Herzlich willkommen auf meinem Mangablog. Hier findet ihr Rezensionen zu deutschen und englischen Manga sowie Beiträge über Themen und Aspekte, die mich an dem Medium interessieren. Ab und an schaue ich auch über den Tellerrand hinaus und schnuppere in Comic-Kunst abseits Japans hinein.

Ein Zeichen der Zuneigung - Rezension

Ein Zeichen der Zuneigung (Band 1)

suu Morishita hat sich in Deutschland bereits eine kleine Fangemeinde aufgebaut. Nach der ersten hier erschienenen Reihe Daily Butterfly folge kurz darauf die Reihe Short Cake Cake, die bald hierzulande zu ihrem Ende kommen wird. Ein Zeichen der Zuneigung ist somit bereits die dritte Reihe des Duos, welche es nach Deutschland schafft.

Während ich Daily Butterfly bereits in der Mitte abgebrochen habe, ist Short Cake Cake eine Shojo-Reihe, die ich gerne verfolge und die mich immer wieder packen kann. Entsprechend war ich gespannt, was das Duo in Ein Zeichen der Zuneigung für einen Weg einschlägt.

Anders als die vorherigen Werke, die beide in der Margaret des Shueisha-Verlags erschienen, wird Ein Zeichen der Zuneigung auf Japanisch im Dessert-Magazin von Kodansha veröffentlicht. Auf dem US-Markt erscheint der Titel darüber hinaus als Simulpub unter anderem bei Crunchyroll. Auf dem hiesigen Markt werden alle drei Titel bei Altraverse herausgebracht.

Text/Zeichnungen: suu Morishita | Originaltitel: Yubisaki to Renren | Verlag: Altraverse | Kategorie: Shojo | Genre: Romance | Preis: 7,00€ (Band 1: 5,00€) | Weitere Informationen & Leseprobe

Inhalt

Yuki ist eine typische Studentin. Sie quatscht gerne mit ihrer Freundin, mag soziale Netzwerke und geht gerne aus. Einzig die Art der Kommunikation ist eine andere, denn Yuki ist taub. Als sie durch eine zufällige Begegnung ihren Kommilitonen Itsuomi kennenlernt, beginnt sich ihre Welt zu erweitern. Doch obwohl Itsuomi drei Sprachen sprechen kann, gehört die Zeichensprache nicht dazu. Trotzdem möchte er mehr über ihre Welt erfahren und mit vorsichtigen Schritten nähren sie sich einander an.

Wie war’s?

Ein Zeichen der Zuneigung folgt der Studentin, Yuki, die schon ihr ganzes Leben taub ist. Das lässt sie aber nicht davon abhalten, ihr Leben in vollen Zügen zu genießen. Yuki ist offen und lebensfroh. Sie liebt es, in sozialen Netzwerken zu stöbern und mit ihrer Freundin Rin die Zeit zu verbringen. Eines Tages wird sie im Zug von einem Fremden angesprochen, der nach dem Weg fragt. Unfähig, ihn zu verstehen oder ihm zu antworten, wird sie von Studienkollege, Itsuomi, gerettet, der die Welt bereist hat und mehrere Sprachen spricht. Gebärdensprache aber ist nicht darunter. Trotz der Sprachbarriere, findet Yuki sich zu seiner Freundlichkeit hingezogen und ihre Gefühle für ihn wachsen, umso mehr sie über Itsuomi erfährt.

Das Thema des Mangas ist in Deutschland selten vertreten, auch wenn man A Silent Voice in diesem Zusammenhang nicht vergessen darf. Allerdings ist die Herangehensweise zwischen den beiden Serien von Beginn an völlig verschieden. Sei es durch die Umsetzung der Thematik als auch die erzählerische Sichtweise. Hier wird ausschließlich aus der Sicht der gehörlosen Protagonistin erzählt. Hervorstechen kann das Duo dabei insbesondere bei der Umsetzung der Gebärdensprache in ihren Panels. Sie versuchen, die Art und Weise wie Yuki kommuniziert sowohl durch die Bilder als auch den Text zu zeigen, indem sie sowohl die Mimik als auch die Handbewegungen für die Gebärdensprache einfangen. Auch wird Technologie in ihre Art zu kommunizieren eingebaut. Wenn ihr Gegenüber keine Zeichensprache kann, dann verwendet sie ihr Smartphone. Man sieht in vielen der Panels, dass Yuki auch ihre Mimik verwendet, um zu vermitteln, was sie ausdrücken möchte. Jedes Mal, wenn sie mit ihrer engen Freundin spricht, dann leuchten in ihrem Gesicht die Emotionen, selbst wenn sie ihre Worte nur über das Smartphone vermittelt. Auch dadurch, dass das Duo in einigen Panels Yukis Gesicht und die Hände voneinander trennt, bekommen die Leser*innen ein Gefühl für die Stimmung der Szene und das Verständnis dafür, wie sie kommuniziert. Gleichzeitig kreieren sie im ersten Band eine weiche, heitere, leichte Atmosphäre.

Yukis Gefühle in der aufkeimenden Beziehung mit Itsuomi lassen sich gut nachvollziehen. Itsuomi begegnet ihr offen und ist nicht verunsichert, obwohl es das erste Mal ist, dass er jemandem wie ihr begegnet. Er gibt sich Mühe, dass sie ihn besser versteht, wenn sie miteinander reden. Er ist weltoffen, reist viel und spricht drei Sprachen. Für Itsuomi ist die Kommunikation mit dem Anderen essentiell und so möchte er auch Yukis Welt für sich entdecken und bemüht sich, die Gebärdensprache zu lernen. Das Kennenlernen und das erste, vorsichtige Beschnuppern der beiden verläuft dabei ruhig, ohne großes Drama.

Visuell steht der Manga den vorherigen Werken von suu Morishita in nichts nach. Der Zeichenstil fängt die ruhige Stimmung des Mangas gut ein. Das Artwork ist weich und besteht aus zarten Linien. Die Mimik und Gestik sind dennoch ausdrucksstark und die Gefühle auf den ersten Blick erkennbar. Wie üblich im Shojo-Manga liegt der Fokus vor allem auf den Figuren und die Hintergründe sind eher einfach gestaltet. Es gibt aber dennoch einige Panels, in denen auch diese detailliert ausgestaltet wurden. Rasterfolie findet bei der Gestaltung der Charaktere und der Hintergründe vermehrt Anwendung. In der Summe setzt suu Morishita auf ein abwechslungsreiches Panel-System mit vielen verschiedenen Panelarten. Einige sind durch einen Rand in sich abgeschlossen, oft werden aber auch rahmenlose Panel eingesetzt oder Panel, in denen die Figuren aus der Umrandung “ausbrechen”.

Die verschiedenen Kommunikationsformen werden von Altraverse in der Übersetzung der Sprechblasen durch Abstufungen in der Intensität des Grautons verteudlicht. So ist es für die Leser*innen schnell zu erkennen, wenn gerade von den Lippen abgelesen wird.

Als Extra in der 1. Ausgabe gibt es zudem einen “Shojo★Star”. Die sternförmigen Aufsteller aus Pappe haben auf der Rückseite einen QR-Code, der es ermöglicht, exklusive digitale Inhalte freizuschalten.

Fazit

Ein Zeichen der Zuneigung gelingt es, einen guten Start hinzulegen. Es herrscht eine weiche, ruhige Atmosphäre und bisher kann sich der Manga gut von anderen Shojo-Titeln abheben und verfällt nicht in Klischee-Handlungen. Die Geschichte schreitet in einem angenehmen Tempo voran und die jeweiligen Charaktere sind sofort sympathisch. Auch die Zeichnungen von suu Morishita wissen einmal mehr zu gefallen.

Zu empfehlen ist der Titel insbesondere denjenigen, die Shojo-Romanzen mit einer ruhigen Atmosphäre mögen und gerne auch mal eine Romanze abseits des Highschool-Settings lesen möchten.

Andere Meinungen zum Band

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