Herzlich willkommen auf meinem Mangablog. Hier findet ihr Rezensionen zu deutschen und englischen Manga sowie Beiträge über Themen und Aspekte, die mich an dem Medium interessieren. Ab und an schaue ich auch über den Tellerrand hinaus und schnuppere in Comic-Kunst abseits Japans hinein.

Rezension: Berserk: Ultimative Edition (Band 11)

Berserk: Ultimative Edition (Band 11)

Ursprünglich im Jahr 1990 veröffentlicht, verkaufte Berserk über 50 Millionen Exemplare weltweit, was ihm zu einem der meistverkauften Manga aller Zeiten macht. Auf Deutsch erscheint die Serie seit 2001 bei Panini und inzwischen hat es der Klassiker auf drei verschiedene Editionen gebracht. Neben der normalen Ausgabe im Taschenbuchformat gibt es die Max-Ausgabe sowie die Ultimative Edition im Großformat mit Plastik-Umschlag. Die Max-Edition wie auch die Ultimative Edition sind jeweils 2-in-1-Editionen.

Durch den Tod von Kentaro Miura am 6. Mai 2021 wird die Reihe aller Voraussicht nach unvollendet bleiben.

Der elfte Band der Ultimative-Edition umfasst die Bände 21 und 22 der regulären Ausgabe.

In der Rezension versuche ich, auf große Spoiler zu verzichten, bedenkt aber bitte, dass ich manchmal auch wichtige Teile der Handlung erzählen muss, um meine Meinung verständlich zu reflektieren. Wollt ihr sicher gehen, nicht gespoilert zu werden, interessiert euch aber für die Reihe, schaut in meine Rezension zu Band eins rein.

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Text/Zeichnungen: Kentarou Miura | Originaltitel: Berserk | Übersetzung: John Schmitt-Weigand | Verlag: Panini Manga | Kategorie: Seinen | Genre: Action, Fantasy | Preis: 19,99€ | Großformat | Mehr Informationen und Leseprobe

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Wie war’s?

Nachdem Guts nach Albion zurückgekehrt ist und den Pseudoapostel des Heiligen Stuhls, Inquisitor Mozgus, besiegt hat, schwappt eine gewaltige Welle des manifestierten Schmerzes und der Qualen der Stadt über Scharen von Flüchtlingen hinweg und nimmt unzähligen Menschen das Leben. Es dauert nicht lange, bis der Turm vollständig von einem Schwarm gequälter Seelen verschlungen wird.

Doch Guts hat geschafft, was ihm beim letzten Mal nicht gelungen war, nämlich Kjaskar zu retten, bevor ihr das Schlimmste passiert. Er kehrt mit ihr nach Hause zurück und plant, sich dort niederzulassen. Doch er hat nicht mit der Rückkehr desjenigen gerechnet, um den sich in ihren Leben alles drehte, dreht und immer drehen wird: Griffith.

Nachdem dieser bereits in Albion in Erscheinung trat, taucht er ausgerechnet an dem Ort auf, an dem Guts neu anfangen möchte. Griffith erklärt, dass ihre frühere Begegnung ein schlechter Ort für ein Wiedersehen war und dass er den Hügel der Schwerter besuchen wolle, um zu sehen, ob er Reue für seine ehemaligen, verstorbenen Kameraden empfinden könnte. Er verspüre jedoch keine Spur von Schuldgefühlen.

Griffiths Gleichgültigkeit provoziert Guts, der in Richtung seines ehemaligen Kameraden stürmt, aber von Zodd aufgehalten wird, der sich inzwischen mit Griffith verbündet hat. Nach einem kurzen Kampf jedoch ziehen Griffith und Zodd weiter und lassen Guts zurück, der nun eine Entscheidung treffen muss: Lässt er Kjaskar erneut alleine, um auf die Jagd nach Griffith zu gehen?

Im elften Band der Berserk-Sammelbände erleben die Leser*innen einen neuen Höhepunkt in der Handlung. Der Manga bleibt sich selbst treu und behält seine heroische und chaotische Aura in dieser dunklen Welt bei.

Mit Guts hat man einen Antihelden, der die Dunkelheit repräsentiert, aber für viele zu einem Symbol der Hoffnung wird. Er kämpft gegen einen Priester, der in einen Engel verwandelt wurde, aber eine wahre Kreatur der Dunkelheit ist. Und er kämpft gegen seinen ehemaligen Verbündeten, der Symbol der Schönheit und Bewunderung wiedergeboren wird. Die Ordnung der Dinge wird völlig auf den Kopf gestellt und als sie der Dunkelheit gegenüberstehen, scheinen alte Feinde zu neuen Verbündeten zu werden.

Den Höhepunkt aber stellt zweifelsohne das direkte Aufeinandertreffen von Guts und Griffith dar. Ein psychologisches Duell auf höchstem Niveau zwischen den beiden ehemaligen Freunden. So wie ein beeindruckendes physisches Duell zwischen Guts und Griffiths neuer rechter Hand, Zodd, in dem wir noch einmal sehen, was unser Held alles erreicht hat, um so stark zu werden.

Eine Schlüsselstelle in dem Band, dessen Folgen Guts vor eine Gewissensfrage stellen: Ergibt er sich seinen Rachegelüsten und folgt Griffith und Zodd? Oder aber bleibt er an Kjaskars Seite, die völlig hilflos den Gefahren ausgeliefert ist? Die Leserschaft kann spüren, dass Guts in diesem Moment vor allem eines möchte: Griffith im Kampf gegenübertreten und Rache üben. Doch im Kontrast dazu steht die Verantwortung, welche er gegenüber Kjaskar empfindet. Er hat sich geschworen, sie nie wieder alleine zu lassen.

Eine Situation, die Miura dazu nutzt, um einen neuen Handlungsstrang einzuführen. Guts entschließt sich, mit Kjaskar auf eine Reise aufzubrechen und sie an einen Ort zu bringen, an dem sie sicher vor der Dunkelheit sind.

Währenddessen hat Griffith andere Pläne und tritt als Befreier Midlands auf, um neue Loyalitäten zu gewinnen.

Zur gleichen Zeit vergisst Miura aber seine Nebencharaktere nicht. Farnese und Serpico werden erneut in den Mittelpunkt gerückt, nachdem sie zum Auftakt des Bandes zu Verbündeten von Guts werden. Die beiden brechen mit ihrem alten Leben und Farnese ist gewillt, Gut zu finden, um sich ihm anzuschließen. In den finalen Kapiteln wird ihre gemeinsame Geschichte beeindruckend und mitfühlend beleuchtet, was den Charakteren noch einmal deutlich Tiefe verleiht.

Miuras unverkennbaren Zeichenstil mit fesselnden und dynamischen Panels sorgen dafür, dass die spannende Handlung umso mehr Wirkung bei dem Publikum entfalten kann. Sie sind detailliert und kraftvoll. Der Stil des Mangakas ist düster gehalten und im großen Teil des Mangas sehr detailliert und fein ausgearbeitet.

Er schreckt nicht davor zurück, all die Brutalität seiner Geschichte in seinen Bildern zu zeigen. Die Kämpfe sind sehr dynamisch gezeichnet und kommen ohne viel Gerede aus. Um das Geschehen wirklich in all seinem Detailreichtum darstellen zu können und bestimmte Momente in den Vordergrund zu rücken, arbeitet Miura viel mit großen Panels und Splash-Pages.

Fazit

Im elften Band er Ultimative Edition kommen die Dark-Fantasy-Fans einmal mehr voll auf ihre Kosten. Der Mangaka stürzt seine Charaktere in scheinbar aussichtslose Kämpfe und setzt sie neuen Gefahren aus.

Die Wiedergeburt Griffith bildet dabei einen neuen Höhepunkt in dem Fantasy-Klassiker und eröffnet einen neuen Handlungsstrang in dem Werk, bei dem ich sehr gespannt bin, wohin er unsere Helden führen wird.

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Weitere rezensierte Bände der Serie

Band 1 | Band 2&3 | Band 4&5 | Band 6&7 | Band 8 | Band 9 | Band 10

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Bei diesem Manga handelt es sich um ein Rezensionsexemplar, welches mir freundlicherweise von Panini Manga zur Verfügung gestellt worden ist. Vielen Dank dafür!

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