Herzlich willkommen auf meinem Mangablog. Hier findet ihr Rezensionen zu deutschen und englischen Manga sowie Beiträge über Themen und Aspekte, die mich an dem Medium interessieren. Ab und an schaue ich auch über den Tellerrand hinaus und schnuppere in Comic-Kunst abseits Japans hinein.

Ich habe mein Leben 2 Manga

Ich habe mein Leben für 10.000 Yen pro Jahr verkauft (Band 2)

Ich habe mein Leben für 10.000 Yen pro Jahr verkauft ist eine Kurzreihe, die bereits nach drei Bänden wieder ihr Ende finden wird. Zwei Bände sind auf dem deutschen Markt inzwischen schon erschienen, der dritte und letzte Band wird Anfang Februar folgen. Der Manga basiert auf der gleichnamigen Light Novel, die Egmont Manga ebenfalls in Deutschland veröffentlicht und die in einem Band abgeschlossen ist.

Geschrieben ist die Light Novel von Miaki Sugaru. Für die Zeichnungen im Manga ist Shouichi Taguchi verantwortlich. In Japan erschien der Titel von 2016 bis 2017 in der Shounen Jump +. Für beide ist die Reihe das Debüt auf dem deutschen Markt.

In der Rezension versuche ich, auf große Spoiler zu verzichten, bedenkt aber bitte, dass ich manchmal auch wichtige Teile der Handlung erzählen muss, um meine Meinung verständlich zu reflektieren. Wollt ihr sicher gehen, nicht gespoilert zu werden, interessiert euch aber für die Reihe, schaut in meine Rezension zu Band eins rein.

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Text: Sugaru Miaki | Zeichnungen: Shouichi Taguchi | Originaltitel: Jumyou wo Kaitotte Moratta. Ichinen ni Tsuki, Ichimanen de. | Verlag: Egmont Manga | Kategorie: Shonen | Genre: Drama, Slice of Life | Preis: 7,00€ | In drei Bänden abgeschlossen| Weitere Informationen

Inhalt

Einsam, Dauerpleite, ohne wirkliche Zukunft – Kusunoki hat genug von seinem Leben. Als er einmal mehr Bücher und CD’s verkaufen muss, um irgendwie über die Runden zu kommen, hört er von einer Firma, die die Lebenszeit ihrer Kunden aufkauft. Nachdem er erst skeptisch ist, lässt er schließlich doch sein Leben bewerten und verkauft sein gesamtes restliches Leben – bis auf drei Monate. Für seine letzten Wochen wird ihm Miyagi als Beobachterin an die Seite gestellt, die ihn begleiten soll.

Wie war’s?

Nachdem die Reihe in Band eins stark begonnen hatte, weiß auch Band zwei zu überzeugen und die Handlung steuert langsam ihrem Höhepunkt entgegen. In diesem Band trifft Kusunoki erneut auf Menschen aus seiner Vergangenheit. Unter anderem auf seine Jugendfreundin Himeno. Vor zehn Jahren hatten die beiden sich ein großes Versprechen gegeben. Sie waren eng befreundet, doch nachdem sie wegzog, änderte sich alles. Der Kontakt brach ab und es kommt erst nach vielen Jahren zu dem Widersehen. Kusunoki geht mit großen Erwartungen an das Treffen heran, muss aber feststellen, dass er, ohne es zu wissen, einen Fehler in seiner Vergangenheit gemacht hat, der die Beziehung nachhaltig zerstört hatte.

Nach dem Treffen scheint für ihn die Liste abgearbeitet zu sein und er streift mit Miyagi umher, unsicher, was er mit seiner restlichen Lebenszeit anfangen soll. Er beginnt Kraniche zu falten, macht Fotos von Automaten und besucht sein Heimatdorf, in dem er auf eine weitere Person aus seiner Vergangenheit trifft.

Genau diese Seiten wissen aber besonders in den Bann zu ziehen. Es passiert nicht viel, doch die Leser*innen spüren, dass die Beziehung zwischen Kusunoki und Miyagi immer intensiver wird. Sie sind auf einer Ebene, reden immer mehr miteinander und es entwickelt sich ein neues Verständnis. Miyagi teilt Kleinigkeiten aus ihrer Vergangenheit und äußert ihre großen Wünsche, die sie für sich erfüllen möchte, ehe ihr Leben endet. Auch entführt sie ihn an einen Ort, der eine große Bedeutung in ihrer Erinnerung hat. Durch diese kleinen, zuweilen banalen, aber doch intensiven Momente, gelingt es, dass die Leserschaft eine noch emotionalere Bindung zu den Charakteren aufbauen kann.

Sugaru Miaki bleibt ihrem Ton aus dem ersten Band treu und auch dieses Mal geht es viel um die Frage, was das Leben eigentlich wert ist. Aber auch andere Themen spielen eine Rolle. So zum Beispiel, ob es reicht, wenn es eine Person gibt, die dich liebt, wenn alle anderen dich verachten? Worum geht es bei Beziehungen? Macht uns Geld wirklich glücklich? Es bleibt philosophisch, nachdenklich, mit einer melancholischen Unternote.

Am Ende des Mangas angeschlossen ist ein Bonuskapitel, welches einen anderen Ansatz wählt, als wir es in der dreibändigen Reihe haben. Hierin wird einem alleinerziehenden Vater vom Buchhändler das gleiche Angebot gemacht wie Kusunoki. Der Vater philosophiert über den Wert des Lebens und erklärt, aus welchen Gründen er nie bereit dazu wäre, seine Lebenszeit einzutauschen. Sei es, weil er sie für wertlos hält, oder aber im Gegenzug für zu wertvoll. Die Geschichte beendet den schwermütigen Band mit einer interessanten und positiven Note, die eine andere Antwort auf die aufgeworfenen Fragen gibt.

Die Illustrationen sind schlicht und unaufgeregt, was zur Thematik der Reihe passt. Die meisten Panels kommen ohne Hintergründe aus oder sie sind nur sehr einfach gezeichnet. Ebenso gibt es aber durchaus einige Panels, die mit detaillierten Hintergründen zu überzeugen wissen. Die Panels sind unterschiedlich groß gestaltet und durch einen Rahmen jeweils klar voneinander abgetrennt. Aber auch hier gibt es Ausnahmen, in denen der Mangaka aus seiner “starren” Aufteilung ausbricht.

Fazit

Ich habe mein Leben für 10.000 Yen pro Jahr verkauft liefert den Leser*innen auch im zweiten Band wieder eine ruhige, melancholisch gefärbte Geschichte, die viele Fragen an das Leben stellt. Viel passiert im zweiten Band nicht, dennoch gibt es einige kleine Höhepunkte und einen großen Cliffhanger zum Ende, der Lust auf das Finale macht.

In der Summe hat mir der zweite Band noch etwas besser gefallen, ich würde den Manga aber vor allem Leuten empfehlen, die ruhigere Geschichten mögen und nicht eine große, actiongeladene Handlung für ihr Leseabenteuer brauchen.

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Weitere rezensierte Bände der Serie

Band 1

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