Herzlich willkommen auf meinem Mangablog. Hier findet ihr Rezensionen zu deutschen und englischen Manga sowie Beiträge über Themen und Aspekte, die mich an dem Medium interessieren. Ab und an schaue ich auch über den Tellerrand hinaus und schnuppere in Comic-Kunst abseits Japans hinein.

Happy of the End - Manga Rezension

Happy of the End (Band 1)

[Anzeige, da Rezensionsexemplar]

Ogeretsu Tanaka begann um 2012 ihre Karriere im jungen Alter mit dem Zeichnen von Doujinshis. 2014 wurde mit Koi to wa Baka de Aru Koto da ihr erstes professionelles Werk beim Libre Shuppan Verlag veröffentlicht. Ihr zweites Werk Sabita Yoru demo Koi wa sasayaku folgte im gleichen Jahr beim Shinshokan Verlag.

Auf dem deutschen Markt sind inzwischen zehn ihrer Werke erschienen. Die meisten davon bei Egmont Manga.

In Japan erscheint das Werk von Ogeretsu Tanaka seit Januar 2020 im digitalen Qpa-Magazin des Verlags Takeshobo. In der Print-Ausgabe sind auf dem japanischen Markt bislang zwei Bände erschienen.

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Text & Zeichnungen: Ogeretsu Tanaka | Originaltitel: Happy of the End | Verlag: Egmont Manga | Übersetzung: Monika Hammond| Genre: Fantasy, Drama| Preis: 8,50€ | Weitere Informationen & Leseprobe

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Wie war’s?

Chihiro ist völlig fertig. Nachdem sein Ex-Partner heiratet, gerät er immer mehr auf die schiefe Bahn und lebt in den Tag hinein. Er hat keine Unterkunft und nistet sich daher bei anderen Männern ein, die er in einer Bar kennenlernt.

Als sich Chihiro einmal mehr auf der Suche nach einer solchen Übernachtung begibt, landet er mit einem hübschen Mann in einem Hotelzimmer. Doch es kommt anders, als er glaubt: Statt eine günstige Übernachtung zu finden, landet Chihiro zusammengeschlagen auf einem Haufen Müll. Als er wieder zu sich kommt, beugt sich der Mann aus dem Hotel über ihn und ehe sich Chihiro versieht, findet er sich in dessen Wohnung wieder und wird nach einer mysteriösen schwarzen Karte ausgefragt, die er bei einer früheren Bekanntschaft mitgehen lassen hat.

Zu seinem Glück gibt der Unbekannte sich zufrieden, als Chihiro ihm eröffnet, die Karte in den Müll geworfen zu haben. Er lässt ihn gehen und wenig später kreuzen sich die Wege der beiden Männer erneut und es kommt dazu, dass der Fremde, der sich unter dem Namen Keito vorstellt, Chihiro bei sich aufnimmt. Unwissend, dass sich zwischen ihnen bald mehr entwickeln dürfte.

Ogeretsu Tanaka ist für einen bestimmten Stil von Boys-Love bekannt. Der findet sich auch in diesem Werk wieder. Obwohl die Grundhandlung sehr einfach gestrickt ist, liefert sie dennoch viel Tiefe. Vor allem durch komplexe und gut konstruierte Charaktere. Es geht viel um Neid, Verwirrung, Angst, Schuld, Unsicherheit und Gewalt. Tanakas große Gabe ist es, eine allzu reale Liebesdynamik zwischen ihren Figuren zu schaffen.

Chihiro und Keito sind beides Figuren, die von ihrem bisherigen Lebensweg gezeichnet sind. Beide Männer scheinen kaum Vertrauen in die Liebe und andere Personen zu haben. Chihiro fühlt sich verstoßen, von denen, die ihm am meisten bedeuten. Sein Ex-Freund hat ihn jahrelang betrogen und wirft ihn einfach weg, seine Familie hat ihn verbannt, nachdem sie erfährt, dass er homosexuell ist und er scheint auch beruflich nichts auf die Reihe zu bekommen. Er entwickelt sich zu einem Schmarotzer, zeigt aber im Zusammenleben mit Keito, dass dieser ihm mehr bedeutet, als er zunächst glauben möchte.

Keito ist ebenfalls von tiefen Traumata geplagt und findet sich bereits in seiner Kindheit im kriminellen Milieu wieder. Auch ihn hat seine Familie verlassen, als sie ihn brauchte. Als er seine Mutter nach vielen Jahren wiederfindet, klammert er sich krampfhaft an ihr und fällt in ein tiefes Loch, als er erneut droht alles zu verlieren. Ein Loch, in dem er keinen Sinn mehr in irgendetwas sieht und all die schlechten Erfahrungen in seinem Leben ihn zu erdrücken scheinen.

Tanaka führt diese beiden komplizierten Charaktere zusammen und strickt eine Beziehung, die immer intensiver wird und bei der schnell klar wird, die beiden Männer sind auf der Suche nach Halt und scheinen diesen bei dem jeweils anderen zu finden. Chihiro ist dabei weitaus offener, während Keito verschlossen ist und nie so recht klar ist, ob er gegenüber Chihiro alles offenbart oder vieles weiterhin verborgen hält.

Neben den beiden Hauptcharakteren liefert Tanaka auch einige Nebencharaktere, die die Story vorantreiben und je nach Rolle genug Tiefe besitzen.

Unterstützt wird die Atmosphäre von Ogeretsu Tanakas Zeichenstil. Die Mangaka hat einen sauberen Stil, der von intensiven Mimiken der Charaktere unterstützt wird. Die Hintergründe sind oft einfach gehalten, unterstützen aber dennoch die Handlung ordentlich. In den erotischen Szenen findet dabei keine Zensur statt.

Der Manga wird im Taschenbuch-Format herausgebracht. Als Extra gibt es eine Farbseite zu Beginn des Bandes.

Fazit

In Happy of the End taucht Mangaka Ogeretsu Tanaka einmal mehr in die Tiefen der menschlichen Psyche ab. Sie zeigt der Leserschaft Figuren, die nicht perfekt sind, viele Fehler besitzen und auf der Suche nach Geborgenheit zu sein scheinen.

Der Band leitet gut in die Geschichte ein und zeigt auf, dass viele Hürden auf das Paar zu warten scheinen. Zu empfehlen ist der Manga dabei vor allem der älteren Leserschaft, da hier schwierige Themen einen Platz finden.

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Bei diesem Manga handelt es sich um ein Rezensionsexemplar, welches mir freundlicherweise von Egmont Manga zur Verfügung gestellt worden ist. Vielen Dank dafür!

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