Rezension Bitch Face Lover Band 1

In der Kita seines kleinen Neffen trifft der schüchterne Büroangestellte Akihito auf den miesepetrigen Erzieher Kaji. Er weiß sofort, dass sie zu keinen Freunden werden, doch als er Kaijs andere Seite sieht, ist sich Akihito dessen nicht mehr so sicher.

Resting Bitch Face Lover von Haiji Kurusu ist ein Spin-Off des bereits veröffentlichten Oneshots Wolfspapa im Schafspelz. Den – so viel schon einmal vorweg – man aber nicht gelesen haben muss, um die Handlung zu verstehen. Beide Reihen wurden von KAZÉ-Manga auf dem deutschen Markt veröffentlicht. Der erste Band von Resting Bitch Face Lover erschien bereits im Juli, der zweite Band, der gleichzeitig auch der Abschluss ein wird, folgt jetzt im September.

In Japan erschien der Titel vom Juli 2016 bis zum März 2017 in der Boys Capi.

ECKDATEN ZUM MANGA

Text&Zeichnungen
: Haiji Kurusu
Originaltitel: Sensei wa Bucchouzura Shite Yatte Kuru
Genre: Boys-Love, Romance
Verlag: KAZÉ-Manga
Preis: 6,95€

Weitere Informationen & Leseprobe

Worum geht’s?

Der Büroangestellte Akihito hilft seiner Schwester aus und holt gelegentlich seinen Neffen aus dem Kindergarten ab. Eine Aufgabe, die ihn nicht stört, wäre da nicht der Erzieher Kaji. Der ist immer Mies gelaunt und einzig die Kinder scheinen einen Platz in dessen Herzen zu haben. Akihito weiß sofort, dass er mit so einem niemals auskommen würde, doch als sein Neffe plötzlich hohes Fieber bekommt und Akihito in Panik gerät, sieht er eine völlig andere Seite an Kaji und es bahnt sich eine nähere Beziehung an.

Wie war’s?

Resting Bitch Face Lover fällt besonders durch den Zeichenstil ins Auge. Der Stil der Mangaka ist sehr niedlich gehalten, insbesondere in der Darstellung der Kinder. Aber auch insgesamt wird der Manga durch süße Chibi-Zeichnungen an lustigen Stellen aufgepimpt und sorgt so allgemein für einen lockeren, nicht ganz ernsten Unterton.

Kurusu besitzt ein Artwork, welches aus feinen Linien besteht und eher in eine skizzenhaftere Richtung geht. Die Charaktere sind detailliert ausgearbeitet, an detaillierten Hintergründen spart die Mangaka hingegen. Der Panelstil ist doch typisch für das Genre: Kurusu arbeitet mit unterschiedlicher Panelgröße, die sich auch mal überlappen können und nicht klar voneinander getrennt sind. Dennoch ist dem Geschehen leicht zu folgen.

Die Handlung selbst sticht nicht besonders hervor und man bekommt doch eine Boys-Love-Geschichte geliefert, bei der man sich sehr früh den weiteren Handlungsstrang denken kann. Auch kommen einige Handlungen der Charakter doch ein wenig sprunghaft rüber und auch auf einige typische Klischees wird nicht verzichtet, auf die ich aber auch nicht näher eingehen möchte, um euch nicht zu spoilern und so den Spaß an dem Titel nicht zu nehmen. Durch den Zeichenstil, der Emotionen sehr gut darstellen konnte, gelingt es der Mangaka der doch eher oberflächlichen Handlung Tiefe zu geben und dem Band mehr Charakter zu verleihen. Es ist gut möglich, sich in die Figuren hineinzuversetzen und eine Bindung zu ihnen aufzubauen.

Etwas schade ist lediglich, dass die Handlung gerade zu Beginn doch sehr schnell voranschreitet und sich die Charaktere doch gewissermaßen Hals über Kopf ineinander verlieben und so das große Zueinanderfinden kaum Raum einnimmt. Insbesondere, da Kaji zunächst als Hetero dargestellt wird, hätte ich mir hier ein bisschen mehr gewünscht.

In ihrem Charakterdesign gelingt der Mangaka ein rundes Bild. Insbesondere Akihitos Emotionen und Beweggründe waren während des Bandes sehr gut nachzuvollziehen und man konnte verstehen, wieso es ihm so schwerfällt, aus sich herauszugehen und einer Person wirklich komplett zu vertrauen. Kaji ist der perfekte Gegenpart, der sich nicht scheut, seine Meinung zu sagen und für das, was er mag, einsteht.

Der Manga ist zwar ein Spin-off des Oneshots Wolfspapa im Schafspelz, es zeigt sich aber schnell, dass man diesen eigentlich nicht gelesen haben muss. Alle Informationen, die der Haupttitel mit sich bringt, werden hier verständlich dargestellt und so kann man die Titel auch unabhängig voneinander genießen. Anders als der Haupttitel hat Resting Bitch Face Lover allerdings einen zweiten Band, in dem die Geschichte um das Paar fortgeführt wird. Durch sein Ende kann dieser Band aber auch als Einzelband gelesen werden.

Noch ein paar Worte zum Erotikanteil, der ja insbesondere im Boys-Love-Genre nicht unwichtig ist. Da es sich um einen ruhigeren Boys-Love-Titel handelt, ist dieser in dem ersten Band sehr gering, womit er auch für Einsteiger in das Genre geeignet sein dürfte.

Fazit & Bewertung

Resting Bitch Face Lover ist ein Titel, der vor allem für Fans der ruhigeren Boys-Love-Geschichten die richtige Wahl sein könnte. Der Band überzeugt durch eine lockere Atmosphäre, bei der aber auch ernstere Töne nicht zu kurz kommen. Mit einem emotionalen, gleichzeitig aber auch fluffigen Zeichenstil schafft es die Mangaka, dass der Leser über eine doch eher typische Handlung und Klischees hinwegsehen und abschalten kann.

Ich selbst habe nur die Befürchtung, dass sich der Nachfolgeband hier nicht nahtlos einreihen kann und wir eventuell in unnötiges Drama verfallen, um die Spannung aufrechtzuerhalten. Denn an und für sich ist mit Band eins bereits ein sehr guter und runder Abschluss gelungen, den man hätte so stehen lassen können.

Vielen Dank an KAZÉ-Manga für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

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