Herzlich willkommen auf meinem Mangablog. Hier findet ihr Rezensionen zu deutschen und englischen Manga sowie Beiträge über Themen und Aspekte, die mich an dem Medium interessieren. Ab und an schaue ich auch über den Tellerrand hinaus und schnuppere in Comic-Kunst abseits Japans hinein.

TonaNeko: Meine katzenhafte Mitschülerin (Band 1)

TonaNeko: Meine katzenhafte Mitschülerin (Band 1)

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Mit “TonaNeko: Meine katzenhafte Mitschülerin” veröffentlicht Panini eine weitere Romance-Comedy-Reihe. Die Geschichte stammt aus der Feder von Mangaka Akinoko und startete zunächst auf dem eigenen Twitter-Account, ehe sie in Square Enix Seinen-Magazine Monthly Big Gangan umzog, in dem sie seit 2024 läuft. Stand April 2026 sind in Japan sechs Takobon-Bände veröffentlicht.

Die Serie ist zudem auf Square Enix’s Manga Up!-App international lesbar.

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Story & Zeichnungen: Akinoko | Originaltitel: Tonari no Neko to Koi Shirazu | Übersetzung: Dorothea Gielge | Genre: Comedy, Romance | Verlag: Panini Manga | Preis: 8,99€ | der Manga auf der Verlagsseite

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Wie war’s?

Minato Seno startet eigentlich ganz gewöhnlich in sein neues Leben an der Oberschule. Zumindest wäre es gewöhnlich, wenn er nicht so schüchtern wäre, dass ihm bereits einfache Gespräche mit seinen Mitschülern wie eine kaum überwindbare Hürde vorkommen. Er ist sozial unsicher, zurückhaltend und hat den Moment verpasst, in dem man sich zu Beginn des Schuljahres in eine Klasse einfügt. Während andere bereits ihre Grüppchen gefunden haben, bleibt Minato eher für sich.

Seine Aufmerksamkeit gilt allerdings seiner Sitznachbarin Nekozane. Nicht, weil sie besonders laut, auffällig oder beliebt wäre, sondern weil sie ständig schläft. Egal ob Unterricht, Ermahnungen des Lehrers oder allgemeines Klassenzimmergeschehen: Nekozane liegt mit dem Kopf auf dem Tisch und scheint sich nicht im Geringsten für ihre Umgebung zu interessieren. Minato hat ihr Gesicht noch nicht einmal richtig gesehen, denn sie verbringt ihre Zeit fast ausschließlich im Halbschlaf.

Als der Lehrer schließlich genug davon hat, überträgt er ausgerechnet Minato die Aufgabe, Nekozane wachzuhalten. Für einen Jungen, der schon beim Gedanken an ein normales Gespräch nervös wird, ist das natürlich eine kleine Katastrophe. Trotzdem kann er sich nicht dazu überwinden, abzulehnen. Und so beginnt für ihn eine Reihe von unbeholfenen Annäherungsversuchen an ein Mädchen, das zwar menschlich ist, sich aber in vielerlei Hinsicht wie eine Katze verhält.

“TonaNeko” von Akinoko ist eine dieser Romantik-Comedys, bei denen man recht schnell weiß, in welche Richtung die Reise gehen wird. Ein schüchterner Junge, eine etwas seltsame Sitznachbarin, ein zufälliges Näherkommen, kleine Missverständnisse, zaghafte Gefühle und viele niedliche Momente. Das ist natürlich keine Ausgangslage, die das Genre neu erfindet. Gerade im Bereich romantischer Schulkomödien hat man ähnliche Konstellationen schon oft gesehen.

Nekozane ist keine klassische, überdrehte Romantik-Comedy-Heldin. Sie ist eher ruhig, schläfrig, etwas weltfremd und auf ihre Weise schwer greifbar. Sie interessiert sich vor allem für Katzen und scheint mit Menschen nicht besonders viel anfangen zu können. Dadurch entsteht ein schöner Kontrast zu Minato, der sich zwar nach Kontakt sehnt, aber kaum weiß, wie er ihn herstellen soll. Beide sind auf ihre Weise sozial unbeholfen. Minato denkt zu viel nach, Nekozane scheinbar zu wenig. Er ist angespannt, sie wirkt entrückt. Er plant seine nächsten Worte, sie schläft einfach ein. Gerade dieses Ungleichgewicht macht den Auftaktband sympathisch. Minato möchte Nekozane näherkommen, doch jede kleine Interaktion ist für ihn eine Herausforderung. Man spürt, wie viel Überwindung ihn bereits winzige Schritte kosten.

Akinoko stellt diese Unsicherheit nicht böse oder übertrieben bloß, sondern erzählt sie mit viel Wohlwollen. Minato ist kein peinlicher Witz auf zwei Beinen, sondern ein Junge, der sich wirklich bemüht, seine eigene Angst zu überwinden.

Dass er sich sehr schnell zu Nekozane hingezogen fühlt, ist dabei offensichtlich, auch wenn er selbst seine Gefühle noch nicht richtig einordnen kann. Der Manga nutzt diese zarte Verliebtheit als Motor für seine Entwicklung. Minato will zunächst ihr Freund werden, möchte sie verstehen und sucht nach irgendeinem Weg, mit ihr ins Gespräch zu kommen. Dass aus dieser Freundschaft langsam mehr werden könnte, liegt natürlich in der Luft.

Der erste Band lebt weniger von einer großen Handlung als von kleinen Alltagssituationen. Wir sehen Minato und Nekozane in der Schule, im Klassenzimmer, nach dem Unterricht, im Katzencafé und in Momenten, in denen sie einander Schritt für Schritt näherkommen. Das Erzähltempo ist ruhig. Es gibt keine großen Dramen, keine aufgesetzten Rivalen und keine übertriebenen Wendungen. Stattdessen konzentriert sich Akinoko auf die Unsicherheit des Anfangs: Wie spricht man jemanden an? Wie merkt man, ob man der anderen Person lästig ist? Wie entsteht Nähe, wenn beide nicht besonders gut darin sind, sich auszudrücken?

Das macht “TonaNeko” zu einer sehr angenehmen, leichtgängigen Lektüre. Der Manga will nicht mehr sein als eine weiche, niedliche und humorvolle Schulromanze mit Slice-of-Life-Elementen. Genau darin liegt aber auch seine Stärke. Er wirkt nicht überladen, sondern gemütlich.

Besonders schön ist dabei die Rolle der Katzen. Sie sind nicht nur süßes Beiwerk, sondern tatsächlich ein Verbindungspunkt zwischen den Figuren. Nekozanes Leidenschaft für Katzen gibt Minato überhaupt erst die Möglichkeit, ihr näherzukommen. Das Katzencafé, in dem sie arbeitet, öffnet für ihn einen Zugang zu ihrer Welt. Gleichzeitig spiegeln die Katzen auch Nekozanes Persönlichkeit. Sie ist unabhängig, schläfrig, manchmal unnahbar, dann wieder überraschend zutraulich. Akinoko setzt diese Parallelen einfach, aber wirkungsvoll ein.

Neben Nekozane ist Minato die zweite tragende Säule des Bandes. Dass sich die Handlung fast vollständig auf diese beiden konzentriert, funktioniert überraschend gut. Nebenfiguren bleiben eher im Hintergrund. Minatos alter Freund Takada, mit dem er telefoniert und den er um Rat bittet, gibt ihm etwas zusätzlichen Halt und sorgt dafür, dass man seine Gedankenwelt besser versteht. Trotzdem ist klar: Dieser Band gehört Minato und Nekozane.

Zeichnerisch bewegt sich Akinoko in einem klaren, hübschen und sehr zugänglichen Stil. Die Figuren haben große Augen, feine Linien und ausdrucksstarke Gesichter. Die Hintergründe sind angenehm sauber und geben den Szenen genug Raum, ohne zu sehr vom eigentlichen Fokus abzulenken. Besonders gelungen sind die Mimiken der Hauptfiguren und natürlich die Katzen.

Natürlich muss man sagen, dass “TonaNeko” im ersten Band keine großen Überraschungen bietet. Wer bereits viele romantische Schulkomödien gelesen hat, wird die Struktur sofort erkennen. Der schüchterne Junge, das ungewöhnliche Mädchen, die unbeholfenen Annäherungen und das langsame Aufkeimen von Gefühlen sind vertraute Bausteine. Die große Frage wird eher sein, wie lange die Reihe dieses Konzept tragen kann. Der Auftakt funktioniert vor allem, weil das Kennenlernen der beiden süß und frisch wirkt. Sollte sich die Geschichte zu sehr in immer gleichen Szenen verlieren, könnte der Reiz irgendwann nachlassen.

Panini Manga veröffentlicht die Reihe in seinem handelsüblichen Taschenbuchformat. Als Extra gibt es eine Postkarte mit dem Titelmotiv.

Fazit

Am Ende bleibt ein sehr angenehmer Eindruck zurück. TonaNeko: Meine katzenhafte Mitschülerin ist eine klassische, aber charmant erzählte Romantik-Comedy mit viel Slice-of-Life, weichem Humor und einer großen Portion Katzenliebe.

Wer entspannte Schulromanzen mag, bei denen sich Gefühle langsam entwickeln, und wer zusätzlich ein Herz für Katzen hat, dürfte hier genau richtig sein. Wer sich etwas mehr Abwechslung in dem Genre wünscht, der dürfte hingegen kaum Neues in der Reihe finden.

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Bei diesem Manga handelt es sich um ein Rezensionsexemplar, welches mir freundlicherweise von Carlsen zur Verfügung gestellt worden ist. Vielen Dank dafür!

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