Manga Rezension - Nothing but Lies

Schnell ist die erste Lüge ausgesprochen und ehe man sich versieht, verstrickt man sich in einem Netz aus weiteren Lügen. Genau dieses Problem hat Takase und das ausgerechnet, als er endlich die Person findet, die er aufrichtig liebt.

Mit dem Einzelband Nothing but Lies führt Egmont Manga mit Shina Suzaka eine neue Zeichnerin auf den deutschen Markt ein. Die Story für den Einzelband stammt von Rika Anzai, die ebenfalls ein neuer Name auf dem deutschen Manga-Parkett ist. Eingestuft wurde der Manga vom Verlag für die ältere Zielgruppe ab 18 Jahren. Der Manga besitzt eine Farbseite.

Eckdaten zum Manga
Text
: Rika Anzai | Zeichnungen: Shina Suzaka
Originaltitel: Tonari no Usotsuki
Genre: Boys Love, Romance, Slice of life
Verlag: Egmont Manga
Preis: 7,50 €

Weitere Informationen zu Nothing but Lies & Leseprobe

Worum geht es?

Takase hat einen guten Job und mit Mika eine hübsche Verlobte. Er weiß, dass er eigentlich mit seinem Leben zufrieden sein sollte. Doch es gibt eine Lüge, die er schon seit seiner Studienzeit mit sich rumträgt: Er ist homosexuell. Als er eines Tages mit Yuichi Ito ins Gespräch kommt, wird ihm abermals schmerzlich bewusst, dass er eigentlich nur Männer wirklich lieben kann. Ihm wird klar, dass es mit Mika so nicht weitergehen kann und dass ihm vor kurzem verraten wurde, dass sie fremd geht, kommt ihm so gerade recht. Sie beenden die Beziehung.

Sehnsüchtig wartet er von diesen Tag an darauf, Ito wiederzusehen, wenn auch nur zufällig und als der ihm offenbart, dass auch seine Beziehung in die Brüche gegangen ist, scheint der Weg frei zu sein, wäre da nicht die Lüge, in der sich Takase verstrickt hat.

Meine Meinung

Boys Love und ich sind oft ein Kapitel für sich. Es gibt viele populäre Titel, die mich nicht abholen konnten. Ich mag eher realistische Geschichten, bei denen es sich nicht immer um den sexuellen Part dreht.

Nothing but Lies erfüllt diese Kriterien sehr gut und der Manga präsentiert dem Leser eine Geschichte mit Hand und Fuß. Auf den ersten Blick scheinen die Zutaten nicht wirklich neu. Denn wie oft gab es den Mann schon, der sich nicht eingesteht, dass er homosexuell ist? In der Tiefe aber, geht der Manga mit diesem Klischee sehr gut um. Takase ist sich seiner Lüge durchaus bewusst und es wird schnell klar, dass es vielmehr ein Verstellen ist, um in die Normen der Gesellschaft zu passen. Als er beginnt, sich für Ito zu interessieren, bröckelt die Fassade jedoch schnell. Große Gegenwehr seinerseits besteht dabei nicht und im Grunde ist er sogar der handelnde Part in der immer enger werdenden Beziehung mit Ito.

Der Manga ist in einem guten Tempo erzählt und die Beziehung zwischen den beiden Hauptcharakteren entsteht auf eine realistische, nicht überstürzte Weise. Aus Bekannten werden Freunde, die sich schließlich immer näherkommen, wenn auch Takases Lüge ihm ein Bein stellt und ihn in ein Dilemma stürzt, welches er mit etwas mehr Mut zu einem früheren Zeitpunkt vermeiden hätte können. Aber irgendwie hat das auch einen ganz eigenen Reiz und hält den Leser bei der Stange.

Von der Charakterisierung her, gefällt mir Takase besonders. Er macht über eine gleichmäßige, ruhige und nicht sprunghafte Entwicklung durch, was ich immer besonders wichtig ist. Es sind kleine Schritte, die er macht und manchmal braucht er ein bisschen Hilfe von außerhalb, um sich dessen bewusst zu werden. So gibt es zum Beispiel eine Szene, in der er sich über eine Verabredung mit Ito freut und der Chef dies mitbekommt und anmerkt, dass er ihn noch nie so glücklich gesehen hat. In diesem Augenblick wird Takase bewusst, dass ihn seine Lüge viel Freude gekostet hat und Ito ihm wirklich wichtig ist.

Dadurch dass die Geschichte aus Takases Sicht erzählt ist, bleibt Ito als Nebencharakter ein bisschen oberflächlicher. Aber auch seine Ansichten und Standpunkte sind gut nachvollziehbar.

Shina Suzakas Zeichenstil kennzeichnet sich durch feine, seichte Linienzüge. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet, auf detaillierte Hintergründe aber verzichtet die Mangaka weitestgehend. Insgesamt aber hebt sie sich nicht bedeutend von anderen Zeichenstilen im Genre ab. Die Panelgestaltung ist sehr unterschiedlich. Mal arbeitet sie mit relativ vielen Panels auf einer Seite, mal gibt es aber auch nur zwei oder drei relativ große Panel. Auch wenn einige überlappen, kann man ihnen dennoch gut folgen.

In dem Manga gibt es zwar auch explizite Szenen (deshalb die Einstufung), aus meiner Sicht, ist es aber wirklich nur eine, die da besonders heraussticht und die ist nun auch nicht besonders lang. Weshalb der Manga auch für Leser von ruhigeren Boys Love etwas sein könnte.

Fazit & Bewertung

Mit Nothing but Lies bekommt der Leser einen Boys-Love-Manga, der über eine gute Geschichte verfügt und in einem realistischen Tempo erzählt wird. Fans des Genres, die Storys mögen, bei denen sich nicht alles auf die Bettgeschichte konzentriert, werden mit dem Einzelband ihre Freude haben.

Vielen Dank an Egmont Manga für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

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