Herzlich willkommen auf meinem Mangablog. Hier findet ihr Rezensionen zu deutschen und englischen Manga sowie Beiträge über Themen und Aspekte, die mich an dem Medium interessieren. Ab und an schaue ich auch über den Tellerrand hinaus und schnuppere in Comic-Kunst abseits Japans hinein.

Rezension Bonnouji

Bonnouji (Band 1)

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Bonnouji gehört zu den Manga-Titeln, die mich bei der Programmankündigung von Egmont für den Herbst/Winter mit am meisten angesprochen hatte, ohne dass ich mich groß über den Inhalt informiert habe. Die Kurzbeschreibung und das Cover sprachen mich auf den ersten Blick an, und schienen genau in mein Beuteschema zu passen, was Romcom- und Slice-of-Life-Titel angeht.

In Japan ist Bonnouji bereits seit einigen Jahren abgeschlossen. Dort lief die Reihe von April 2008 bis zum Oktober 2012. Durch Egmont kommen die Fans nun auch in Deutschland in den Genuss der Reihe. Bonnouji ist gleichzeitig der erste Titel von Mangaka Aki☆Eda auf dem deutschen Markt.

ECKDATEN ZUM MANGA

Text&Zeichnungen: Aki☆Eda
Originaltitel: Bonnouji
Zielgruppe: Seinen | Genre: Slice-of-Life, Romance, Humor
Verlag: Egmont Manga
Preis: 7,50 €
In drei Bänden abgeschlossen

Weitere Informationen & Leseprobe

Worum geht’s?

Der Zufall bringt zwei Menschen, die in demselben Wohnkomplex leben, zusammen. Ozawa hat sich nach fünf Jahren von ihrem Freund getrennt und ist gerade dabei, sich ins Single-Dasein zu stürzen, als sie auf Oyamada trifft, der ein paar Stockwerke unter ihr wohnt. Er ist ein Einzelgänger, obwohl er auch einige gute Freunde hat, und sein Zimmer ist vollgestopft mit allen möglichen Gegenständen, die ihm sein Bruder schickt. Ozawa interessiert sich für all die Dinge in dem mysteriösen Zimmer und es entsteht eine Freundschaft, die sich langsam in etwas mehr entwickelt.

Wie war’s?

Der Manga wirft den Leser direkt ins Geschehen. Ozawa wurde gerade nach fünf Jahren von ihrem Freund sitzen gelassen. Sie hat erwartet, dass er sie heiraten würde und nun ist sie zum ersten Mal nach langer Zeit wieder Single. Sie betrinkt sich, stößt auf dem Weg nach Hause aber auf ein Problem: Sie muss dringend auf die Toilette und befürchtet, es nicht mehr zu ihrer Wohnung zu schaffen. Kurzerhand klingelt sie zwei Stockwerke unter sich und trifft so Oyamada. Er hat eine Wohnung, in der alles Mögliche an Zeug steht. Ozawa ist von dem Sammelsurium fasziniert und so entwickelt sich zwischen den Beiden eine Freundschaft, lustige Trinkabende und schließlich etwas mehr.

Wer Bonnouji in die Hand nimmt, sollte sich darüber im Klaren sein, dass wir hier keine aufregende Liebesgeschichte bekommen oder eine Achterbahnbeziehung wie in vielen Shojo-Manga. Die Reihe konzentriert sich viel mehr auf eine realistische Liebesbeziehung: Zwei Menschen treffen sich durch bestimmte Umstände, lernen sich im Laufe der Zeit immer besser kennen, ehe sie sich verlieben. Nichts in Bonnouji wirkt erzwungen. Es gibt keine großen Konflikte, Cliffhanger, kein übermäßiges Drama. Die Leser*innen erhalten hier Slice-of-Life vom Feinsten.

Die Kapitel haben im Durchschnitt etwas weniger als 20 Seiten und sind eher episodisch aufgebaut, mit abgeschlossenen Geschichten. Zwischen den einzelnen Erzählungen vergehen Tage oder sogar Wochen. Dennoch ist das Bonnouji eine Art Ort außerhalb der Alltagshektik. Dies lässt sich insbesondere bei Ozawa erkennen, die beim Betreten der Wohnung all ihren stressigen Arbeitsalltag abstreifen kann.
Anders als bei anderen Slice-of-Life-Reihen kann man bei Bonnouji aber durchaus ein Ziel erkennen und einen roten Faden ausmachen, der sich durch die Geschichte webt.

Die Charaktergestaltung ist dabei gelungen und Mangaka Aki☆Eda bietet unterschiedliche Figuren. Ozama ist eine Geschäftsfrau, die allerdings eine kindliche Persönlichkeit hat und sehr neugierig ist, wenn sie nicht gerade im Büro sitzen muss. Oyamada hingegen arbeitet von zu Hause und verlässt das “Bonnouji” nicht wirklich. Shimapon ist Oyamadas Freund aus Kindertagen, der gerne Mah-Jongg spielt und einen aufgeschlossenen Charakter besitzt.

Auch was den zeichnerischen Aspekt angeht, kann Bonnouji durchaus überzeugen. Aki☆Edas Panel-Layout und der Lesefluss ist sauber gesetzt. Was die Panel-Gestaltung angeht, gibt es kein festes Grundschema und die Anzahl und Größe variiert von Seite zu Seite. Allerdings fällt auf, dass es bei den kleinen Panels nicht immer leicht ist, den Text in den Captions und Sprechblasen gut lesen zu können, da diese für die Menge an Text zu klein sind.

Der Zeichenstil von Aki☆Eda geht doch eher ins einfache und skizzenhafte, passt dadurch aber sehr gut zur Geschichte. Die Hintergründe sind vor allem bei Szenen im “Bonnouji” sehr detailliert gezeichnet, sodass es immer etwas zu entdecken gibt.

Fazit & Bewertung

Bonnouji ist der perfekte Manga, für all diejenigen, die gerne Slice-of-Life lesen und eine kurze Reihe zum Abschalten suchen. Mit nur drei Bänden schlägt Bonnouji da genau in die richtige Kerbe. Auch Fans von unkomplizierter Romantik mit einer humorvollen Prise kommen hier auf ihre Züge.

Action-Fans oder Liebhaber von aufregenden Romance-Reihen hingegen sollten wohl um Bonnouji einen größeren Bogen machen.

bewertung 4 5 Manga

Vielen Dank an Egmont Manga für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

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