Herzlich willkommen auf meinem Mangablog. Hier findet ihr Rezensionen zu deutschen und englischen Manga sowie Beiträge über Themen und Aspekte, die mich an dem Medium interessieren. Ab und an schaue ich auch über den Tellerrand hinaus und schnuppere in Comic-Kunst abseits Japans hinein.

Akamatsu & Seven (Band 2)

Akamatsu & Seven (Band 2)

[Anzeige, da Rezensionsexemplar]

Akamatsu & Seven stammt aus einem Gemeinschaftsprojekt. Zeichner der dreibändigen Reihe ist Okujima, der vor allem im Shonen- und Seinenbereich arbeitet, nach Akamatsu & Seven aber auch einige Boys-Love-Titel herausbrachte. Die Story stammt von Shoowa, die zum ersten Mal in ihrer Karriere nur für den schreiberischen Teil zuständig ist und nicht auch den zeichnerischen Part übernimmt.

Beide haben auf dem deutschen Markt noch keinen Manga veröffentlicht, unter anderem in Frankreich sind aber bereits einige Veröffentlichungen von ihnen erschienen.

In Japan lief der Manga unter dem Originaltitel Dousei Yankee Akamatsu Seven seit 2018 im Onlinemagazin Kachi Komi und wurde erst kürzlich beendet. Insgesamt wird die Reihe in drei Bänden erscheinen.

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Text: Shoowa | Zeichnungen: Okujima| Originaltitel: Dousei Yankee Akamatsu Seven| Verlag: KAZÉ Manga | Genre: Boys Love | Preis: 6,95€ | abgeschlossen in drei Bänden |  Weitere Informationen

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Wie war’s?

Akamatsu und Seven sind zunächst so etwas wie “Kampfpartner”. Als Akamatsu aber mitbekommt, dass Seven derzeit kein Dach über den Kopf hat, bietet er ihm aus einer Laune heraus an, bei ihm zu wohnen. Das Zusammenleben beginnt holprig, beide finden aber immer besser zusammen und so findet Akamatsu, getrieben von Seven, sogar den Mut, sich wieder seiner Familie zu stellen, genauer gesagt seinem Vater, der seine Homosexualität heftig ablehnte. Gleichzeitig entwickeln sich auch zwischen den beiden Jungs tiefere Gefühle.

Während sich Akamatsu seiner Familie wieder annähert und sie einmal die Woche besucht, hat Seven beschlossen, sich einen Job zu suchen, um nicht zur Last zu fallen und seinen Beitrag zum Haushalt zu leisten.

Im zweiten Band von Shoowa und Hiromasa Okujimas Akamatsu & Seven liegt der Fokus zunächst auf der Beziehung zwischen den beiden Hauptcharakteren. Nachdem sie sich in Band eins nähergekommen waren, geht es nun darum, wie sich die Beziehung zwischen ihnen langsam weiterentwickelt. Die beiden Mangaka lassen sich viel Zeit, ohne die Handlung zu überstürzen. Sie zeigen kleine, gemeinsame Ausschnitte in der Beziehung, die sie immer näher zusammenbringen: Szenen in der Wohnung, ein erstes Date, gemeinsames Einkaufen, Akamatsus Frustration darüber, dass er Seven seltener sieht, weil er dieser nachts arbeitet oder Sevens Wunsch, ein für Akamatsu zu kochen. Insbesondere in diesen Szenarien setzt das Duo auch auf eine humorvolle Note und Erotik, die immer ausgeprägter wird, umso näher sich die beiden Männer kommen.

Gleichzeitig wird in einem zweiten Handlungsstrang aber auch ein Blick in die Vergangenheit von Seven geworfen, die düsterer ist, als sich erahnen lässt. So rückt in diesem Band Eight in den Vordergrund, der Adoptivbruder von Seven. Ein junger Mann, dessen Aktivitäten vor allem auf dem kriminellen Milieu stattfinden und bei dem schnell klar wird, dass er vor Gewalt nicht zurückschreckt. Durch Zufall trifft er ausgerechnet auf Akamatsu und als er seine Verbindung zu Seven rausbekommt, scheint es so, als würde die dunkle Vergangenheit von Seven die beiden Jungs einholen. Es besteht kein Zweifel daran, dass Seven es nicht leicht hatte. Auch lässt sich vermuten, dass seine in vielen Dingen losgelöste und gleichgültige Haltung durch die Manipulationen in seiner Kindheit herrühren.

Wie schon im ersten Band gelingt es, dem Duo eine interessante und auf ihre Weise frische Geschichte zu schaffen. Während man auf der einen Seite eine fluffige Liebesgeschichte zwischen zwei jungen Männern hat, schwebt auf der anderen Seite eine dunkle Wolke über dem Paar, die das Glück zu bedrohen scheint. Denn was passiert, wenn Akamatsu von Sevens Vergangenheit erfährt? Wird Seven in der Lage sein Akamatsu zu beschützen, wenn deutlich wird, dass er seine Achillesferse ist? So natürlich und langsam sich die Beziehung entwickelt, so abrupt könnte sie enden.

Zur Thematik passen die Illustrationen von Hiromasa Okujima, die sich klar von dem Standard im Boys-Love-Genre unterscheiden. Der Mangaka zeichnet vor allem im Shonen- und Seinenbereich und hat seinen Stil für das neue Genre nicht großartig verändert. So wirken die Figuren maskuliner und er verzichtet auf Panelverzierungen. Besonders auffällig sind auch die Hintergründe in den Panels. Findet diese in Boys-Love-Manga sonst eher rudimentär Einsatz, finden sich in Akamatsu & Seven fast in jedem Panel Hintergründe, wodurch die Erzählung lebendig wirkt.

Fazit

Akamatsu & Seven kann auch im zweiten Band auf ganzer Linie überzeugen und zeigt sich als perfektes Werk für Boys-Love-Einsteiger und Leser*innen die abseits der üblichen Boys-Love-Standards lesen möchten. Die beiden Autoren gelingt es, eine spannende Storyline zu gestalten, die dennoch nicht zu dick aufgetragen wirkt. Der Band endet zudem mit einen Cliffhanger, wodurch man dem Abschluss regelrecht entgegenfiebert.

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Bei diesem Manga handelt es sich um ein Rezensionsexemplar, welches mir freundlicherweise von KAZÉ-Manga zur Verfügung gestellt worden ist. Vielen Dank dafür!

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