Rezension - Berserk Band 1

Ich muss ein Geständnis machen: Ich habe Berserk bis zum heutigen Zeitpunkt nie gesehen oder gelesen. Ja, ihr lest richtig: Nie! Es war also Zeit, daran etwas zu ändern und ich habe mir Band eins der Ultimative Edition vorgenommen.

Die Ultimative Edition erscheint bei Panini Manga im Großformat mit einem PVC-Umschlag. Jeder Band enthält dabei zwei Bände des Original-Materials. Ein Vorteil, wenn man bedenkt, dass die Reihe inzwischen auf stolze 40 Bände kommt und in Japan noch läuft. Enthalten sind in dem Band zwei Farbseiten.

Der Manga läuft in Japan bereits seit 1989.

ECKDATEN ZUM MANGA

Text&Zeichnungen
: Kentarou Miura
Originaltitel: Berserk
Kategorie: Seinen | Genre: Action, Fantasy, Horror
Verlag: Panini Manga
Preis: 19,99€ | Großformat

Mehr Informationen und Leseprobe

Worum geht’s?

Guts ist bekannt unter den Namen “der schwarze Ritter” und wird von vielen gefürchtet. Er wandert von Stadt zu Stadt und trifft auf immer neue Ungeheuer und Monster, denen er sich stellt und dabei kein Erbarmen zeigt, für diejenigen, die sich seinem großen Plan in den Weg stellen. Guts ist auf der Suche, möchte Rache und dafür scheinen ihm alle Mittel recht zu sein.

Wie war’s?

Zu Beginn des Bandes wird der Leser regelrecht in das Geschehen hineingeworfen und zart geht es dabei ganz und gar nicht zu. Es dauert seine Zeit, bis man sich in die Handlung eingefunden hat. Dass es sich aber um ein mittelalterliches Setting mit einfachen Fantasy-Elementen handelt, erleichtert das Ganze.

Auch wirft der Mangaka nicht mit Informationen um sich. Man bekommt nur nach und nach eine Idee davon, was unser “Held” eigentlich für ein Ziel hat und was ihn antreibt. Zunächst scheint es eher so, als wäre er einfach nur kampflustig und sorgt, wo er hinkommt, für Ärger. Guts scheint auf der Suche zu sein, lüstert nach Rache und ist von irgendetwas getrieben. Ihn ziert ein Brandmal, welches zu bluten beginnt, wenn Dämonen in der Nähe sind. Gleichzeitig sorgt das Mal aber auch dafür, dass Dämonen und Geister seine Nähe überhaupt zu suchen scheinen. Nicht nur einmal muss es Guts so mit einer Armee von Geisterwesen aufnehmen. Auch bekommt er es, wohin der auch reist mit monsterartigen Wesen zu tun, den sogenannten “Aposteln”, die mit eiserner Hand über die Städte herrschen und für Angst und Schrecken sorgen.

Generell verläuft die Handlung ziemlich langsam, gerade im ersten Teil des Bandes. Im zweiten Band nimmt das Ganze an Fahrt auf, wenn der Mangaka auch hier ein eher gemächliches Tempo an den Tag legt, ehe es zum großen Showdown kommt, der mit einem spannenden Cliffhanger endet.

Der Hauptcharakter Guts ist dabei alles andere als sympathisch. Er macht bereits auf den ersten Seiten klar, dass er für schwächere Lebewesen nichts übrighat und scheint keinerlei Mitgefühl zu haben. Trifft er auf einen Apostel, so hat er nur Blick dafür und alles andere ist ihm egal. Der Schein trügt allerdings und ab und an bekommt man – gerade in der zweiten Hälfte – auch einen anderen Guts zu sehen, wenn auch nur für wenige Augenblicke. Positiv sticht auch hervor, dass der Mangaka mit Guts zwar einen starken Helden geschaffen hat, aber keineswegs einen übermenschlichen und unbesiegbaren. Guts wird in so machen der Kämpfe übel zugerichtet und dass er sich nicht übermütig einer ganzen Armee entgegenstellt, zeigt, dass er auch durchaus strategisches Wissen besitzt. Auch hat er schon so manche größere Verletzung bei seinen Kämpfen erlitten.

An Guts Seite ist Puck. Der Elf wird indirekt von Guts gerettet, als dieser im ersten Kapitel des Mangas eine Bande von Banditen angreift, die Puck quälten. Fortan folgt Puck ihm, auch wenn Guts ihm mehrmals zu verstehen gab, dass er wenig von Elfen hält, da es kleine und schwache Wesen sind, mit denen er nichts anfangen kann. Puck dient vor allem dazu, in der rauen Welt, etwas mehr Witz und Leichtigkeit einzubringen und seine Art heitert einige Szenen auf. Auch wenn beide Charaktere sich häufig trennen, führen ihre Wege am Ende doch wieder zusammen.

Der Welt Leben eingehaucht wird auch durch Miuras Zeichenstil. Der Mangaka zeichnet sehr detailliert und schreckt nicht davor zurück, all die Brutalität seiner Geschichte in seinen Bildern zu zeigen. Die Kämpfe sind dabei sehr dynamisch gezeichnet und kommen ohne viel Gerede aus. Häufig findet man große Panels, die das Geschehen mit all dem Detailreichtum perfekt einfangen können.

Fazit & Bewertung

Viel Einblick in die Handlung erhält man im ersten Band der Ultimative Edition noch nicht und noch bleibt verborgen, wieso Guts überhaupt auf der Suche nach den “God Hand” ist und was genau in seiner Vergangenheit passiert ist. Man spürt aber bereits, dass diese Dark-Fantasy-Geschichte es wirklich in sich hat und viel Spannung bieten könnte.

Berserk ist der richtige Manga für diejenigen, die Action mit dunkleren Storys mögen und sich mit einem Antihelden anfreunden können. Zartbesaitete und jüngere Leser allerdings sollten Berserk nicht in die Hand nehmen, denn die Zeichnungen sind definitiv nichts für schwache Nerven.

Vielen Dank an Panini Manga für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

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