt und Takuya sich seiner Liebe immer mehr bewusst wird. Auch merkt man, wie Mamizu sich schwerer tut, zu allem gute Miene zu machen. Die dunkle Aussicht nagt sichtlich an den Charakteren, zeigt aber dennoch ihre Stärke, in dem sie die Situationen überwinden können.

Die Gestaltung der Charaktereigenschaften hat mich sehr an Your Lie in April und I want to eat your pancreas erinnert. Wir haben auf der einen Seite den Jungen, der ein Außenseiter zu sein scheint und das Leben nicht in vollen Zügen auskostet. Auf der anderen Seite ist das Mädchen, welches an einer Krankheit leidet, sich davon aber nicht unterkriegen lässt und immer ein Lächeln im Gesicht trägt. Takuya hat nur einen wirklichen Freund mit Akira, dessen Beziehung er allerdings öffentlich nie als Freundschaft bezeichnet. Stattdessen nennt er Akira seinen “Retter”.

Akira seinerseits ist neben den Eltern der beiden Charaktere die einzige Figur, auf die näher eingegangen wird. Auch er hat in der Vergangenheit schon einen geliebten Menschen verloren, geht aber anders als Takuya damit um. Akiras Philosophie ist es, das Leben so zu leben, als wäre alles ein Spiel. Auch ihn verbindet etwas mit Mamizu und am Ende sorgt sie sogar dafür, dass die beiden Jungs sich noch näherstehen als zuvor.

Insgesamt bleiben die Charaktere für mich aber doch ein wenig Eindimensional, auch wenn man ihr Verhalten im finalen Band etwas besser nachvollziehen konnte. Hier hätte etwas mehr Spielraum sicherlich gutgetan, denn über zwei Bände blieb dafür kaum Zeit.

Der Zeichenstil im Manga ist schlicht gehalten und besteht aus klaren Linien. Das Charakterdesign von loundraw ist dabei klar erkennbar und die Figuren ähneln doch sehr denen in der Anime-Version von I want to eat your pancreas, welche er ebenfalls entwarf. Leider muss ich aber sagen, dass ich das Design auch ein wenig steril fand und die Emotionen für mich nicht komplett rübergekommen sind.

Fazit & Bewertungen

You shine in the Moonlight ist eine melancholische Geschichte, die sich mit dem Thema Tod befasst und junger Liebe, deren ein Happy End verwehrt bleibt. Der Manga ist aus meiner Sicht dabei durchaus gefühlvoll erzählt, schafft es aber für mich nicht ganz Emotionen und Tiefe aufzubauen und kratzt oft nur an der Oberfläche. Es gab nur eine Szene, die mich wirklich komplett mitnehmen konnte.

Für Fans von I want to eat your pancreas und sehr emotionale Leser könnte diese kurze Reihe aber dennoch ein Glücksgriff sein.

You shine in the Moonlight ist im umfassenden Katalog der Online-Comic-Plattform izneo enthalten. Auf Izneo findest du ein großes Angebot an europäischen & amerikanischen Manga, Graphic Novels sowie Comics, welche du über verschiedene Endgeräte, wie Smartphone, Tablet oder sogar die Nintendo Switch lesen kannst. Dort, wie auch hier unter dem Beitrag, steht euch auch eine kostenlose Leseprobe zur Verfügung. So könnt ihr in Ruhe in den Titel hereinschnuppern.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.