Rezension Banana Fish

In der Kategorie “Ein Manga, drei Meinungen”, wird euch nicht nur eine Meinung zu einem Manga präsentiert, sondern drei und damit gleichzeitig auch drei unterschiedliche Einblicke zu einem Titel. Vorstellen möchten wir euch heute mit Banana Fish einen Klassiker.

Banana Fish wurde in den Jahren 1985 bis 1994 in Japan gezeichnet und dürfte damit älter sein als so manch ein heutiger Fan. Die Reihe erschien bereits einmal bei Panini, wurde aber wegen mangelndem Interesse eingestellt, mit der Ultimate Edition im schicken Großformat und Extras läuft derzeit Anlauf Nummer zwei. Übringes: Der Manga erschien in einem Shojo-Magazin, lasst euch davon aber nicht blenden, seichten Schul-Shojo werdet ihr nicht vorfinden.

Den ersten Band unabhängig voneinander angeschaut haben sich mangas.andcaffeine, Kisara und scarletswonderworld.

ECKDATEN ZUM MANGA

Text&Zeichnungen
: Akimi Yoshida
Originaltitel: Banana Fish
Zielgruppe: Shojo | Genre: Thriller, Boys-Love, Action
Verlag: Panini
Preis: 19,00 €

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Worum geht es?

Ash Lynx, ein 17-Jähriger mit großen Kampfkünsten, ist Anführer einer Straßengang in New York. Eines Nachts bekommt er eine mysteriöse Droge mit dem Namen “Banana Fish” in die Hände – dieselben zwei Worte, die sein älterer Bruder seit seiner Rückkehr aus dem Vietnam-Krieg immer wieder murmelt. Etwa zur selben Zeit begegnet er Eiji Okumura, dem Assistenten eines Reporters aus Japan.

Wie war’s?


mangas.andcaffeine

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Angesichts des “Alters” von Banana Fish habe ich mir die Frage gestellt, ob mich der Manga abholen wird, denn der Hype war real als Panini die Ultimative Edition angekündigt hatte und eigentlich war eben jener Hype der ausschlaggebende Punkt für meine Entscheidung den ersten Band zu lesen. Ich kannte die Story nicht, alles was ich im Gedächtnis hatte, war, dass die Seiten früher gelb waren.

Hat mich die Story abgeholt? Ich würde sagen: Ja!

Vom allgemeinen Stil her passt Banana Fish nicht unbedingt in mein Beuteschema, was mir den Einstieg etwas erschwert hat. Grundsätzlich würde ich behaupten, dass der Manga inzwischen eher eine Niesche bedient. Hat er früher durch heikle Themen wie Gewalt, Missbrauch und Drogen die japanische Leserschaft zum Teil geschockt, ist es heute eher, als würde man sich einen alten Film ansehen, der unsere Großmütter in jungen Jahren mit stockendem Atem zurückgelassen hätte.

Ich bin ein großer Fan der “alten Anime”. Sie haben eine gewisse Ästhetik, die ich in Banana Fish durchaus geliebt habe und als ich mich endlich in die Story eingefunden hatte, konnte ich den Schinken kaum mehr aus der Hand legen.

Hin und wieder hatte ich das Gefühl, der Spannungsbogen knickt ein, aber die vielen Fragezeichen, die sich im Laufe des angenehmen Leseflusses gebildet hatten, haben mich bei der Stange gehalten. Am Ende empfand ich den ersten Ultimativ-Band als ausgesprochen interessant, wenn ich eine Gesamtwertung vergeben müsste, würde ich so eine 8/10 wählen. Dadurch, dass mich nur der Wirbel um Banana Fish zum Kauf gebracht hatte und nicht mein (nicht vorhandenes) Interesse an “Gangster-Geschichten”, war ich positiv überrascht. 


Kisara

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Endlich ist es soweit! Banana Fish feiert sein episches Comeback!

Ich muss zugeben, als ich zum ersten Mal über Banana Fish gelesen habe, konnte mich die Story gar nicht überzeugen.
Ich habe mich mit dem Anime versucht. Nach 5-6 Episoden habe ich aber aufgegeben… Shame on me! Ich verstehe mich selbst nicht. Ein paar Monate später habe ich der Geschichte noch eine Chance gegeben und ich habe sie verschlungen.

So eine tolle, knallharte und actionreiche Geschichte liest man wirklich nicht jeden Tag. Die Komplexität der Charaktere und der Handlung war für mich ein absolutes Highlight. Es passiert einfach auf jeder Seite etwas unerwartetes oder wird ein dunkles Geheimnis aufgedeckt. Auch das Genre des Mangas lässt sich nicht eindeutig einordnen. Akimi Yoshida hat mehrere Genres, wie Action, Mystery, Boyslove und Drama meisterhaft miteinander verschmolzen. Aber dennoch hat sie darauf geachtet, dass wir in der düsteren Atmosphäre auch mal die eine oder andere Möglichkeit haben herzlich zu lachen. Selbst der Zeichenstil hat mich nicht gestört, obwohl ich eigentlich den neueren Stil bevorzuge und kaum Manga im alten Stil lese.

Wer keine Geduld hat abzuwarten, dass alle Bände auf Deutsch erscheinen, kann sich gerne den Anime angucken. Er geht fast 1:1 nach dem Manga. Die Geschichte wurde bloß ein bisschen modernisiert. Ein kleiner Rat an euch: stellt euch schon mal eine Packung Taschentücher in greifbare Nähe! Ihr werdet sie vielleicht – höchstwahrscheinlich – brauchen.

Von mir eine absolute Leseempfehlung nicht nur für Fans an Mangaklassiker!


scarletswonderworld

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Banana Fish. Zwei Worte, die das Leben aller, die damit in Berührung kommen, nachhaltig verändern. Unsere beiden Protagonisten Eiji und Ash lernen sich aufgrund eines Interviews kennen. So treffen die sehr unterschiedlichen Welten der beiden Jungen aufeinander, die sich sonst wohl nie kennengelernt hätten. Eiji ist aus Japan und wird nun in das aufregende und gefährliche Gang-Leben von Ash, welches im New York der 1985er Jahre spielt, hineingezogen. Da ich den Anime bereits gesehen habe, möchte ich inhaltlich nichts vorwegnehmen. Aber so viel sei gesagt: Es ist spannend und das bleibt es auch bis zum Schluss, es lohnt sich also, diese fesselnde Story zu verfolgen!

Der Einstieg in die Geschichte durch den Manga gestaltet sich vielleicht ein wenig holprig für Neueinsteiger, die den Anime noch nicht kennen. Denn es gibt von Anfang an viele Charaktere und die Einordnung, wer zu wem gehört, fällt anfangs eventuell schwer. Es empfiehlt sich dementsprechend, den Manga nicht mit müden Augen vor dem Einschlafen zu lesen, sondern lieber zu einem anderen Zeitpunkt, an dem man sich besser auf den Manga konzentrieren kann. Hat man sich aber einmal reingefuchst, liest es sich ganz gut. An dieser Stelle möchte ich auch direkt anmerken, dass der Manga viel Text enthält. Das finde ich persönlich aber richtig toll, denn so hat man länger was davon. Der Zeichenstil ist bestimmt für viele gewöhnungsbedürftig, denn er ist alt. Aber das ist in keiner Weise schlecht, sondern passt sogar sehr gut zur Geschichte und gibt ihr den gewissen Charme. Auch wenn es keine expliziten Darstellungen gibt, werden harte Themen verarbeitet.

Alles in Allem ist es ein sehr empfehlenswerter Manga und Band 1 bietet uns einen tollen Auftakt, der Lust aufs weiterlesen macht. Es freut mich sehr, dass Banana Fish nun endlich die Chance hat, die Leser in seinen Bann zu ziehen. Vor allem das etwas „ältere“ Publikum – zu dem ich mich dazu zähle – wird sich an diesem Titel erfreuen, der mehr zu bieten hat als die ständig gleichen Schulromanzen und „junger Held rettet die Welt“ Mangas.




Copyright Beitragsbild: Kisara

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