Die Farbe aus dem All - Rezension

Carlsen ist auf den Geschmack gekommen und nach “Der Hund und andere Geschichten” geht es gleich mit der nächsten Adaption von H. P. Lovecraft weiter. In “Die Farbe aus dem All” füllt dieses Mal die komplette Story einen Band.

Ich muss zu meiner Schande ja gestehen, ich habe die Werke von H. P. Lovecraft nie gelesen, aber wer weiß, was noch nicht ist, kann ja noch werden. Ich habe zumindest ein paar schicke Sammelausgaben dazu gefunden. Die Manga-Adaptionen machen auf jeden Fall Lust, mehr in die Welt des Autors einzutauchen. Die Orginalstory zu diesem Band wurde 1927 veröffentlicht, der Manga stammt aus dem Jahr 2015 und wurde von Gou Tanabe gezeichnet.

ECKDATEN ZUM MANGA

Story: H.P. Lovecraft | Zeichnungen: Gou Tanabe
Originaltitel: Isekai no Shikisai
Zielgruppe: Seinen | Genre: Horror
Verlag: Carlsen
Preis (Ebook-Version): 5,99€ | Printausgabe: 12,00€

Worum geht es?

In der Nähe von Arkham soll ein neuer Stausee errichtet werden. Bei seinen genaueren Untersuchungen entdeckt der verantwortliche Landvermesser ein verdorrtes Tal. Er versucht herauszufinden, was sich zugetragen hat und trifft dabei auf den alten Einsiedler, Ammi Pierce, der ihm daraufhin die grausame Geschichte eines Meteoritenabsturzes und seinen Folgen berichtet.

Meine Meinung

Die Farbe aus dem All baut von der ersten Seite an eine dichte Atmosphäre auf. Nach dem Meteoritenabsturz bei der Familie Gardner ahnt man, dass hier etwas bedrohliches lauert. Eine Bedrohung, die in den folgenden Seiten immer größer wird und vor der es kein Entrinnen zu geben scheint. Die Familie scheint gefangen, verfällt immer mehr dem Wahnsinn und am Ende gibt es keinerlei Hoffnung mehr. Auch am Ende des Mangas ist die Bedrohung noch allgegenwärtig. Wir wissen, was auch immer da aus dem All kam, es lauert weiterhin im Brunnen und man mag sich nicht ausmalen, was passieren würde, wenn der Stausee tatsächlich in diesem Tal entstehen würde. Es geht um die Grenzen des menschlichen Verstandes, der Kontrolle über etwas Übernatürliches, das sich ganz einfach nicht kontrollieren lässt.

Ergänzt wird das Ganze durch Elemente des Body-Horrors. Der Schrecken und der Verfall werden in all ihrer Härte dem Leser vor die Augen geführt. Insgesamt aber bleibt es auf der Schiene des – um es mal so auszudrücken – niveauvollen Horror. Es ist kein blutrünstiges Abschlachten oder splitterähnliches Werk.

Gou Tanabe weiß die Stimmung dabei perfekt in Bilder zu umzusetzen. Sein Stil ist von harten Kontrasten gekennzeichnet, dabei sehr realistisch und detailverliebt. Auch gelingt es ihm, dieses “Unbekannte” aus dem All gut darzustellen, da er genau an dieser Stelle auf zu viele Details verzichtet und es dem Leser überlässt.

Fazit & Bewertung

Insgesamt ist “Die Farbe aus dem All” eine spannend erzählte Horrorgeschichte, die man in einem Rutsch gut weglesen kann. Natürlich kann man sich denken, wie das Ganze enden wird und so blieben die ganz großen Überraschungen aus, dennoch gab es ein paar Dinge, mit denen ich vielleicht so nicht gerechnet habe.

Für alle Liebhaber von H. P. Lovecraft hat Carlsen bereits für Nachschub gesorgt. “Berge des Wahnsinns” wird noch in diesem Jahr erscheinen. Im kommenden Jahr legt der Verlag mit “Der leuchtende Trapezoeder” nach.

Die Farbe aus dem All” und viele weitere Manga-Titel findet ihr auf der Comic-Plattform izneo. Dort, wie auch hier unter dem Beitrag, steht euch auch eine kostenlose Leseprobe zur Verfügung. So könnt ihr in Ruhe in den Titel hereinschnuppern. Ihr könnt izneo auf allen Geräten die iOS oder Android unterstützen herunterladen sowie über den Browser besuchen. Neu ist zudem eine Nintendo Switch-App.

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