In Mitten einer dystopischen Welt stößt Kidow auf einen Vater, der im Sterben liegt und ihm seine Tochter anvertraut, mit den Worten, er solle sie zu ihrer Mutter bringen. Kidow ahnt zu diesem Zeitpunkt nicht, wie sich dadurch sein bisheriges Leben verändert wird.

Cagaster ist eine sechsteilige Reihe, die von Tokyopop in Deutschland 2016 veröffentlicht wurde. Cagaster ist keiner der klassischen Manga. Mangaka Kachou Hashimoto hatte den Band zunächst völlig in Eigenregie auf ihrer Webseite veröffentlicht, ehe schließlich Ghibli-Mutterkonzern Tokuma Shoten auf einer Mangamesse auf sie aufmerksam wurde und die Reihe auch in Buchform veröffentlichte.

Während ich den Manga gelesen habe, bin ich auf eine Anime-Adaption bei Netflix gestoßen. Natürlich habe ich reingeschaut, aufgrund der (aus meiner Sicht) aber schlechten Animation aber nicht lange durchgehalten. Der Manga ist da eindeutig die bessere Wahl.

Worum geht’s?

Im Jahr 2125 wurden die Menschen von einer Krankheit namens Cagaster infiziert, die sie zu monströsen Insekten macht. In dieser Welt lebt Exterminator Kidow, der sich sein Geld damit verdient, die Cagaster zu töten. Eines Tages jedoch trifft er auf Ilie und wird von ihrem sterbenden Vater angewiesen, sie zu ihrer Mutter zu bringen. Kidow muss schnell erkennen, dass es sich um keine so leichte Aufgabe handelt, wie es zunächst scheint.

ECKDATEN ZUM MANGA

Text&Zeichnungen: Kachou Hashimoto
Originaltitel: Mushikago no Cagaster
Zielgruppe: Shonen | Genre: Action
Verlag: Tokyopop
Preis (Ebook-Version): 4,99€ , Printausgabe: 6,95€

Abgeschlossen in sechs Bänden

Wie war’s?

Die Story beginnt mit einem interessanten Aufhänger, wenn es auch nicht das Neuste vom Neusten ist. Es handelt sich um ein Apokalypse-Szenario, bei dem man sagen könnte, dass Menschen nicht zu Zombies, sondern zu riesigen, kaum besiegbaren Käfern werden. Wieso dieses Phänomen passiert, darüber ist nichts bekannt und es gibt nur wenige Forscher, die sich intensiv damit beschäftigen und Theorien entwickeln, die bis hin zu einer “normalen” Evolution des Menschen gehen.

Wir folgen dem jungen Exterminator Kidow, der zufällig ein junges Mädchen aufnimmt und die Menschen in einer Stadt gegen Geld vor den Monstern beschützt. Es passieren zunächst einige politische Dinge, die aber keinen wirklichen Einfluss auf das große Ganze haben. Die eigentliche Geschichte spielt sich doch eher im näheren Umfeld von Ilie ab, die, wie sich bald herausstellt, mehr als nur ein normales Mädchen ist. In ihr ruht eine Fähigkeit, mit der sich möglicherweise die Insekten kontrollieren lassen und bald erhält der Leser Einblick in dunkle Machenschaften rund um Figuren aus Ilies Vergangenheit, die nach und nach ans Licht kommen. Die Geschichte rund um Ilie nimmt dabei durchaus dunklere Züge an.

Gespickt wurde das Ganze mit einigen Plottwists und neuen Entwicklungen, ab und an wurde die Geschichte aber auch langatmig. So dauert es im ersten Band sehr lange, bis die Story an Fahrt aufnimmt und die Welt außerhalb der Stadt, in der Kidow Ilie bringt, wirkt rein gar nicht bedrohlich. Später wird es zwar spannender und actionreicher, einige Einschübe mit vielen Informationen sorgen aber dafür, dass häufig wieder Fahrt herausgenommen wird. Auch finde ich es etwas schade, dass man als Leser zum Schluss leider nur sehr wenig über das wirkliche Phänomen der Cagaster erfährt. Woher sie gekommen sind, wie sie ticken? All das bleibt auch nach Ende der Reihe leider größtenteils im Verborgenen.

Die Charaktere sind leider nicht wirklich originell. Cagaster kommt mit zwei Hauptfiguren aus: Kidow und Ilie. Beide rutschen dabei häufig in die üblichen Shonen-Rollen-Klischees . Kidow ist das perfekte Beispiel für den harten Kerl, mit einem weichen Kern. Er wirkt unnahbar, ihn lässt Ilies Schicksal zunächst kalt und doch kann er nicht anders als sie zu beschützen und ihr hinterherzujagen. Auch gab es einige Szenen in Richtung eines sexuellen Bedrängens, die für mich einfach auch unnötig waren für die Handlung und anders hätten dargestellt werden können. Ilie hingegen wird auf den ersten Blick sehr naiv und liebevoll, kann aber dann plötzlich super taff sein und sich für andere aufopfern.
Es gibt noch einige weitere Charaktere, die für mich aber über die gesamte Reihe nur an wenig Tiefe entwickeln konnten und deren Schicksal mir zeitweise auch einfach egal war.

Was die Zeichnungen angeht, macht Kachou Hashimoto hier einen tollen Job, vor allem, wenn man bedenkt, dass sie keine Assistenten an ihre Seite hatte und der komplette Manga aus ihrer eigenen Feder stammt. Ihr Zeichenstil geht ein wenig ins skizzenhafte, kann aber unter den doch typischen Shonen-Stilen hervorstechen, auch wenn ihr Charakterdesign doch auch den üblichen Shonen-Merkmalen folgt. Die Hintergründe sind ordentlich gezeichnet und es gibt immer wieder größere Panel, die auch über zwei Seiten gehen. Dem Geschehen konnte man größtenteils leicht folgen.

Fazit & Bewertung

Cagaster erfindet das Rad der apokalyptischen Shonen-Abenteuer nicht unbedingt neu und kann nicht hervorstechen, ist aber für ein kurzes Lesevergnügen mit sechs Bänden keinesfalls ein schlechter Griff. Die Charaktere bleiben zwar etwas oberflächlich und generisch, insbesondere Kidow kann aber dennoch überzeugen. Die Stärke des Mangas liegt aber im Action-Bereich und Fans des Genres kommen sicherlich auf ihre Kosten.

Insgesamt ist Cagaster eine solide Action-Reihe für diejenigen, die gerade keine Lust auf ein Machwerk mit über 20 Bänden haben.

Cagaster ist im umfassenden Katalog der Online-Comic-Plattform izneo enthalten. Auf Izneo findest du ein großes Angebot an europäischen & amerikanischen Manga, Graphic Novels sowie Comics, welche du über verschiedene Endgeräte, wie Smartphone, Tablet oder sogar die Nintendo Switch lesen kannst. Dort, wie auch hier unter dem Beitrag, steht euch auch eine kostenlose Leseprobe zur Verfügung. So könnt ihr in Ruhe in den Titel hereinschnuppern.

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