Herzlich willkommen auf meinem Mangablog. Hier findet ihr Rezensionen zu deutschen und englischen Manga sowie Beiträge über Themen und Aspekte, die mich an dem Medium interessieren. Ab und an schaue ich auch über den Tellerrand hinaus und schnuppere in Comic-Kunst abseits Japans hinein.

Rezension: Die Silberprinzessin (Band 1)

Die Silberprinzessin (Band 1)

Nachdem Kazé bereits den aktuellen Manga von Tatsuya Endo auf dem deutschen Markt veröffentlicht, können sich Fans des Künstlers nun über ein weiteres Werk von Endo in Deutschland freuen.

Kazé hat mit Die Silberprinzessin ein älteres Werk von Endo lizenziert. Gekka Bijin, wie der Manga in Japan heißt, erschien vom Mai 2010 bis zum Januar 2012 im Shonen-Magazin Jump Square von Shueisha. Insgesamt umfasst der Titel fünf Bände.

trennliniene 1 Manga

Text&Zeichnungen: Tatsuya Endo | Originaltitel: Gekka Bijin  | Übersetzung: Yuko Keller| Verlag: KAZÉ Manga | Demografische Zielgruppe: Shonen| Genre: Action, Science-Fiction, Comedy | Preis: 7,50€ |  Weitere Informationen

trennliniene 1 Manga

Wie war’s?

Es war einmal eine junge, wunderschöne Prinzessin mit dem süßen Namen Kaguya, die das Schicksal hatte, die Nachfolge ihrer Mutter anzutreten, der Silberkaiserin, die über die dunkle Seite des Mondes herrschte. Die Erbin des Takenouchi-Clans ist ein unverbesserliches Mädchen, das seine Rolle zu unbeschwert nimmt. Doch während der Zeremonie, die ihre zukünftige Inthronisation formalisieren soll, wendet sich Kaguyas Schicksal.

Der Umenouchi-Klan, ein erbitterter Gegner der derzeitigen Kaiserin, nutzt die immer schwächer werdende Gesundheit der Kaiserin aus und führt einen verhängnisvollen Staatsstreich durch. Um die Thronbesteigung zu verhindern, wird Kaguya Futsunushi, das Heilige Schwert als Symbol der Macht, anvertraut und auf den fernen Planeten Erde verbannt.

In Die Silberprinzessin nimmt Mangaka Endo sich das berühmte japanische Märchen von Prinzessin Kaguya als Vorbild. Die Heldin, Kaguya, wird darin als Baby in einer Bambussprosse gefunden und wächst schnell zu einer wunderschönen jungen Frau mit Haaren “glänzend wie Gold” heran.

In seinem Manga verpasst Endo der Ursprungsgeschichte allerdings einige Twist. Kaguya ist nämlich ein reiner Tomboy mit dunklen Haaren. Zudem beginnt die Story direkt auf dem Mond, auf dem ein ganzes Volk lebt, das von der Mutter unserer Heldin regiert wird. Erst von dort, wird sie auf die Erde geschickt, auf der sie zu einer starken und schönen Frau werden soll.

Im ersten Band werden die Umgebung und die Charaktere vorgestellt, die den Hintergrund für die Geschichte bilden.

Kaguya ist weit davon entfernt, sich wie eine Prinzessin zu verhalten: Sie kämpft ständig, kleidet sich schlecht und macht andauernd Dummheiten. Mit Kaguya liefert Endo eine starke Shonen-Heldin ab, die schwer zu bändigen ist. Gleichzeitig gelingt es ihm, sie weder zu sexualisieren oder für Fanservice-Momente zu nutzen.

Dennoch muss herausgehoben werden, dass ihre Charakterzüge im Grunde ähnlich derer von vielen anderen Shonen-Helden sind. Kaguya ist laut, frech und hört nicht auf das, was ihr die Erwachsenen in ihrer Umgebung sagen.

Für sein Worldbuilding bedient sich der Mangaka verschiedenen Epochen der japanischen Geschichte. Obwohl Kaguya und ihre Familie in einem Tempel leben, wie man ihn früher in Japan finden konnte, gibt es auch eine atemberaubende Technologie mit Raumschiffen. Die Prinzessin wird oft ausgeschimpft, weil sie den ganzen Tag vor dem Fernseher sitzt. Eine Idee, die dem Titel neben dem Fantasy-Charakter auch einen Science-Fiction-Charme verleiht und eine einzigartige Mischung aus futuristischer Technologie und alten Gebäuden schafft.

Darüber hinaus lässt sich der Mangaka viel Zeit, um die Leserschaft in die Grundordnung seiner Welt einzuführen. Wir erfahren, dass auf dem Mond eine monarchische Weltordnung herrscht und die Erde als “unreiner Stern” bezeichnet wird, auf die die Ausgestoßenen verbannt werden. Auch in die Geschichte von Kaguyas Mutter erhalten wir einen kleinen Einblick.

Die Grundidee von Endo ist zwar gut, dennoch hat der erste Band ein paar Schwächen. Wenn auch die Ideen des Mangakas durchaus frisch sind, so sind die Muster der Umsetzung doch eher typisch für einen Fighting-Shonen und es gelingt nicht komplett, sich von der großen Masse auf dem Markt abzusetzen.

Auch war der Band zwischenzeitlich langatmig, was sicherlich mit der Fülle und Länge an den Dialogen im Auftaktband zu tun hatte.

Tatsuya Endo transportiert seine Geschichte vor allem, durch sein Artwork. Seine Panels sind sauber gesetzt und transportieren das Timing, die Emotionen und die Atmosphäre der Szenerie gut an die Leserschaft. Trotz einiger Actionszenen, die manchmal schwer zu verfolgen sind, bleibt die Handlung flüssig und lässt sich ohne Probleme lesen.

Kazé bringt den Band im Taschenbuchformat heraus. Als Extra erhalten die Leser*innen zu Beginn des Bandes zwei Farbseiten.

Fazit

Die Silberprinzessin kann mit dem aktuellen Werk von Mangaka Tatsuya Endo nicht mithalten und im ersten Band der kurzen Reihe gibt es noch viel Luft nach oben. Für Fans von Fighting-Shonen oder kurzen Action-Reihen könnte sich ein Blick in den Titel dennoch lohnen.

Die Ursprungsgeschichte wird vom Mangaka mit interessanten Twists in Szene gesetzt.

trennliniene 1 Manga

Bei diesem Manga handelt es sich um ein Rezensionsexemplar, welches mir freundlicherweise von KAZÉ-Manga zur Verfügung gestellt worden ist. Vielen Dank dafür!

Schreibe einen Kommentar