Rezension - Somali und der Gott des Waldes 2

Auf der Suche nach den letzten Menschen zieht es den Golem und Somali in eine riesige, von Hexen betriebene Bibliothek. Doch das Buch, was ihnen neue Hinweise geben soll, wird zerstört und nun ruhen die Hoffnungen auf den einzigen Leser, der den Inhalt kennt.

Somali und der Gott des Waldes hat mich im ersten Band mit seiner Atmosphäre verzaubern können und so stand für mich außer Frage, dass mehr Bände der Reihe bei mir einziehen müssen.

In der Rezension versuche ich, auf große Spoiler zu verzichten, bedenkt aber bitte, dass ich manchmal auch wichtige Teile der Handlung erzählen muss, um meine Meinung verständlich zu reflektieren. Wollt ihr sicher gehen, nicht gespoilert zu werden, interessiert euch aber für die Reihe, schaut in meine Rezension zu Band eins rein.

ECKDATEN ZUM MANGA

Text&Zeichnungen
: Yako Gureishi
Originaltitel: Somari to Mori no Kamisama
Kategorie: Seinen | Genre: Fantasy, Slice of Life
Verlag: Manga Cult
Preis: 10,00€ | Großformat

Mehr Informationen & Leseprobe

Worum geht’s?

Somali und der Golem sind im Dorf der Hexen angekommen und hoffen, dort, neue Hinweise auf die letzten Menschen zu finden. Doch ausgerechnet das Buch, das ihnen neue Informationen geben soll, ist zerstört. Einzig die alte Direktorin, die abgeschottet wird, weiß, was in dem Buch steht. Doch dazu muss es das Duo erst einmal zu ihr schaffen.

Wie war’s?

Während der erste Band mit vielen einzelnen Geschichten gespickt war, trifft man im zweiten Band von Somali und der Gott des Waldes auf eine größere Handlung. Der Erzählstrang rund um das Buch und die Geschichte darin nehmen einem sehr großen Raum in dem Band ein. So hat der Leser mehr Zeit, sich auf die neuen Informationen einzulassen. Berichtet wird über den Inhalt des Buches dabei in einer Geschichte in der Geschichte. Denn sobald Somali und der Golem es zu der alten Direktorin schaffen, erzählt sie ihnen die Geschichte des Buches und berichtet ihnen von einer jungen Hexe, die einst im Dorf der Menschen eine Bruchlandung hinlegte.

Diese Erzählung offenbart, dass die Menschen leicht Angst vor etwas Unbekannten bekommen. Eine Angst, die auch mal in Panik und Gewalt umschlagen kann, wie der Leser in einer Szene miterlebt. Gleichzeitig wird aber auch gezeigt, wie freundlich die Dorfgemeinschaft sein kann und dass man auch über Unterschiede hinweg Freundschaften schließen kann.

Anders als der erste Band schlägt der Manga in diesem Band doch einen ernsteren Ton an und auch vor düsteren Szenen wird nicht zurückgeschreckt. Während der erste Band eine doch eher leichte Atmosphäre schaffen konnte, regt dieser Band deutlich mehr zum Nachdenken an. Auch weil man viele dieser Fantasy-Elemente auch durchaus in die Realität übertragen kann, was die Verhaltensmuster der Menschen bei ihnen unbekannten Situationen angeht. Diese eingebettete Geschichte zeigt dabei auch, wie viel Mühe sich die Mangaka gibt, hier ein ausgeglichenes Bild abzubilden. Die Menschen werden im Auftaktsband vorwiegend als Opfer dargestellt, hier aber finden wir sie in einer Täterrolle wieder, in dem sie zu brutalen Mitteln greifen, um das ihnen Fremde von sich fernzuhalten.

Nachdem der Golem und Somali diese Geschichte gehört haben, brechen sie in Richtung des Ortes auf, der ihnen beschrieben wird, wobei sie neuen Anderswesen begegnen und Somali in einer Situation gerät, die gefährlich für sie sein könnte. Denn jemand scheint sie argwöhnisch aus den Schatten zu beobachten.

Auch wenn der zweite Band durchaus etwas nachdenklicher daherkommt, schafft es die Reihe dennoch ihre ruhigere, mystische Atmosphäre beizubehalten und auf große Actionszenen zu verzichten. Die Zeichnungen der Mangaka sind wieder atemberaubend und mit vielen kleinen Details gespickt, sodass es in jedem Panel etwas zu entdecken gibt. Auch die Anderswesen, auf die die Beiden treffen, sind abwechslungsreich gestaltet.

Die Hauptcharaktere erhalten in diesem Band weiter an Tiefe und man schließt das ungleiche Paar immer mehr ins Herz. An ihnen wird gezeigt, dass ein Zusammenleben zwischen Menschen und Anderswesen durchaus funktionieren kann und der Mensch nicht nur von Furcht und Hass beherrscht ist.

Fazit & Bewertung

Somali und der Gott des Waldes überzeugt auch im zweiten Band mit einer liebevoll und bis ins Detail ausgearbeiteten Fantasywelt. Die Handlungsstränge werden länger und hinterlassen eine nachdenkliche Botschaft über Angst und Vorurteile, die mir sehr gefallen hat.

Mit Band zwei hat die Reihe bei mir wieder einen bleibenden Eindruck hinterlassen und ich freue mich auf jeden Fall auf weitere Bände rund um den Golem und Somali.

Weitere rezensierte Bände der Serie:
Band 1

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