Herzlich willkommen auf meinem Mangablog. Hier findet ihr Rezensionen zu deutschen und englischen Manga sowie Beiträge über Themen und Aspekte, die mich an dem Medium interessieren. Ab und an schaue ich auch über den Tellerrand hinaus und schnuppere in Comic-Kunst abseits Japans hinein.

21st Century Boys

21st Century Boys

[Anzeige, da Rezensionsexemplar]

Naoki Urasawa debütierte bereits 1984 als Mangaka. International bekannt wurde er mit seiner Krimi-Thriller-Reihe Monster, die seit 1994 erschien. Es folgten weitere Kassenschlager wie 20th Century Boys, Pluto und Billy Bat. Aktuell arbeitet Urasawa an Asadora!

Wie sein Vorgänger lief 21st Century Boys in der Big Comic Spirits vom Verlag Shogakukan. Veröffentlicht wurde der Manga 2007. In den Sammelausgaben umfasst der Titel im Original zwei Bände. In der Sammeledition von Panini Manga wird 21st Century Boys in einem Band herausgebracht.

Bitte beachtet, dass es in der Rezension eventuell zu Spoilern von 20th Century Boys kommen kann.

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Text/Zeichnungen: Naoki Urasawa | Originaltitel: 21st Century Boys| Verlag: Panini Manga | Kategorie: Seinen | Genre: Thriller, Drama, Science-Fiction | Preis: 19,99€ | Großformat | Mehr Informationen und Leseprobe

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Wie war’s?

Der Krieg ist vorbei. Der “Freund”, Anführer der weltweiten Sekte, die als “Freunde” bekannt ist, ist tot. Aber ist wirklich Frieden in Tokio eingekehrt, nachdem die Welt am Rande der Zerstörung stand? Viele Geheimnisse um den “Freund” sind noch ungelüftet, wie zum Beispiel seine wahre Identität. Oder ob einige seiner Pläne weiterhin im Gange sind? Auch das Motiv bleibt weiterhin im Dunkeln. Antworten darauf könnten sich in den Erinnerungen von Kenji Endo, dem zurückkehrenden Helden finden.

21st Century Boys ist die Fortsetzung von 20th Century Boys, einem surrealen Epos rund um einen Kult, der auf den Fantasien von Grundschulkindern basiert und später tatsächlich die Weltherrschaft übernehmen möchte. Genau diese Schüler tun sich später zusammen, um das Geheimnis des Kults zu lüften, der ihre Ideen klaut und nun eine große Bedrohung für die Welt darstellt. Die Fortsetzung funktioniert dabei nicht ohne die Hauptserie, da sonst viele Dinge nicht verstanden werden kann. In 21st Century Boys geht es vielmehr darum, die losen Enden der Hauptreihe zu verbinden, die Identität des Freundes zu lüften und zu verhindern, dass das Weltuntergangsszenario, welches sich der Freund ausgedacht hat, tatsächlich stattfindet.

Dennoch hat man nicht das Gefühl, dass dieser Band eine bloße Ansammlung loser Fäden ist. Die Handlung ist immer noch dicht und rasant. Vielmehr wird das Ende von 20th Century Boys abgerundet.

Urasawa stellt auch in 21st Century Boys unter Beweis, dass er ein Meister des Whodunit-Krimis ist. In gewohnter Manier hält er die Spannung hoch. Wer verbirgt sich hinter der Maske? Wer zieht die Fäden und was ist das große Ziel? Der Mangaka zeigt die Bedrohung, den Konflikt sowie die Wünsche und Ziele seiner Figuren klar auf. Die Enthüllung des großen Ganzen wird langsam vollendet, mit üblichen Twists und einem großen Finale.

Die Erzählstränge fügen sich für die Leser*innen langsam aber stetig zusammen und das Gesamtbild zeigt sich auf. Wie üblich heißt es dabei, immer auf der Hut zu sein, denn nicht selten haben Szenen von Beginn der Serie später eine deutlich tiefere Bedeutung und einem wird deutlich, welcher großer Hinweis sich letztendlich dahinter verborgen hat.

Der Zeichenstil von Naoki Urasawa ist genau passend. Sein Stil ist sehr realistisch und er kann Mimik hervorragend darstellen, um so Emotionen abzubilden. Einige der stärksten Szenen in 21st Century Boys kommen ganz ohne Dialog aus und können dennoch einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Der Stil von Urasawa ist detailreich in den Hintergründen und durch seine Variationen im Charakterdesign lassen sich die Figuren sehr leicht unterscheiden.

Die Aufmachung von Panini Manga orientiert sich an 20th Century Boys sowie weiteren Ultimative-Editions des Verlags. Der Band von 21st Century Boys wird in einem 2-in-1-Omnibus im Großformat herausgebracht und ist mit einem Plastikumschlag versehen, auf dem sich die Typografie befindet. Darunter findet sich die Umschlagsillustration ganz ohne Schrift wieder.

Fazit

Es war ziemlich schwierig, mit dem Ende von 20th Century Boys zufrieden zu sein. Zwar wurde der Kampf mit dem Freund abgeschlossen, doch das Ende des Werkes wirkte abrupt und das Rätsel um die Identität des Freundes blieb ebenso offen wie das Schicksal einiger Charaktere. In diesem Sinne agiert 21st Century Boys als gelungene Fortsetzung, die in typischer Urasawa-Manier einige Geheimnisse lüftet und Fans noch einmal in die Welt rund um den Freund eintauchen lässt.

Zu Bedenken gilt, dass man 21st Century Boys nicht losgelöst von der Hauptreihe lesen kann und sollte. Denn der Band ist eine direkte Fortsetzung und geht wenig auf die Ereignisse in den vorherigen Bänden ein.

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Bei diesem Manga handelt es sich um ein Rezensionsexemplar, welches mir freundlicherweise von Panini Manga zur Verfügung gestellt worden ist. Vielen Dank dafür!

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